Skoda bietet mit dem Epiq sein bislang günstigstes Elektromodell an. Die Kunden haben darauf gewartet, wie die Bestelleingänge zeigen. Was der Epiq zu bieten hat, zeigt unser Fahrbericht.
Wenn es Automarken mit einem Momentum gibt, dann gehört Skoda ohne Zweifel dazu. Die VW-Tochter ist längst zu einem Vorbild im Mehrmarkenkonzern VW geworden. Schaut man sich allein die Halbjahreszahlen beim Absatz an, dann setzten die Tschechen 555.700 Fahrzeuge ab. Das ist ein Zuwachs von 9,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
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amit war Skoda hinter der Kernmarke VW die zweitmeistverkaufte Marke in Europa. In Deutschland, dem wichtigsten Markt der Marke, lag der Zuwachs mit120.400 ausgelieferten Fahrzeugen bei einem neuen Rekordwert und einem Anstieg von 19,6 Prozent im Vergleich zum Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Starke Nachfrage nach E-Modellen
Getrieben wird die Nachfrage nach den Modellen der Tschechen dabei insbesondere von den batterie-elektrischen Fahrzeugen Enyaq und Elroq. Dessen Auslieferungen stiegen in den ersten sechs Monaten des Jahres um über 48 Prozent auf 108.200 Fahrzeuge. In Deutschland war der Elroq auch im August das meistverkaufte Elektromodell mit 3038 Fahrzeugen vor dem VW ID.3 (1467) und dem Enyaq (2140).
Dass sich dieser Aufwärtstrend von Skoda fortsetzt, dafür dürften auch die beiden neuen Elektromodelle Epiq und Peaq sorgen, mit denen der Hersteller sein Angebot an rein batterie-elektrischen Fahrzeugen verdoppelt. Die Kundschaft von Skoda dürfte auf solche Autos gewartet haben, insbesondere auf das City-SUV Epiq. Bereits vor dem offiziellen Start bei den Händlern am 26. September lagen für den Skoda Epiq (ab 25.900 Euro) über 35.000 Bestellungen vor. Der Epiq ist das Modell, das den Absatz der Marke weiter befördern wird. In einem vollen Jahr wartet Skoda-Chef Klaus Zellmer mehr als 100.000 Einheiten. Global gesehen soll der Epiq das erfolgreichste E-Modell der Tschechen werden, sich noch vor dem Bestseller Elroq platzieren.
Drei Leistungs- und zwei Batteriestufen
Damit das gelingt, hat Skoda seinen neuen Einstiegsstromer nicht nur attraktiv eingepreist, sondern bietet ihn auch mit drei Leistufen (115, 135 und 211 PS) und zwei Batteriegrößen (37,5 kWh bzw. 51,5 kWh/netto). Mit ihnen sind je nach Ausstattung Reichweiten von 310 bis zu 440 Kilometern möglich. Dabei handelt es sich im Epiq 35 und Epiq 40 um einen LFP-Akku, im Epiq 55 kommt eine NMC-Batterie zum Einsatz. Geladen werden kann dabei mit einer maximalen DC-Ladeleistung von bis zu 105 kW. Es ist eine Ladeleistung, die auf den ersten Blick höher sein könnte für ein neues Modell. Doch auf diese Kritik reagiert Skoda gelassen.
Hier verweisen die Produktverantwortlichen nicht nur auf die Fahrzeugklasse und sein originäres Einsatzgebiet, sondern auch auf die Konkurrenz wie beispielsweise beim Kia EV2 (118 kW), dem Renault 4 (100 kW) oder dem Fiat Grande Panda (100 kW). Mit 105 kW liegt man also mitten im Wettbewerbsumfeld. Diese Ladeleistung reicht aus, die große Batterie von 10 auf 80 Prozent in 24 Minuten zu laden. Dass eine höhere Leistung an der Säule für die Kundinnen und Kunden eines City-SUV wie dem Epiq gar nicht so wichtig ist, versuchen die Verantwortlichen mit den Ergebnissen einer Umfrage zu belegen. Danach würden rund 80 Prozent ihren Stromer zu Hause an einem AC-Lader mit Energie versorgen. An einer Wallbox lässt er sich serienmäßig übrigens mit bis zu 11 kW aufladen.
