Wechsel auf Sommerreifen nicht hinauszögern

Wechsel auf Sommerreifen nicht hinauszögern
Der Reifenwechsel kann in einer Werkstattt erfolgen. Man sollte sich aber rechtzeitig um einen Termin bemühen. © SP-X

Die Temperaturen steigen, wenn auch langsam. Entsprechend sollte man schnell von Winter- auf Sommerreifen wechseln – und das nicht nur aus Sicherheitsgründen.

Die Temperaturen liegen in Deutschland bereits seit Tagen im klar sommerreifen-tauglichen Bereich. Dennoch sind noch immer zahlreiche Autofahrer mit Winterreifen unterwegs. Der saisonale Wechsel wird häufig aufgeschoben. Laut einer Studie der Online-Plattform Ebay Motors hat mehr als ein Viertel der Autofahrer den Termin schon einmal bis zur letzten Minute hinausgezögert, rund 30 Prozent waren sogar bereits mit nicht zur Saison passenden Reifen unterwegs.

Rechtlich ist das Fahren mit Winterreifen im Sommer zwar unproblematisch, denn anders als das Fahren mit Sommerreifen unter winterlichen Bedingungen drohen keine Bußgelder. Dennoch sollte ein Wechsel nicht länger auf sich warten. Winterreifen sind für niedrige Temperaturen ausgelegt. Ihre deshalb weichere Gummimischung führt bei Wärme zu höherem Verschleiß, zu steigenden Verbrauchswerten und zu längeren Bremswegen. Sommerreifen bieten dank härterer Mischung mehr Grip, kürzere Bremswege und erzeugen außerdem meist auch weniger Abrollgeräusche.

Zustand der Reifen vor Wechsel prüfen

Wer selbst wechselt, sollte zunächst den Zustand der Sommerreifen prüfen. Beulen oder Risse schließen eine weitere Nutzung aus. Auch die Profiltiefe ist entscheidend: Gesetzlich sind 1,6 Millimeter vorgeschrieben, Experten raten bei Sommerreifen jedoch zu mindestens 3 Millimetern. Zudem sollten Pneus nicht älter als acht Jahre sein. Das Alter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Seitenwand ablesen. Sind die Reifen verschlissen oder überaltert, sollte in neue Sommerreifen investiert werden.

Da sich Reifen an den Antriebsrädern oft schneller abnutzen, kann es genügen, nur diese zu ersetzen. Das neue Paar gehört unabhängig von der Antriebsart auf die Hinterachse, da sie maßgeblich zur Fahrstabilität beiträgt. Unterschiedliche Reifentypen zu kombinieren ist zwar meist zulässig, aber nicht empfehlenswert.

Der reine Räderwechsel lässt sich mit etwas Geschick selbst erledigen. Das Aufziehen neuer Reifen auf die Felge und das anschließende Auswuchten macht hingegen professionelle Hilfe erforderlich. Werkstätten und Reifenhändler führen diese Arbeiten durch, wobei letztere häufig ihre Stammkundschaft bevorzugen. Wer sich neue Reifen zulegt und sich diese über Online-Plattformen wie Ebay bestellt, kann dabei gleich einen Montagetermine mitbuchen. Die Reifen werden dann direkt an eine Partnerwerkstatt der Wahl geliefert, die Montage und Einbau übernimmt. Gerade bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem lohnt sich der Werkstattbesuch, da das System nach dem Wechsel häufig neu kalibriert werden muss.

Tests als Orientierungshilfe beim Kauf

Beim Kauf neuer Reifen geben Reifentest von Automobilclubs sowie das EU-Reifenlabel mit Angaben zu Effizienz, Nasshaftung und Geräuschentwicklung eine gute Orientierungshilfe. Für Elektroautos können spezielle, auf geringen Rollwiderstand optimierte Reifen die Reichweite erhöhen. Hersteller wie Pirelli versprechen für ihre Elektro-Reifen Vorteile bei Effizienz und Verschleiß. Verpflichtend sind spezielle E-Auto-Reifen jedoch nicht, entscheidend ist vor allem die ausreichende Tragfähigkeit für das oft höhere Fahrzeuggewicht.

Nach einem Reifenwechsel sollte der Luftdruck kontrolliert werden. Die passenden Werte finden sich im Tankdeckel, an der Türsäule oder in der Betriebsanleitung. Regelmäßige Kontrollen, etwa einmal im Monat, sichern optimale Fahreigenschaften und stellen sicher, dass Assistenzsysteme wie ESP zuverlässig arbeiten.

Zuladung strapaziert Reifen

Vor längeren Fahrten, etwa in den Urlaub, lohnt ein zusätzlicher Blick auf die Bereifung. Nach Angaben von Pirelli steigt die Belastung der Reifen durch zusätzliche Zuladung deutlich. Schon 100 bis 200 Kilogramm mehr Gepäck verändern die Anforderungen. Entsprechend sollte der Reifendruck an die höhere Last angepasst werden. Das Reifendruckkontrollsystem warnt meist erst bei deutlichem Druckverlust, kleinere Abweichungen bleiben oft unbemerkt. Eine manuelle Kontrolle vor Reiseantritt ist daher sinnvoll. Auch ein Check von Profil und Zustand sowie ein korrektes Auswuchten erhöhen Komfort und Sicherheit auf langen Strecken.

Wer auf Ganzjahresreifen umstellt, kann sich übrigens das nervige Wechseln zweimal im Jahr sparen. Allerdings bleibt der Reifentyp ein Kompromiss: Im Sommer erreichen sie nicht das Niveau von Sommerreifen, im Winter bieten sie weniger Reserven als spezialisierte Winterreifen. Für Wenigfahrer oder in Regionen mit milden Wintern können sie dennoch eine praktikable Lösung sein. (SP-X)

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