Senioren müssen besonders aufmerksam sein

Fahrerlaubnis in Gefahr

Senioren müssen bei Verkehrsstraftaten immer um die Fahrerlaubnis bangen. Die Fahrerlaubnisbehörde kann unabhängig vom Strafverfahren Zweifel an der Eignung anmelden.

Senioren jenseits der 60 Jahre müssen im Straßenverkehr besonders aufpassen. Wird ihnen eine Verkehrsstraftat angelastet. ist schnell die Fahrerlaubnis gefährdet. «Ungemach droht immer, wenn die Fahrerlaubnisbehörde von dem Vorfall erfährt», so Strafverteidiger Christian Demuth aus Düsseldorf, «sie kann nämlich völlig unabhängig vom Strafverfahren Zweifel an der Fahreignung geltend machen und anordnen, dass eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die gefürchtete MPU, beizubringen ist.»

Verteidigungsstrategie gefragt

Denn gerade die medizinischen Leistungstests sind für Menschen fortgeschritteneren Alters besonders schwierig zu bestehen. Allerdings müsse die Fahrerlaubnisbehörde nicht unbedingt über den Unfall informiert werden. «Hier hängt viel von der Verteidigungsstrategie ab», sagt Demuth.

Wichtig dabei ist, dass die Staatsanwaltschaft der Behörde keine Zweifel an der Eignung äußert. Ist dies aber bereits bestehen, sollte der Verteidiger «auf eine Verurteilung seines Mandanten hinarbeiten», so Demuth. Ziel dabei ist es, das Gericht dazu zu bringen, im Urteil schriftlich festzustellen, dass keine Zweifel an der Eignung des Angeklagten bestehen, Kraftfahrzeuge führen zu können.

Mehr Vor- als Nachteil

«Attestiert das Gericht dem Angeklagten in seinem Urteil nämlich, dass von ihm keine Gefahr für die Verkehrsgemeinschaft ausgeht, hat dies den Vorteil, dass die Verwaltungsbehörde an diese Feststellung gebunden ist. Der Vorteil für den Mandanten, dass ihm anschließend wegen dieser Tat keine MPU mehr auferlegt werden kann, wiegt den Nachteil einer Verurteilung für ihn in der Regel auf.»

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