Spitze liegt bei 160 km/h
Abseits einer (möglichst) linearen Ladekurve hinterlässt der Epiq 55 (Ab 32.100 Euro) einen ausgesprochen guten Eindruck. Seine Leistung von 211 PS ist für ein Fahrzeug mit einem Gewicht von 1,5 bis 1,6 Tonnen mehr als ausreichend. Dank eines maximalen Drehmoments von 290 Nm (kleinere Motorisierungen 267 Nm) ist für einen kraftvollen Antritt gesorgt. Der Frontantrieb des Epiq bringt die Kraft dabei auch beim vehementen Tritt aufs Pedal ohne Murren und Einsatz der Assistenten auf die Straße.
Beim Fahrverhalten zeigt sich das 4,17 Meter lange SUV (Breite 1,79 Meter, Höhe 1.58 Meter) ausgewogen. Das Fahrwerk ist dabei vor allem mit Blick auf ein komfortables Fortkommen abgestimmt; es ist aber ausreichend straff, um sich mit dem Epiq mit seinem Radstand von 2,60 Meter auch einmal flotter durch Kurven bewegen zu können. Das macht er wirklich gut, zeigt so gute wie keine Wankbewegungen. Dazu passt eine Lenkung, die direkt abgestimmt ist, eine gute Rückmeldung zur Straße vermittelt.
Die Höchstgeschwindigkeit wird übrigens bei 160 km/h erreicht. Das reicht mehr als aus. Bei der Fahrt auf der Autobahn zeigt sich der Epiq übrigens als laufruhiges und gut gedämmtes Fahrzeug – die Innenraumgeräusche bleiben angenehm leise. Und der Verbrauch? Der liegt bei unserer getesteten Variante je nach Ausstattung zwischen einem WLTP-Wert von 13,7 bis 14,1 kWh/100 km. Bei unseren Testfahrten zeigte der Bordcomputer mit hohem Autobahnanteil einen Verbrauch von 13,4 kWh/100 km an. Das der Epiq sich so effizient zeigt, liegt auch an vielen aerodynamischen Maßnahmen, die zu einem cW-Wert von 0,275 geführt haben.
Viel Platz im Innenraum
Der Innenraum hinterlässt mit seiner Verarbeitungsqualität und den verwendeten Materialien einen guten Eindruck. Die Sitze sind ausreichend stark konturiert, bieten einen guten Seitenhalt. Die Bedienung des Cockpit samt des 13 Zoll großen Touchscreens ist intuitiv, wichtige Funktionen sind schnell zu finden und leicht zu bedienen. Dazu tragen auch die Tasten auf dem Lenkrad bei. Mit ihnen lassen sich beispielsweise der adaptive Geschwindigkeitsassistent oder auch die Lautstärke oder Senderwahl bedienen. Unter dem Touchscreen sind Tasten für die Klimaanlage angebracht.
Fahrer und Beifahrer brauchen sich übrigens über zu wenig Platz nicht beklagen. Sie sitzen gut; und auch im Fond können zwei normalgroße Erwachsene ebenso komfortabel sitzen. Der Kofferraum bietet übrigens ein Volumen von sehr guten 475 Liter und im Frunk lassen sich nochmals 25 Liter unterbringen. Doch der ist leider nicht Serie, sondern Bestandteil eines Pakets.
Mit dem Epiq bietet Skoda einen überzeugenden Einstieg in die Elektromobilität. Der Stromer ist kompakt, effizient, ausreichend flott und bietet überraschend viel Platz. So ausgestattet bringt der Epiq alles mit, um dem in der Zulassungsstatistik führendem Elroq den Rang des Bestsellers streitig zu machen.


