Cupra hat bereits den Raval präsentiert, VW den ID. Polo. Nun folgt Skoda mit dem Epiq. Er ist das neue Einstiegsmodell des tschechischen Autobauers.
Wenn ein Hersteller ein neues Modell vorstellt, ist es immer etwas Besonderes. Die Verantwortlichen überschlagen sich in Superlativen, sprechen von einem besonders wichtigen, wenn nicht sogar dem wichtigsten Modell der Marke in den zurückliegenden Jahren. Ähnlich verhält es sich mit dem Skoda Epiq, der an diesem Dienstag in Zürich seine Weltpremiere feierte: das 4,17 Meter lange SUV ist der neue Einstiegsstromer der Marke.
Mit einem Preis von 25.900 Euro soll der Epiq die Elektromobilität einer breiteren Bevölkerungsgruppe ermöglichen. So sagen es übrigens auch die Verantwortlichen der Schwestermarken von Cupra und VW mit Blick auf Raval und ID. Polo, die in den zurückliegenden Wochen präsentiert wurden.
Anteil der E-Modelle wird verdoppelt
Nun kommt also der Epiq, der für Skoda einen Eckpfeiler seiner Elektrostrategie darstellt. Er ist nach Enyaq und Elroq das dritte reine Elektromodell der Marke, ehe in diesem Jahr der Peaq folgen wird, ein SUV mit sieben Sitzen. Damit hat die VW-Tochter innerhalb dieses Jahres sein Elektroportfolio verdoppelt – und zugleich den Weg für weiteres Wachstum gelegt. Denn der Epiq soll sich noch besser verkaufen als der Elroq, für den sich im zurückliegenden Jahr fast 100.000 Kundinnen und Kunden entschieden. Der Epiq soll noch erfolgreicher sein. „Der Epiq muss den Elroq beim Absatz überbieten, weil er in einem anderem Preissegment unterwegs ist“, sagte Skoda-Chef Klaus Zellmer.
Dass das gelingt, dürfte als sicher gelten, denn das Gesamtpaket ist stimmig. Die Tschechen bieten ihn – wie die anderen Modelle der sogenannten „Electric Urban Car Familie“ – mit zwei Batteriegrößen an: Er ist mit Batteriegrößen von 37,5 kW (netto) und 51,5 kW (netto) zu bestellen. Die Reichweiten liegen dabei bei 315 Kilometer bzw. 440 Kilometer. Die Kunden können zwischen den Leistungsstufen 115 PS (Epiq 35), 135 PS (Epiq 40) und 211 PS (Epiq 55) wählen. Die Ladeleistung liegt bei 50 kW, 90 kW und 105 kW. Bestellbar ist ab sofort indes erst der Epiq Essence mit großer Batterie zu einem Preis von 32.100 Euro.
Gros der Kunden nehmen großen Akku
In Deutschland, dem wichtigsten Markt der Marke, geht man übrigens davon aus, dass sich zwei Drittel der Kundinnen und Kunden für die Variante mit großer Batterie entscheiden, wie Deutschlandchef Frank Barwasser sagt. Die Erwartungen des Deutschlandchefs der Marke an den Epiq sind hoch. Auch er geht davon aus, dass der Epiq beim Absatz mindestens auf dem Niveau des Elroq liegen wird. Der deutsche Markt trägt zum Gesamtabsatz des Elroq allein fast ein Viertel bei.
Der Trend hin zum Elektroauto würde derzeit auch durch die hohen Spritpreise in Folge des Iran-Krieges befördert. „Unsere Händler stellen hier eine höhere Nachfrage fest.“ Daneben erwartet Barwasser, dass durch die seit diesem Dienstag zu beantragende Elektroautoprämie die Nachfrage weiter steigt. „Einige Kunden haben mit einem Kauf noch gewartet, bis die Prämie beantragt werden kann.“ Dass der Epiq abseits der ausgelobten Kaufprämie zu einem Erfolg wird, bietet Skoda die Einstiegsversion mit 115 PS mit einer Preisparität zum Kamiq mit Verbrenner an. Eine Strategie, die bereits beim Elroq hervorragend funktioniert hat.
Viel Platz im Innenraum
Der Epiq wartet trotz seiner überschaubaren Länge (die Breite liegt bei 1,79 Metern, die Höhe bei 1,58 Meter) für ein City-SUV mit erstaunlich viel Platz auf. Dafür sorgt auch der Radstand von 2,60 Meter. Und auch der Kofferraum gibt keinen Grund zur Kritik: hier lassen sich bis zu 475 Liter Gepäck verstauen. Hinzu kommen im Frunk weitere 25 Liter. Der Frunk ist indes nicht Serie, muss über das Premiumpaket mit bestellt werden. Schade.
Der Innenraum ist wie von anderen Skoda-Modellen bekannt, gewohnt wertig. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch so an. Skoda hat dabei viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt: die Stoffbezüge bestehen ausschließlich aus recycelten Polyesterfasern. Im Epiq werden zudem erstmals tierfreie Materialien verwendet. Dieser Nachhaltigkeitsansatz spiegelt sich auch bei anderen Aspekten wider: der Regenschirm in der Tür, der Parscheinhalter an der Windschutzscheibe oder der Eiskratzer bestehen aus receycelten Materialien.
Übersichtliches Cockpit
Das Cockpit wird bestimmt durch ein 13 Zoll großes Zentraldisplay- Das Infotainment-System ist android-basiert. Bei einer ersten Sitzprobe vermittelte das Cockpit eine gute Bedienlogik. Für Skoda sei es wichtig, eine einfache, intuitive Bedienung zu bieten, sagt Entwicklungschef Johannes Neft. Dazu gehört auch, dass man für gewisse Funktionalitäten in der Mittelkonsole auch weiter auf Knöpfe setzt. Neft selbst zeigt sich beim Epiq angetan vom klaren Design. Der City-SUV ist das erste Skoda-Modell mit dem neuen Modern Solid-Design. Und, wo lag für ihn die Herausforderung, ein Auto für einen solchen Preis zu entwickeln? Musste er Abstriche machen? „Wir haben versucht, überhaupt keine Abstriche zu machen. Vielmehr haben wir geschaut, mit welchen Ingredienzien es uns gelingt, ein solches Auto zu entwickeln.“
Zu Kosteneffizienz gehört neben dem Einsatz einer LFP-Batterie auch, dass man für die Einstiegsversion eine 37 kW-Batterie gewählt hat. Eine solche Akkugröße sei gerade für Kunden wichtig, die ein günstiges Auto suchen und damit vor allem in der Stadt unterwegs seien und auch zu Hause laden, so der Entwicklungschef. Für sie reiche dann auch eine Ladeleistung von 50 kW. Im Epiq, der auf der MEB+-Plattform basiert, ist das Hochvoltsystem übrigens im Vorderwagen untergebracht und wird auch am vorderen rechten Kotflügel geladen. Nun darf man gespannt sein, wie die Kundinnen und Kunden auf das neue Modell der Tschechen reagieren. Bei den Skoda-Händlern hätten sich bereits viele Kundinnen und Kunden in den Vorwochen nach dem neuen Einstiegsstromer erkundigt, berichtet Barwasser.




