Fehlende Teile: Skoda schränkt Produktion des Enyaq ein

Krieg in der Ukraine

Fehlende Teile: Skoda schränkt Produktion des Enyaq ein
Der Skoda Enyaq iV. © Skoda

Die VW-Tochter Skoda spürt erste Auswirkungen durch den Krieg in der Ukraine. So bekomme man nicht mehr ausreichend Teile von Zulieferern in der Ukraine.

Man kämpfe mit einem „kritischen Mangel“ an Teilelieferungen von mehreren Zulieferern in der Ukraine, teilte das Unternehmen am Dienstag in Mlada Boleslav mit.


Betroffen seien mehrere Modelle des Autobauers. Man sei gezwungen gewesen, mit Beginn dieser Woche die Herstellung des Elektroautos Skoda Enyaq iV einzuschränken. Skoda arbeite intensiv daran, nach alternativen Lieferquellen zu suchen.

Skoda unterstützt ukrainische Mitarbeiter

Nach eigenen Angaben beschäftigt Skoda in Tschechien mehr als 600 ukrainische Mitarbeiter. Der Konzern will sie und ihre Familien in dieser Notsituation unterstützen. Konkrete Hilfe werde bei der Beantragung von Visa sowie bei Unterbringung, Gesundheitsversorgung und Integration angeboten. Zudem spende Skoda umgerechnet knapp eine halbe Million Euro an tschechische Hilfsorganisationen und Kommunen für die Flüchtlingshilfe.

In Solomonowo in der westlichen Ukraine stellt der unabhängige Skoda-Partner Eurocar die Modelle Superb, Kodiaq, Karoq und Fabia Combi für den ukrainischen Markt her. Dort ist die Fertigung derzeit eingestellt. „Ein Rückgang des Verkaufs in der Ukraine und in Russland ist im Hinblick auf die aktuelle Entwicklung zu erwarten“, hieß es aus der tschechischen Zentrale. Russland sei im vorigen Jahr mit 90 400 ausgelieferten Fahrzeugen der Marke Skoda das zweitwichtigste Absatzland weltweit gewesen.

Skoda unterstützt Hilfsorganisationen

Skoda-Chef Thomas hinter dem Steuer des Enyaq iV. Foto: Markus Altmann

Skoda-Chef Thomas Schäfer zeigte sich am Dienstag auf Linkedin tief bestürzt von dem Krieg in der Ukraine. Man hoffe auf eine rasche „Einstellung der Feindseligkeiten und eine rasche Rückkehr zur Diplomatie nach internationalem Recht“, schrieb der Skoda-Chef.

Zugleich kündigte Skoda spezielle Hilfs- und Unterstützungsmaßnahmen an- So wird Skoda nicht nur zehn Millionen tschechische Kronen (40.000 Euro) an die tschechische Organisation People in Need zu spenden. Zugleich sagte man seinen ukrainischen Angestellten Hilfe zu, ein sicheres Leben für ihre Familien in Tschechien aufzubauen. Dazu gehören u.a. auch Hilfen bei der Visumsbeantragung, der Integration und der Arbeitsbeschaffung.

Daneben kündigte Schäfer an, dass man über seine Logistiksparte gespendete Artikel transportiert und tschechischen Hilfsorganisationen Fahrzeuge zur Verfügung stellt, um sie bei ihrer humanitären Arbeit zu unterstützen. (mit dpa)

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