Skoda Fabia 130: Hot Hatch zum Jubiläum

Skoda Fabia 130: Hot Hatch zum Jubiläum
Das Sondermodell 130 des Skoda Fabia hat 177 PS. © Skoda

Skoda beschenkt sich selbst. Zum Firmenjubiläum legt die VW-Tochter ein Sondermodell des Kleinwagens Fabia auf. Und der wartet mit einer besonders starken Leistung auf.

Bezahlbar, praktisch, vernünftig – in der Kleinwagenklasse ist der Fabia seit einem Vierteljahrhundert das Ticket in die Skoda-Welt. Über die Jahre wurde aus dem biederen Einstiegsmodell eine tragende Säule der Palette, mehr als fünf Millionen Exemplare seit 1999 machen ihn zu einem der erfolgreichsten Modelle der Marke.

Nun krönt Skoda diese Erfolgsgeschichte und macht sich mit einem Fabia Sondermodell zum Abschluss des Jubiläumsjahres gewissermaßen selbst ein Geschenk. Die 130 im Namen verweist dabei auf 130 Jahre Unternehmensgeschichte und auf die maximale Motorleistung von 130 kW/177 PS. So versteht sich der leistungsstärkste Fabia als Hot Hatch mit Alltagstauglichkeit, der die Flanke zwischen Vernunftfahrzeug und den früheren RS-Modellen schließt – das allerdings zu einem nicht minder sportlichen Preis ab 35.530 Euro.

Fabia Basis für Rallye-Fahrzeuge

Dass der Fabia als Basis für einen sportlichen Ableger taugt, hat er im Motorsport längst bewiesen. Seit 2003 bildet er die Basis für Rallye-Fahrzeuge unterschiedlichster Klassen, die auf Prüfungen rund um den Globus zu Seriensiegern reiften. Mit inzwischen fast 700 ausgelieferten Kundensport-Fabias avancierte der kleine Tscheche zum erfolgreichsten Rallye-Fahrzeug seiner Klasse, garniert mit zahlreichen Titeln in WRC und nationalen Meisterschaften. Die RS-Modelle der ersten und zweiten Generation sowie die limitierte Edition R5 markieren die dynamische Wegpunkte, an die der Fabia 130 nun ohne RS-Signet anknüpft.

Serienmäßig blickt der Fahrer im Skoda Fabia auf ein 10‑Zoll‑Cockpit. Foto: Skoda

Der aus dem Fabia Monte Carlo bekannte Benziner wurde für den 130er im Detail technisch aufgerüstet. Die tschechischen Antriebsspezialisten haben sich im VW-Konzern weltweit auf die Suche gemacht und besonders hitzeresistente und widerstandsfähige Komponenten für diesen Motor identifiziert, um die Mehrleistung standfest bereitzustellen – darunter modifizierte Ansaugkrümmer, Schwingungsdämpfer und Kipphebel. So steigt die Spitzenleistung um 20 kW auf 130 kW, während das maximale Drehmoment von 250 Nm über ein breiteres Drehzahlband zur Verfügung steht.

Spitze bei 228 PS

Auf der Straße bedeutet das: Aus niedrigen Drehzahlen schiebt der Fabia spontan an, ab gut 3500 Touren wird der Ton kerniger und der Vortrieb spürbar nachdrücklicher. Dabei dreht der Vierzylinder willig Richtung 6.000 U/min und sorgt für eine Höchstgeschwindigkeit von 228 km/h – schneller war ein Serien-Fabia noch nie.

Einen großen Anteil am quirligen Fahrcharakter hat das ebenfalls nachgeschärfte 7 Gang DSG. Im Sportmodus setzt es höhere Schaltpunkte, reagiert bereitwillig auf Kickdown und untermalt Rückschaltungen mit stabilisierendem Zwischengas. Zusätzlich wurde die Bremslogik modifiziert, damit der Fabia 130 aus Kurven heraus schneller wieder anschiebt – ein Detail, das auf verwinkelten Landstraßen spürbar zur Agilität beiträgt.

Gut passen dazu das um 15 Millimeter tiefergelegte Sportfahrwerk und 18 Zoll Räder, die mehr Präzision und weniger Wankbewegung bringen, ohne den Kleinwagen unnachgiebig hart zu machen. Keine Frage: Die Balance zwischen Alltag und wohldosierter Ambition ist den Tschechen gelungen.

Monte Carlo setzt Akzente

Optisch spielt der Fabia 130 seine Motorsport-Anleihen eher dezent aus. Auf Basis der Ausstattungsvariante Monte Carlo trägt er glänzend schwarze Akzente an Frontspoiler, Heckflügel und Diffusor, dazu ein schwarzes Dach und dunkle Dachsäulen. Unter dem Heckabschluss blitzt ein Auspuff mit Doppelendrohr hervor, der den sportlichen Anspruch akustisch und optisch unterstreicht. Spezielle „130 Edition“-Embleme an den vorderen Kotflügeln und am Heck verweisen auf Jubiläum und Leistungsstufe, die Bi LED-Scheinwerfer besitzen schwarze Gehäuse, die der Front einen konzentrierteren Blick verleihen.

Diese Linie setzt sich auch im Innenraum fort. Die Sportsitze mit festen Seitenwangen halten Fahrer und Beifahrer auch bei höherem Kurventempo zuverlässig in Position und bieten genügend Polsterung für lange Strecken. Das Dreispeichen-Sportlenkrad liegt gut in der Hand, Edelstahlpedale und spezielle Einstiegsleisten aus schwarzem Aluminium setzen passende Akzente, während silberne Dekorelemente am Armaturenbrett die sportliche Note optisch auflockern.

Digitalisierung ist in die Jahre gekommen

Der Skoda Fabia basiert auf der Variante Monte Carlo. Foto: Skoda

Die Digitalisierung wirkt bereits etwas in die Jahre gekommen, entspricht aber dem Stand der Baureihe. Serienmäßig blickt der Fahrer auf ein 10 Zoll Cockpit, das je nach Fahrmodus unterschiedliche Layouts anbietet, und bedient das Infotainment über einen 8 Zoll Touchscreen. In der Kleinwagenklasse wirkt die Kombination gerade noch zeitgemäß: 2Menüstruktur und Grafik sind solide und funktional, auch wenn einige Konkurrenten etwas mehr Bildschirmfläche oder ausgefallenere Visualisierungen bieten.

Der Jubiläums-Fabia trägt die Erfolge aus dem Rallyeeinsatz dezent auf die Straße. So ist der 130 eine Alternative zu Polo GTI oder i20 N mit einer ausgewogenen Mischung aus Fahrspaß und Nutzwert, die aus dem braven Skoda den frechsten Kleinwagen der Palette macht – kein deftiges RS-Statement also, vielmehr ein freundlicher Gruß aus der Sportabteilung. (SP-X)

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