Die großen Autohersteller verdienen im ersten Halbjahr 2026 deutlich weniger. Während die Umsätze nahezu stabil blieben, sank das operative Ergebnis deutlich, wie aus einer Studie hervorgeht.
Die Profitabilität der großen Autohersteller ist im ersten Halbjahr 2026 deutlich gesunken. Bei 25 vom Center of Automotive Management (CAM) untersuchten Konzernen verringerte sich das operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 16,3 Prozent. Die Umsätze gingen dagegen lediglich um 1,0 Prozent zurück. Die umsatzgewichtete EBIT-Marge sank von 4,4 auf 3,5 Prozent.
Auch der durchschnittliche operative Gewinn je ausgeliefertem Pkw ging zurück, fiel um 14,3 Prozent auf 1.027 Euro. Auffällig ist nach Einschätzung der Studienautoren die vergleichsweise gute Ertragslage einiger chinesischer Hersteller. Chery erzielte mit 7,8 Prozent die zweithöchste EBIT-Marge im gesamten Vergleich, nur Suzuki lag mit 10,1 Prozent darüber. BYD kam auf 4,3 Prozent, SAIC auf 3,4 Prozent, Great Wall Motor auf 3,2 Prozent und Geely auf 2,7 Prozent. Nio, Xpeng und Li Auto arbeiteten dagegen weiterhin mit negativen operativen Margen.
BMW mit höchster Marge
Die höchste Marge unter den deutschen Herstellern verbucht BMW mit 5,8 vor Mercedes-Benz mit 5,4 Prozent. Das reicht für Platz fünf und sechs im internationalen Ranking. Der in dieser Hinsicht kriselnde VW-Konzern landet mit 3,8 Prozent auf Rang neun.
Besonders profitabel sind dem CAM zufolge mehrere Hersteller, die gleichzeitig stark im Exportgeschäft vertreten sind. Chery führte im ersten Halbjahr mit gut 931.000 ausgeführten Pkw die chinesischen Exporteure an, gefolgt von BYD mit rund 769.000 Fahrzeugen. Gleichzeitig gewinnen chinesische Marken in Europa Marktanteile. Ihr Neuwagenabsatz stieg dort im ersten Halbjahr laut CAM um mehr als 65 Prozent, der gemeinsame Marktanteil erhöhte sich von 7 auf 11 Prozent. In Deutschland kamen chinesische Marken auf rund 6 Prozent, bei reinen Elektroautos auf etwa 10 Prozent.
Für die Auswertung hat das CAM die bis Anfang September veröffentlichten Geschäfts- und Quartalszahlen der Hersteller ausgewertet. Wegen unterschiedlicher Rechnungslegungs- und Berichtsstrukturen sind die Kennzahlen allerdings nur eingeschränkt unmittelbar vergleichbar. (SP-X)



