Skoda Peaq: Auf zu neuer Größe

Skoda Peaq: Auf zu neuer Größe
Der Skoda Peaq setzt auf eine Preisparität mit dem Kodiaq. © Skoda

Skoda verdoppelt in diesem Jahr sein Angebot an Elektroautos um zwei weitere Modelle. Erst kommt im Sommer der Einstiegsstromer Epiq, ab Herbst folgt das neue Flaggschiff Peaq.

Es war im Jahr 2022. Damals stellte Skoda den Vision 7S vor. Es war ein Concept-Car, das den Ausblick auf das neue Flaggschiff der Marke geben sollte. Der Name war dabei Programm: es sollte ein Siebensitzer werden. Jetzt, vier Jahre später, hat der tschechische Autobauer Journalisten an den Comer See zur Villa Erba geladen, um das neue Flaggschiff der Marke erstmals zu fahren. Noch ist der Skoda Peaq, so der offizielle Modellname, getarnt. Weit entfernt von der Serienreife ist das Fahrzeug damit aber nicht. Im Herbst soll es auf den Markt kommen.

Allein der Name Peaq zeugt vom Selbstbewusstsein der Tschechen, die mittlerweile als Perle der Markengruppe Core gilt. Von Jahr zu Jahr eilt Skoda von Erfolg zu Erfolg. Der Peaq soll seinen Teil dazu beitragen, dass das so bleibt. Mit seiner Länge von 4,87 Meter ist der Peaq ein Statement: in der Länge wird er nur noch vom Superb Combi (4,90 Meter) überboten, ansonsten ist er um 11,6 Zentimeter länger als der Kodiaq. Das SUV-Flaggschiff der Marke wird übrigens auch als Siebensitzer angeboten – und für diese Variante entscheiden sich mehr als 40 Prozent der Kundinnen und Kunden. Gute Aussichten also, um mit dem Peaq insbesondere junge Familien als Käufer zu gewinnen. Ein vergleichbares Modell wie den Peaq gibt es sonst nirgends im VW-Reich.

Verdoppelung des E-Angebots

Der Skoda Peaq hat fast einen Radstand von drei Metern. Foto: Skoda

Als neues Flaggschiff der Marke spielt der Peaq für die Tschechen eine wichtige strategische Rolle, wie Vertriebsvorstand Martin Jahn sagt. Er trägt mit dazu bei, dass Portfolio der batterie-elektrischen Fahrzeuge in diesem Jahr zu verdoppeln. Neben dem Elroq und Enyaq bringt Skoda im Sommer erst den Epiq als neuen Einstiegsstromer der Marke, ehe im Herbst der Peaq folgt. Bei ihm setzt Skoda auf das gleiche Erfolgsrezept der Preisparität wie beim Elroq: das Flaggschiff soll zum gleichen Preis wie ein vergleichbarer Kodiaq angeboten werden. Entsprechend ist ein Preis um die 50.000 Euro zu erwarten, die Allradversion dürfte zwischen 55.000 Euro und 60.000 Euro liegen.

“Der Peaq vereint Geräumigkeit, Komfort, Technologie und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis – genau das, was unsere Kunden von uns erwarten“, sagt Jahn. Und mit dem Peaq hat Skoda nicht nur Familien im Blick, sondern auch den Flottenmarkt. „Skoda spielt bereits im Flottenmarkt eine wichtige Rolle, doch nun brauchen wir auch im BEV-Bereich ein Fahrzeug, welches eine Alternative zu Superb und Kodiaq bietet. Mit dem Peaq haben wir jetzt genau ein solches Fahrzeug.“ Jahn misst dem Peaq dann auch eine große Relevanz als Management-Fahrzeug zu. „Es sind Kunden, die ein großes Auto mit viel Prestige haben wollen und es auch in der Freizeit mit der Familie nutzen“, fügt der Vertriebschef hinzu.

Ansprechendes Design

Von außen wartet der Peaq mit dem gleichen Modern Solid-Design auf, wie die anderen neuen Modelle der VW-Tochter, wie man an einem nicht getarnten Modell sehen kann. Dazu gehört u.a. die Front mit dem beleuchteten, glänzend schwarzen Tech-Deck-Face und der LED-Hintergrundbeleuchtung. Das steht dem neuen Flaggschiff gut zu Gesicht.

