Renault fährt mit Klassikern in die Zukunft

Rückkehr von R4 und R5

Renault fährt mit Klassikern in die Zukunft
Endlich mal kein SUV, sondern ein praktisches kleines E-Auto: der Prototyp des R5 © Mertens

Auf der Paris Motorshow zeigt der Hersteller Renault insgesamt sieben Weltpremieren, darunter Showcars des R4 und den Prototypen des R5.

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron ließ es sich nicht nehmen, an diesem Montag zum Auftakt der Paris Motorshow auch auf dem Renault-Stand 603 in Halle 6 vorbeizuschauen. Kein Wunder, schließlich ist Frankreich immer noch mit 15 Prozent an dem Autobauer beteiligt.

Das, was Macron dort von Renault-Boss Luca de Meo gezeigt bekam, dürfte Macron gefreut haben. Insgesamt zeigte der Autobauer auf seinen Ständen in Paris sieben Weltpremieren seiner vier Marken. Darunter befand sich neben der Elektro-Studie des 4Ever Trophy auch die des neuen R5. Beide sind Klassikers und Bestseller der Marke. So wurde der von 1961 bis 1992 gebaute R4 weltweit mehr als acht Millionen Mal verkauft, für den R5 entschieden sich zwischen 1972 und 1996 über neun Millionen Käufer. Er sei ein Fan solcher klassischen Modelle, wie der Renault-Chef sagte. Ein Auto wie der R4 habe seine Zeit geprägt, so de Meo. Das gleiche habe auch der R5 getan. Deshalb lasse man sie auch wieder auferstehen.

Zwei Plattformen im Einsatz

Wie ein potenter R5 aussehen könnte, zeigt Renault-Boss Luca de Meo mit einer Hommage an den R5 Turbo. Foto: Mertens

Geht es nach de Meo, dann werden auch die die Neuinterpretationen des R4 und des R5 ihre Zeit prägen. Die Studien bauen dabei auf zwei Plattformen auf. Während die CMF-EV-Basis im C- und D-Segment verbaut wird, kommt im B-Segment die CMF-BEV-Plattform zum Einsatz, wie Produktmanagerin Delphine de Andria zwei Wochen vor der Pariser Autoshow bei einer Pre-Show sagte. Als erstes Modell der Marke steht bereits der Megane E-Tech auf der CMF-EV-Plattform. Der R5 und auch der R4 werden auf der CMF-BEV-Architektur aufbauen, die Reichweiten von bis zu 400 Kilometer ermöglichen soll, auch wenn technische Details zu den erst 2024 (R5) beziehungsweise 2025 (R4) kommenden Modellen nicht verraten werden.

Und, macht es denn Sinn derartige Reichweiten anzubieten, auch unter Aspekten des CO2-Footprints? Vorerst schon, ist man bei Renault überzeugt. Zumindest solange bis die Ladeinfrastruktur besser ist. Ab dem Moment könne man sich auch Gedanken darüber machen, kleinere Batterien zu verbauen.

R4 erstreckt sich auf deutlich über vier Meter

Noch ist der 4Ever Trophy auf dem Pariser Automobilsalon lediglich eine Studie. Foto: Mertens

Doch zunächst bietet man das an, was die Kundinnen und Kunden verlangen – und das Gros von ihnen verlangt nach ausreichend Reichweite, auch wenn selbst Pendler durchschnittlich pro Tag nur maximal 35 bis 40 Kilometer zurücklegen. Und die Kundschaft verlangt nach SUVs – weshalb auch der R4 („Dieses Auto wird von jedem geliebt“, Delphine de Andria) in die Höhe geht. Doch wie das Serienmodell des R4 letztlich ausschaut, lässt sich nach diesem Montag nicht sagen. Die Studie des R4, der 4Ever Trophy, hat mit dem Serienmodell nur wenig gemein. Auch wenn zum jetzigen Zeitpunkt noch kein Preise vorliegen, wird der R5 auf jeden Fall das günstigere der beiden Modelle sein.

Für die, die es interessiert, auch wenn es auf den künftigen R5 nicht zu übertragen ist: Die ebenfalls auf dem Renault-Stand vorgestellte Studie des R5 Turbo 3E ist mit zwei E-Maschinen ausgestattet, die es zusammen auf eine Leistung von 380 PS bringen und ein maximales Drehmoment von über 700 Newtonmeter zur Verfügung stellen. Damit sprintet der R5, der rundherum mit GoPro-Kameras ausgestattet ist, in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer. Das Spitzentempo ist bei 200 km/h erreicht. Die Energie kommt aus eine 42 kWh starken Batterie.

Der 4Ever Trophy wird von einem 136 PS starken Synchronmotor angetrieben, der seine Energie aus einem Lithium-Ionen-Akku mit 42 kWh Kapazität bezieht. Das Showcar hat übrigens eine Länge von 4,06 Metern.

Im Gegensatz zum 4Ever Trophy gibt der in Paris gezeigte R5 aber bereits einen konkreten Ausblick auf das Serienmodell – und das ist vielversprechend. Mit einer Länge von um die vier Meter ist der R5 ausgesprochen kompakt, sieht knackig aus und bietet genau das, was in die Zeit passt. Nämlich kein überdimensioniertes SUV, sondern ein kleines E-Modell. Es könnte also etwas werden mit dem Wunsch von de Meo, dass der R4 und der R5 wieder Modelle sein werden, die ihre Zeit prägen und von den Menschen geliebt werden.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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