Tank-Tourismus: Jenseits der Grenze billiger zapfen

Tank-Tourismus: Jenseits der Grenze billiger zapfen
Tanken ist auch in Polen so teuer wie nie, aber immer noch um einiges günstiger als in Deutschland. © dpa

Die Spritpreise eilen von Rekord zu Rekord. Da lockt das Tanken im benachbarten Ausland. Ein paar Regeln sollte man aber beachten.

Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine sind die Preise von Benzin und Diesel in Deutschland massiv gestiegen. Viele bringt das in finanzielle Not – und oft ist es jenseits der Grenze deutlich billiger. Abhängig vom Kraftstoff lassen sich in Ländern wie Luxemburg, Österreich und Niederlande um 20 Prozent einsparen. Nochmals deutlich niedriger sind die Preise in Tschechien und Polen, wo der Liter Benzin um 80 Cent weniger kostet. Bei 50 Liter spart man also 40 Euro. Da lohnt ein Umweg allemal.


Allerdings sollte man auch die allgemeinen Betriebskosten eines Pkw einberechnen. Bei den typischerweise angenommenen 30 Cent, bleiben von den 40 Euro nach rund 70 Kilometern weniger als die Hälfte übrig. Neben einer realistischen Kalkulation der Kosten sollte außerdem die für den Umweg investierte Zeit einberechnet werden. Oft kommen zur reinen Fahrzeit noch die Warterei an der Zapfsäule. Bei grenznahen Tankstellen gibt es aktuell sogar das Risiko, dass diese leergekauft sind.

Bei Kanistern Mitnahmegrenzen beachten

Noch mehr Sinn macht der Umweg, wenn man einen Kanister mitnimmt. Aus Sicherheitsgründen ist es allerdings ratsam, die zusätzliche Menge auf 10 Liter zu begrenzen. Für den Sprittransport sollten zudem nur Kanister mit sogenannter RKK-Zulassung genutzt werden. Kunststoffbehälter sollten nicht älter als zehn Jahre sein, bei Metallkanister empfiehlt sich ein kritischer Blick nach Roststellen.

Wichtig ist außerdem, auf die Mitnahmegrenzen in den besuchten Nachbarländern zu achten. In Luxemburg ist der Sprittransport im Kanister grundsätzlich verboten. In den meisten Ländern mit niedrigen Spritpreisen ist ein legales Mitführen von maximal 10 Litern erlaubt, in Polen sind es 20 Liter. Steuerfrei einführen darf man aus EU-Ländern nach Deutschland übrigens ohnehin nur 20 Liter. Größere Mengen sind eine Steuerstraftat. Und: Der abgabenfrei eingeführte Kraftstoff darf ausschließlich in dem Fahrzeug verwendet werden, mit dem er über die Grenze gebracht wird. Wer etwa mit seinem Benziner für den Diesel fahrenden Nachbarn Sprit besorgt, könnte Probleme bekommen. (SP-X)

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