Ukraine-Krieg: Spritpreise gehen durch die Decke

Ukraine-Krieg: Spritpreise gehen durch die Decke
Die Fahrt an die Tankstelle ist derzeit nichts für schwache Nerven. © dpa

Als Folge von Putins Invasion in der Ukraine schießen die Preise an den Tankstellen steil nach oben. Die Zwei-Euro-Marke ist längst gefallen.

Einen derart gewaltigen Preissprung an den Zapfsäulen gab es in Deutschland noch nie: Binnen einer Woche verteuerte sich Dieselkraftstoff laut einer aktueller Auswertung des ADAC um 39,4 Cent je Liter und kostet damit im bundesweiten Mittel 2,15 Euro. Auch der Benzinpreis schoss regelrecht durch die Decke. Für einen Liter Super E10 müssen die Verbraucher aktuell 2,103 Euro bezahlen, das sind 27,6 Cent mehr als vor Wochenfrist.


Der Anstieg der Spritpreise ist auch auf die Entwicklungen am Rohölmarkt zurückzuführen, der aufgrund des Krieges in der Ukraine in Aufruhr geraten ist. Seit der Vorwoche hat sich Rohöl der Nordseesorte Brent um über 20 US-Dollar verteuert – den heute registrierten explosionsartigen Anstieg der Kraftstoffpreise rechtfertigt dies nach Ansicht des ADAC jedoch nicht. Damit hat sich der Benzinpreis vom Rohölpreis und Dollar-Kurs entkoppelt.

ADAC fordert befristete Steuersenkung

Der Grund, warum Diesel derzeit teurer ist als Benzin, liegt vor allem in der gestiegenen Heizölnachfrage. Diese setzt für gewöhnlich im Herbst ein, wenn viele Verbraucher ihre Tanks füllen. Im Frühjahr ebbt die Nachfrage normalerweise ab. In diesem Frühjahr führen jedoch Versorgungsängste und Bedenken der Verbraucher wegen noch höherer Ölpreise im kommenden Herbst zu einer aktuell hohen Heizöl-Nachfrage. Dies sorgt für eine besonders starke Verteuerung beim Heizöl und damit auch beim verwandten Diesel-Kraftstoff.

Für die Autofahrer sind die Auswirkungen bereits schmerzlich spürbar. So kostet etwa eine 50-Liter Tankfüllung eines Diesel-Pkw heute rund 20 Euro mehr als noch vor einer Woche, dieselbe Menge bei Benzin ist heute um rund 14 Euro teurer. Zur unmittelbaren Entlastung sollte die Bundesregierung laut ADAC eine befristete Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe prüfen.

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