Elektroautos sind längst keine Fahrzeuge mehr, mit denen man nur kurze Strecken zurücklegt. Ihr Nutzungsprofil entspricht dem von Verbrenner, teils legt man mit ihnen längere Strecken zurück.
Elektroautos sind keine Kurzstrecken-Fahrzeuge mehr. In der Nutzung kommen die reinen Stromer bereits auf ähnliche oder sogar höhere Fahrleistungen als konventionelle Fahrzeuge, wie sich aus der nun veröffentlichten Erhebung „Mobilität in Deutschland 2023“ des Bundesverkehrsministeriums ergibt.
Bei der Studie 2017 wurden Elektroautos überwiegend noch für kurze Strecken genutzt – ein Hinweis, dass Reichweitenbedenken vorherrschten. Das habe sich geändert. Der Anteil für längere Strecken ab 30 Kilometern liege annähernd gleichauf mit den Weglängen, die mit Verbrennerfahrzeugen zurückgelegt werden.
Stromer häufig Zweitwagen
Reine E-Autos werden demnach im Schnitt etwa 15.500 Kilometern pro Jahr bewegt, während der Durchschnitt aller Pkw in Privathaushalten bei rund 14.000 Kilometern liegt. Als Erstwagen liegen E-Autos in der Fahrleistung leicht über dem jeweiligen Vergleichswert der übrigen Antriebe, bei Zweit- und Drittwagen ist der Abstand etwas geringer.
In privaten Haushalten sind rund fünf Prozent der vorhandenen Pkw reine Batterieautos. Etwa ebenso viele Fahrzeuge sind Hybride. Auffällig: Die elektrischen Pkw sind überdurchschnittlich oft Zweit- oder Drittwagen – nur ein Teil ersetzt bereits ein klassisches Erstauto. Beim Besitz zeigen sich zudem deutliche soziale Unterschiede: Von den Haushalten mit sehr hohem ökonomischem Status verfügt gut ein Fünftel über ein E-Auto, während es bei sehr niedrigem Status nur wenige Prozent sind.
42 Minuten durchschnittliche Fahrzeit
Der Anteil der Haushalte ohne Auto ist der Studie zufolge auf knapp unter ein Fünftel abgesunken – Haushalte mit mehreren Autos machen nun hingegen fast 30 Prozent der Haushalte aus. In Großstädten lebt ein deutlich größerer Anteil der Haushalte ohne Auto als in Kleinstädten und ländlichen Regionen. Aber: Fast die Hälfte der Autos wird an einem durchschnittlichen Tag nicht bewegt – 2008 blieb lediglich ein Drittel der Autos am Tag stehen. Auch die mittlere Fahrleistung ist auf etwa 26 Kilometer gesunken.
Die durchschnittliche Fahrzeit pro Fahrzeug pro Tag sinkt auf 42 Minuten. Die Parkzeiten zu Hause nahmen auf etwa 21 Stunden zu. Eine Erklärung: der Trend zum Homeoffice. Der Anteil des klassischen Berufsverkehrs mit Wegen von oder zur Arbeit geht laut Studie zurück. (SP-X/dpa)




