Skoda ist erneut Deutschlands erfolgreichster Importeur. Hinter Marktführer VW stehen die Tschechen im Markenranking nur noch hinter Mercedes und BMW. 2025 war für die Marke ein Rekordjahr.
Jan-Hendrik Hülsmann verabschiedet sich als Deutschlandchef von Skoda mit einem Rekordergebnis. Als der Manager vor drei Jahren das Amt antrat, lag die Marke bei einem Marktanteil von 5,6 Prozent. Jetzt, einen Monat vor Abschluss des Jahres, sind es bei 208.521 Neuzulassungen 8,0 Prozent. Es sind beides Bestmarken: die bisherige Rekordmarke bei den Neuzulassungen lag 2019 bei 208.171 Fahrzeugen, damals allerdings bei einem Gesamtmarkt von 3,6 Millionen, dieses Jahr dürften es wohl 2,8 Millionen werden. Es ist eine Erfolgsgeschichte, die mit dazu führt, dass Hülsmann im VW-Konzern die nächste Karriereleiter erklimmt. Ab dem kommenden Jahr wird er von Wolfsburg aus den europäischen Vertrieb der Kernmarke VW verantworten.
Vor dem Hintergrund der Zulassungszahlen kann Hülsmann konstatieren, das Skoda längst keine Nischenmarke mehr ist, sondern zu den Volumenmarken gehört. „Skoda ist im Markt etabliert und auf den Straßen sichtbar“, sagte Hülsmann und verweist auf einen Fahrzeugbestand von 2,75 Millionen. .„Dass sich bis Ende des Jahres an dem Marktanteil von derzeit 8 Prozent noch etwas ändert, davon ist nicht auszugehen, sagt der Deutschlandchef. „Wir erwarteten, dass auch nach dem Dezember eine 8 vor dem Komma steht.“ Die guten Auftragseingänge stimmen ihn zuversichtlich.
Skoda im Markenranking Vierter
Mit den nun vorgelegten Zahlen ist Skoda nicht nur der erfolgreichste Importeur in Deutschland (zum 17. Mal in Folge übrigens), sondern hat im Markenranking auch seinen vierten Platz gefestigt. Dort steht VW mit einem Marktanteil von 19,8 Prozent an der Spitze. Dahinter folgen mit Mercedes (9,2 Prozent), BMW (8,8 Prozent) zwei Premiummarken – und dann kommt schon Skoda. Mit dieser Positionierung ist Hülsmann merklich zufrieden, der am gestrigen Dienstag am Deutschlandsitz in Weiterstadt den Staffelstab beim Jahresabschlussgespräch an Frank Barwasser weiterreichte.
Barwasser wird die Geschäfte ab dem 1. Januar kommenden Jahres übernehmen. Hülsmanns Nachfolger wird ein Unternehmen übernehmen, dessen Weichen auf weiteres Wachstum gestellt sind. Die Modellpalette ist neu und wird im kommenden Jahr zudem mit dem Epiq und einem intern als „Space BEV“ bezeichneten Siebensitzer zwei weitere Elektromodelle bekommen. Der Epip, ein kleines, kompaktes SUV, wird das Portfolio der beiden E-Modelle Elroq und Enyaq nach unten abrunden. Wenn der Epip im Herbst kommenden Jahres auf den Markt kommt, wird sein Preis im Bereich von 26.000 Euro liegen. Damit liegt er auf einer Ebene mit dem vergleichbaren Verbrennermodell Kamiq.
Die Strategie einer Preisparität zwischen Verbrenner und Elektroauto hatte bereits beim Elroq (dessen Pendant ist der Karoq) Erfolg. Darauf setzen die Tschechen auch beim Epiq. Er wird die E-Mobilität einer noch breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich machen, ist Hülsmann überzeugt. Wie erfolgreich Skoda mit der Strategie der Preisparität ist, zeigt der Elroq, der im Oktober das zulassungsstärkste E-Modell auf dem deutschen Markt war.
Preisparität als Erfolgsmodell
Die E-Mobilität hat sich für Skoda mittlerweile zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Für den Enyaq weisen die Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes nach elf Monaten des Jahres 23.384 Neuzulassungen auf, für den Elroq sind es 22.531 – und das obwohl er erst ab Frühsommer voll verfügbar war. Während die Steckerahrzeuge (inklusive PHEV) auf einen Zulassungsanteil von 28 Prozent kommen, sind es bei den rein batterie-elektrischen Fahrzeugen mehr als 20 Prozent.
Und wie schauen die Erwartungen für das kommende Jahr aus? Hülsmann zeigt sich zuversichtlich, dass man aufgrund der kommenden Elektro-Autoförderung und beiden neuen Modelle, „natürlich abhängig von der Marktentwicklung“ (Hülsmann), im nächsten Jahr auf einen Anteil bei den batterie-elektrischen Fahrzeugen von 30 Prozent kommen wird. Mit Stand November würden die Steckerfahrzeuge bereits fast ein Drittel des Absatzes ausmachen. Hinter VW Pkw (94.599 Einheiten) ist Skoda mit 45.915 zugelassenen Elroqs und Enyaqs die zweiterfolgreichste BEV-Marke in Deutschland. Damit kommt man auf einen Marktanteil von 9,4 Prozent – und das ohne Kaufprämie.
E-Mobilität nimmt Fahrt auf
Mit der neu aufgelegten neuen E-Prämie – deren Ausgestaltung noch nicht exakt feststeht – wird die Nachfrage weiter steigen, ist der Deutschlandchef überzeugt. Doch bereits jetzt nimmt „die E-Mobilität Fahrt auf“. Dennoch zeigt Hülsmann Verständnis für die Bestrebung der Bundesregierung, das für 2035 geplante strikte Verbrenner-Aus in der EU aufzuweichen. Man dürfe mit Blick auf die Entwicklung der E-Mobilität beispielsweise nicht nur auf Deutschland oder Frankreich schauen, sondern auch auf südeuropäische Länder, wo sie kaum eine Rolle spielt.
Skoda jedenfalls fahre mit seiner Strategie gut, seinen Kundinnen und Kunden ein breites Antriebsportfolio anzubieten. Zukünftig wird deshalb auch der Plug-in-Hybrid – derzeit gibt es ihn für den Superb und Kodiaq – weiter eine wichtige Rolle spielen, so Hülsmann.

