Reisende, die billig in den Urlaub fliegen wollen, müssen eine hohe Flexibilität mitbringen. Wer diese Möglichkeit hat, kann in der Tat seinen Reiseetat schonen.
Wer für möglichst wenig Geld fliegen will, sollte gleichzeitig flexibel sein und lange im Voraus planen. Dann lassen sich am ehesten Schnäppchen machen, wie sich aus der neuen Billigflieger-Studie des Deutschen Zentruma für Luft- und Raumfahrt (DLR) lernen lässt.
Für den Herbst 2025 haben die Experten exemplarisch ausgewählte Verbindungen untersucht, die eine repräsentative Stichprobe des deutschen Low-Cost-Streckennetzes abbilden. Erfasst wurden Angebote mit unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen (ein Tag, eine Woche, ein Monat sowie mehr als drei Monate vor Abflug) auf Basis eines Referenz-Buchungstags. Wenn an diesem Tag kein Flug verfügbar war, wurde der nächstmögliche Reisetag genutzt. Bei mehreren Flügen pro Tag zählte jeweils das günstigste Angebot.
Wizzair besonders günstig
Wichtigstes Ergebnis aus Kundensicht: Im Durchschnitt ist Wizz Air in dieser Stichprobe am günstigsten, gefolgt von Ryanair und Eurowings. Easyjet liegt im Mittel deutlich höher. Konkret nennt das DLR für einen einfachen Flug (Endpreis) im Schnitt rund 48 Euro bei Wizz, etwa 72 Euro bei Ryanair, rund 106 Euro bei Eurowings und etwa 113 Euro bei Easyjet.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Buchungszeitpunkt: Kurzfristige Tickets können ein Vielfaches kosten. In der Auswertung lag der durchschnittliche Endpreis für einen Flug am nächsten Tag je nach Airline teils bei bis zu rund 167 Euro, während Flüge mit Abflug in etwa drei Monaten im Mittel nur rund 49 bis 76 Euro kosteten. Außerdem steigen Preise rund um Feiertage und in Ferienzeiten oft spürbar, weil Plätze früh ausgebucht sind.
Frühes Buchen lohnt sich
Günstiger fliegt in der Regel, wer konsequent den Endpreis vergleicht und sich nicht von der Werbung locken lässt: Entscheidend ist, was nach Steuern, Gebühren und möglichen Zuschlägen tatsächlich zu zahlen ist. Außerdem lohnt sich frühes Buchen deutlich häufiger als die Last-Minute-Variante. Wer bei Reisetag und Uhrzeit flexibel bleibt und Abflug oder Rückflug um ein bis zwei Tage verschieben kann, findet häufig bessere Angebote.
Wenn es möglich ist, sollten Ferienzeiten und Feiertagswochen gemieden werden, da die Nachfrage dann hoch ist und günstige Kontingente schneller verschwinden. Ebenfalls wichtig: Zusatzkosten aktiv im Blick behalten – Aufgabegepäck, Sitzplatzreservierungen, Priority-Optionen oder Umbuchungsbausteine können aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell einen normalen Tarif machen. Leichtes Gepäck und Verzicht auf Extras helfen beim Sparen.
In vielen Fällen kann es sich zudem lohnen, alternative Abflughäfen zu prüfen, wobei Anreise- und Parkkosten in die Gesamtrechnung einfließen sollten. Und schließlich ist es sinnvoll, Preisalarme zu setzen und Strecken über mehrere Tage zu beobachten, weil sich die Ticketpreise kurzfristig spürbar verändern können. (SP-X)