Der Peaq von Skoda verfügt über einen Frunk. Foto: Skoda

Innen wartet der Neue mit einigen Nettigkeiten auf. Dazu gehören beispielsweise die Relax-Sitze für den Beifahrer mit Massagefunktion, die sich komplett umlegen lassen und so ein Hauch von Lounge-Atmosphäre vermitteln. Ein nettes Feature ist ein in der Box der Mittelarmlehne verstautes Tischchen. Klappt man es über den Getränkehalter aus, entsteht eine Ablagefläche beispielsweise für den Computer, Getränke oder das Picknick. Simply Clever halt. Gleiches trifft auf den Frunk (37 Liter) zu: hier lässt sich nicht nur das Ladekabel verstauen, sondern hier findet sich auch Platz für die Kofferraumabdeckung. In der fünfsitzigen Konfiguration öffnet sich ein Kofferraum mit bis zu 1.010 Litern.

Großes Panoramaglasdach verbaut

Für Wohlfühlatmosphäre im Innenraum sorgt ein Panoramaglasdach mit einer Größe von 2,1 Quadratmetern. So groß wie im Peaq war bisher kein Glasdach in einem Skoda. Das Glasdach ist übrigens in neun Segmente unterteilt, die sich individuell dimmen lassen. Kommen wir zur dritten Sitzreihe im Peaq: Die lässt sich selbst für Großgewachsene nutzen, auch wenn man hier nicht über Stunden sitzen mag. Für kürzere Strecken funktioniert es aber recht gut, auch weil sich die Füße unter den Sitz des Vordermannes schieben lassen. Erfreulicherweise setzt Skoda im Peaq weiter auf physische Tasten an der Mittelkonsole für Klimatisierung und Gebläse.

Die Fahrerin oder der Fahrer schauen während der Fahrt auf ein 10 Zoll großes Fahrerdisplay und einen 13,6 Zoll großen Touchscreen. Optional ist auch ein Head-up-Display im Angebot. Unterhalb der Mittelkonsole findet sich eine kabellose Ladefunktion (Qi.2-Standard) mit einer Ladeleistung von bis zu 25 W. Der Clou daran: das Smartphone überhitzt während des Ladens nicht

Zwei Batteriegrößen im Angebot

Angeboten wird der Peaq mit zwei Batteriegrößen (63 kW/91 kW), wobei der größere Akku für eine Reichweite von mehr als 600 Kilometern erlaubt. Die Leistungsspanne der beiden E-Varianten liegen bei 204 PS bis 299 PS. Ist der Akku leer, lässt er sich in 28 Minuten von 10 auf 80 Prozent mit großem Akku aufladen. Die kleinere 60er-Batterie benötigt dafür eine Minute weniger. Der Sprint von 0 auf 100 km/h erfolgt bei der Allradvariante in 6,7 Sekunden, bei den kleineren Akkus sind es 7,1 Sekunden bzw. 8,6 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h bzw. 180 km/h.

Der Skoda Peaq ist das neue Flaggschiff der Tschechen. Foto: Skoda

Unterwegs mit dem Peaq glänzt das Fahrwerk dank dem optionalen DCC (Dynamic Chassis Control) mit seinem Komfort, da es Dämpfer- und Federungscharakteristik den entsprechenden Straßenverhältnisse in Millisekunden anpasst. In flotter gefahrenen Kurven wird es straffer, wird die Beschaffenheit des Asphalts schlechter, wird es weicher. So ausgestattet, kommt man entspannt ans Ziel. Wenn es denn etwas gibt, was etwas stört, dann sind es die Bremsen. Ihr Druckpunkt ist schlicht zu weich. Aber Skoda hat das erkannt und verspricht Abhilfe.

Und der Verbrauch? Der lag bei den Testfahrten bei 17,7 kWh/100 km. Das ist angesichts des Fahrprofils und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 50 km/h doch etwas hoch. Aber noch ist ja noch etwas Zeit, hier Modifikationen vorzunehmen. Denn mit einem cW-Wert von 0,25 wurde der Peaq bei der Aerodynamik auf Effizienz getrimmt. Doch der Verbrauchswert ändert wie auch die Bremsen nichts daran, dass der Peaq ein stimmiges Gesamtpaket bietet und sich für die Tschechen zu einem weiteren Erfolgsmodell entwickeln dürfte.

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