Hitzefalle Auto: Kinder nicht im Auto lassen

Hitzefalle Auto: Kinder nicht im Auto lassen
Ein Kind im Auto? Zur Not Scheibe eingschlagen. © Carglass

Im Sommer wird der Innenraum eines Autos schnell zu einem Backofen. Kinder und auch Tiere sollte man unter keinen Umständen im Fahrzeug zurücklassen.

Ein Auto kann im Sommer schnell zum Backofen werden. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann gefährlich werden: für Fahrer,Mitfahrer, Kinder und Haustiere, aber auch für Technik und empfindliche Gegenstände. Was hilft, was schadet und wann man eingreifen muss.

Im Auto wird es schnell gefährlich heiß

Sehr schnell – und nicht erst bei extremer Sommerhitze. Steht ein Auto in der Sonne, kann die Temperatur im Innenraum bei 28 Grad Außentemperatur schon nach zehn Minuten auf knapp 40 Grad steigen, nach 20 Minuten auf etwa 45 Grad.

Nach anderthalb Stunden hat sich der Innenraum auf fast 60 Grad aufgeheizt. Leicht geöffnete Fenster ändern daran nur wenig. Während der Fahrt hingegen kühlt der Fahrtwind; zudem hat fast jedes Auto heute eine Klimaanlage.

Spielt die Autofarbe eine Rolle?

Ja, zumindest in gewissem Umfang. Dunkle Autos heizen sich in der Sonne stärker auf als helle. Dadurch muss die Klimaanlage mehr leisten. Der Effekt ist nicht der wichtigste Faktor beim Autokauf, kann aber im Hochsommer spürbar sein. Wer im Süden einen Mietwagen nimmt, ist mit einem hellen Fahrzeug oft besser bedient als mit einem schwarzen. Letztere sind in sehr heißen Ländern generell selten zu finden – dort fährt man meist weiß.

Was sollte bei Hitze nicht im Auto bleiben?

Kinder und Tiere natürlich nie. Aber auch Gegenstände können zum Problem werden. Spraydosen wie Deo, Haarspray oder Reinigungsmittel gehören bei Hitze nicht ins Auto. Sie stehen unter Druck und können bei hohen Temperaturen bersten. Ebenfalls ungünstig sind Feuerzeuge, kohlensäurehaltige Getränke, Medikamente, Elektronik, Akkus, Powerbanks und empfindliche Karten aus Kunststoff. E-Autofahrer sollten etwa Ladekarten nicht hinter der Sonnenblende oder auf dem Armaturenbrett lagern. Dort wird es besonders heiß.

Was ist mit dem „Hundemodus“ bei E-Autos?

Ein Hundemodus kann den Innenraum eines geparkten Elektroautos klimatisieren und damit das Risiko eines Hitzschlags für ein Tier stark reduzieren. Trotzdem ist er keine Einladung, den Hund sorglos im Auto zu lassen. Die Technik kann ausfallen, die Batterie kann leerer werden, und je nach Fahrzeugmodell gibt es Einschränkungen. Wer den Hundemodus nutzt, sollte in der Nähe bleiben und jederzeit eingreifen können.

Darf ein Hund überhaupt kurz im Auto bleiben?

Bei Hitze möglichst nicht. Hunde können ihre Körpertemperatur nicht durch Schwitzen regulieren, sondern vor allem durch Hecheln. In einem aufgeheizten Fahrzeug funktioniert das immer schlechter. Schon bei moderaten Außentemperaturen kann es im Innenraum nach kurzer Zeit gefährlich heiß werden. Für Hunde drohen Hitzschlag, Kreislaufversagen und Lebensgefahr.

Kind im Auto: Was tun?

