Autofahrer sollten sich zu Beginn der Ferienzeit die besonderen Gefahren von Autobahnbaustellen bewusst machen. Jährlich kommt es auf solchen Streckabschnitten zu 1600 Kollisionen.
Vor Beginn der Hauptreisezeit hat der Auto Club Europa (ACE) auf die besonderen Unfallgefahren in Autobahnbaustellen aufmerksam gemacht. Auf Streckenabschnitten, in denen die Fahrbahn erneuert wird, ereigneten sich in Deutschland jährlich rund 1600 Kollisionen mit mehr als 1000 Verletzten und Getöteten, teilte der ACE am Mittwoch in Münster mit.
Unfallgrund: Überhöhtes Tempo
Bei jedem zweiten Unfall sei überhöhtes Tempo als Ursache mit im Spiel. Der Club rief Autofahrer dazu auf, Geschwindigkeitsbegrenzungen im Baustellenbereich strikt zu beachten und mehr Rücksicht zu nehmen.
Ingesamt soll nach Auskunft des ACE bis Mitte September bundesweit an 195 Stellen «gebuddelt» werden. Die Fahrbahnerneuerungen erstrecken sich nach Auskunft des Automobilclubs auf insgesamt 750 Autobahn-Kilometer. Das entspricht der Entfernung zwischen Hamburg und München. Im Schnitt gebe es in dem mehr als 12.000 Kilometer umfassenden Autobahnnetz alle 30 Kilometer eine Baustelle, mit einer Länge von jeweils 2500 Metern.
60 Stunden im Stau
Durchschnittlich verbringt jeder Verkehrsteilnehmer in Deutschland jedes Jahr 60 Stunden im Stau. Das seien insgesamt 4,7 Milliarden Staustunden oder 535 Milliarden Staukilometer pro Jahr, erläuterte der Club unter Berufung auf Studien der Universität Duisburg.
Die Gründe für die Vielzahl dieser Staus liegen für den ACE und die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) in «Versäumnissen der Vergangenheit und Finanzblockaden zu Lasten der Verkehrsinfrastruktur». Wegen fehlender Gelder seien erforderliche Baumaßnahmen mitunter verschleppt und folglich erst verspätet eingeleitet worden.
Aufgrund dieses Vorhaltes erklärte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Ulrich Kasparick, dass Baustellen keine Schikane darstellen würden, sondern erforderlich seien, «damit Mobilität wieder funktioniert und Verkehrssicherheit weiter gewährleistet werden kann.» In die Sanierung und Erneuerung der Autobahnen stecke die Bundesregierung allein dieses Jahr 1,1 Milliarden Euro.



