79 Stunden Stau: München staureichste deutsche Stadt

79 Stunden Stau: München staureichste deutsche Stadt
Verkehr am Brandenburger Tore in Berlin. © dpa

Die Verschnaufpause ist vorbei. Nach dem coronabedingten Rückgang des Verkehrs erreicht er langsam wieder Vorkrisenniveau, wie aus einer Analyse des Verkehrsdatenanbieters Inrix hervorgehrt.

So gab es in diesem Jahr in Deutschland deutlich mehr Verkehr als noch im vergangenen Jahr. Bundesweit standen die Autofahrerinnen und Autofahrer durchschnittlich 40 Stunden im Stau. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Anstieg von 14 Stunden.


Besonders unter der zunehmenden Verkehrsbelastung zu leiden hatten die Pendler in München. Sie verloren über das Jahr gerechnet 79 Stunden durch die Standzeit im Stau. In 2019, also der Zeit vor Corona, waren es indes noch 87 Stunden gewesen. Auf Platz zwei der staureichsten Städte folgt Berlin mit 65 Stunden (2019: 66 Stunden) vor Hamburg mit 47 Stunden (48.) Dahinter rangieren Potsdam (46), Pforzheim (44), Düsseldorf (43), Köln (42), Nürnberg, Dresden und Münster (jeweils 41 Stunden). Besonders starke Anstiege zum Vorkrisenniveau in Potsdam (+31 Prozent), Pforzheim (+29 Prozent) und in Dresden (32 Prozent).

Zeit im Stau kostet Geld

Die Stauzeit geht für die Pendlerinnen und Pendler aber auch ins Geld. So kostete der Zeitverlust im Stau die Autofahrenden durchschnittlich 371 Euro im Jahr, das sind 136 Euro mehr als noch im Vorjahr, so Inrix. In München belaufen sich die Staukosten pro Fahrer auf 740 Euro.

Im internationalen Vergleich der Städte nimmt sich die Stauzeit von München noch bescheiden aus. Denn in London, der weltweit staureichsten Stadt, standen die Autofahrinnen und Autofahrer in diesem Jahr 148 Stunden im Stau. Dahinter folgen Paris (140 Stunden) und Brüssel (134 Stunden). Wie aus der Analyse hervorgeht, nimmt der Verkehr in Deutschland wesentlich schneller zu als beispielsweise in Großbritannien oder den USA.

Verkehrsexperten sehen solche Rankings mit gemischten Gefühlen: Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum, findet die gängigen Stau-Rankings grundsätzlich «ein Stück weit problematisch», weil sie Besonderheiten der einzelnen Städte nicht ausreichend berücksichtigten. «Die Topographie, die Verkehrsnetzstruktur und vor allem die Pendlerverflechtungen der betrachteten Städte sind nur bedingt vergleichbar», sagt er. Dennoch lieferten die Studien gewisse Hinweise. «Es gibt kaum eine bessere Datengrundlage, um das Staugeschehen zu bewerten.» (mit dpa)

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