Zuerst sollte man versuchen, den Halter zu finden, etwa durch Ausrufen im Geschäft oder an der Tankstelle. Parallel oder spätestens bei erkennbarer Gefahr sollten Polizei oder Feuerwehr verständigt werden. Ist akute Lebensgefahr erkennbar, kann es nötig sein, selbst einzugreifen und eine Scheibe einzuschlagen. Dabei sollte möglichst eine Seitenscheibe gewählt werden, die weit von Kind oder Tier entfernt ist. Hände und Unterarme sollten mit Jacke, Handtuch oder Handschuhen geschützt werden. Ein spitzer Gegenstand wie Hammer oder Stein wird am besten nahe am Rand angesetzt, raten die Autoglas-Spezialisten von Carglass. Danach müssen Scherben am Fensterrahmen entfernt werden, bevor man ins Fahrzeug greift.

Wie verhindert man, dass sich Auto stark aufheizt?

Am besten gar nicht erst in der prallen Sonne parken. Eine Garage oder ein Schattenplatz sind ideal. Wo das nicht möglich ist, helfen Sonnenschutzmatten an der Frontscheibe, Rollos oder Blenden an den hinteren Seitenscheiben und ein Tuch über Lenkrad, Sitzen oder Kindersitz. Gerade dunkle Oberflächen und Kunststoffteile können sehr heiß werden.

Wie kühlt man Innenraum herunter?

Zunächst sollte die heiße Luft raus. Also Türen öffnen, kurz lüften und am Anfang gern mit geöffneten Fenstern losfahren. Danach kann die Klimaanlage auf niedrige Temperatur und Umluft gestellt werden, um den Innenraum schnell abzukühlen. Diese Einstellung ist aber nur für die ersten Minuten sinnvoll. Sobald die Temperatur erträglich ist, sollte wieder Frischluft zugeschaltet und die Luft nicht direkt auf Gesicht oder Oberkörper gerichtet werden.

Welche Temperatur ist für die Klimaanlage sinnvoll?

Bei Außentemperaturen um 30 Grad reicht im Auto meist ein Wert in den unteren bis mittleren 20er-Graden. Zu große Temperaturunterschiede sind auf Dauer unangenehm und erschweren das Akklimatisieren beim Aussteigen. Außerdem muss die Klimaanlage dann besonders viel leisten, was bei Verbrennern den Kraftstoffverbrauch erhöht und auch bei E-Autos Strom kostet.

Steigert die Klimaanlage den Verbrauch deutlich?

Ja, aber je nach Fahrzeug und Situation unterschiedlich. Bei Verbrennern kann die Klimaanlage den Kraftstoffverbrauch spürbar erhöhen. Auch E-Autos verbrauchen Strom zum Kühlen. Allerdings ist der Reichweitenverlust im Sommer in der Regel deutlich geringer als der Mehrverbrauch durch Heizen im Winter.

Mit E-Auto im Sommerstau: Angst um Batterie?

In der Regel nicht. In einem ADAC-Test hielt ein Tesla Model Y bei 35 Grad und simuliertem Sonnentag den Innenraum über acht Stunden unter 25 Grad. Der Stromverbrauch lag bei rund 12 kWh, also etwa 1,5 kWh pro Stunde. Das entspricht ungefähr acht Kilometern Reichweite pro Stunde. Eine gewisse Reserve sollte man trotzdem immer einplanen, vor allem vor langen Autobahnfahrten in der Ferienzeit.

Sind Flip-Flops beim Autofahren erlaubt?

Verboten sind sie nicht. Empfehlenswert sind sie trotzdem nicht. Mit Flip-Flops, Sandalen ohne festen Halt oder barfuß rutscht man leichter vom Pedal. Im Ernstfall kann das Bremsen erschwert werden. Wer längere Strecken fährt, sollte deshalb lieber Schuhe mit fester Sohle tragen.

Darf man mit freiem Oberkörper fahren?

Auch das ist nicht grundsätzlich verboten. Sicher ist es aber nicht. Der Gurt sollte eng am Körper anliegen. Bei nackter Haut kann es bei einem Unfall durch den Gurt zu schmerzhaften Reibungsverletzungen kommen. (SP-X)

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