Klimaneutrale Schifffahrt ist möglich – aber teuer

Klimaneutrale Schifffahrt ist möglich – aber teuer
Auch Wasserstoff könnte bei Schiffen eine Antriebsoption für die Zukunft sein. © ABB

Die Schifffahrt ist für den weltweiten Handel von zentraler Bedeutung. Zugleich ist sie aber auch für rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Der internationale Schiffsverkehr könnte auf alternative Kraftstoffe umgestellt werden. Allerdings hat das einen hohen Preis, wie eine Studie der ETH Zürich ergeben hat. Die Betriebskosten könnten um bis zu 600 Prozent steigen, die Transportleistung im Gegenzug aber leicht auf 93 Prozent sinken.


Rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen aus der Schifffahrt, zu großen Teilen von Massengutfrachtern und Öltankern. Eben diese Schiffe haben die schweizerischen Experten auf die Eignung für synthetische Kraftstoffe untersucht. Neben Wasserstoff zählen dazu Ammoniak, Methan, Methanol und Designer-Diesel. Betrachtet wurden alle innereuropäischen Transportfahrten. Die Ergebnisse sollen sich allerdings auch auf den weltweiten Schiffsverkehr übertragen lassen.

Zusätzlicher Platzbedarf für Kraftstoff

Zentrales Problem ist, den Forschern zufolge, der zusätzliche Platzbedarf für den klimafreundlichen Treibstoff. Dieser hat teilweise eine geringere Energiedichte und benötigt daher größere Tanks als Schweröldiesel, wodurch die Transportleistung sinkt.
Mögliche Lösungen des Konflikts bestünden aus modularen Energiesystemen, mit denen sich der Kraftstoffvorrat an die jeweilige Route anpassen ließe. Aktuell tanken Güterschiffe in der Regel vor Fahrtantritt komplett voll und nutzen überzähligen Sprit für die nächste Reise mit.

Höhere Betriebskosten

Eine weitere Lösung könnte in zusätzlichen Ladestopps bestehen. Durch die zusätzliche Technik und die längere Reisezeit würden die Betriebskosten jedoch stark steigen. Sie könnten zwei- bis sechsmal höher liegen als bei konventionellen Schiffen.

Eine offene Frage ist zudem, wo der benötigte Strom für die alternativen Kraftstoffe herkommen soll. Die Umstellung würden den europäischen Stromverbrauch um vier bis acht Prozent steigen lassen. Sinnvoll für das Klima wäre der Umstieg nur mit regenerativ hergestelltem Strom. Nicht in den Berechnungen berücksichtigt haben die Forscher den für die Güterschifffahrt viel diskutierten Segel-Antrieb. Der wäre klimaneutral, würde aber geringere Reisegeschwindigkeiten bedeuten. (SP-X)

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