Viele reden von der Verkehrswende, fahren dennoch kurze Strecken mit dem Auto. Dabei spart der Umstieg aufs Rad nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt und die Nerven.
Mit seinen wieder moderaten Temperaturen bietet der Frühherbst ideale Voraussetzungen fürs Radfahren. Für Pendler ist dies ein guter Zeitpunkt, das Auto stehen zu lassen und mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Das ist umweltfreundlich, zudem vermeidet ein aufs Fahrrad umsattelnder Pendler Staus und Parkplatzsuche, spart Kraftstoffkosten und stärkt seine Fitness. Damit der Weg ins Büro stressfrei und sicher gelingt, empfiehlt der Auto Club Europa (ACE), auf einige Punkte zu achten.
Wer regelmäßig sein Fahrrad nutzen will, sollte zunächst einmal einen gründlichen Technikcheck durchführen. Bremsen und Licht müssen einwandfrei funktionieren. Die Reifen sollten gut gefüllt sein und keine Risse aufweisen. Unter Umständen kann es sinnvoll sein, die Sitz- und Lenkerposition ergonomisch zu optimieren, was den Körper insbesondere auf längeren Touren weniger stark belastet. Wer ein Pedelec nutzt, sollte zudem die Reichweite im Blick behalten und den Akku vor Fahrtantritt vollständig aufladen. Im Idealfall wird vorab geklärt, ob am Arbeitsplatz Lademöglichkeiten bestehen und wo sich das Fahrrad sicher abstellen lässt.
Richtige Strecke auswählen
Ebenso wichtig wie eine technische Vorbereitung ist die Wahl der passenden Strecke. Navigations-Apps erleichtern die Planung, doch der kürzeste Weg ist nicht zwangsläufig der komfortabelste. Nebenstraßen mit wenig Verkehr und breiten Radwegen erhöhen die Sicherheit. Ein kleiner Umweg kann den Unterschied machen. Als Radrouten ausgewiesene Streckenabschnitte können den Vorteil von weniger Ampeln bieten, weshalb der vermeintliche Umweg mitunter sogar einen Zeitgewinn einbringen kann. Eine Lenkerhalterung für das Smartphone sorgt dafür, dass die Hände frei bleiben. Wer seine Ausdauer noch nicht einschätzen kann, wählt eine Route entlang einer Bahnlinie, die einem die Möglichkeit bietet, notfalls umzusteigen.
Auch die Zeitplanung spielt eine wichtige Rolle. Am besten probiert man die Strecke zunächst am Wochenende in Ruhe aus, um Entfernungen, Ampelphasen oder mögliche Gefahrenstellen kennenzulernen. Im Berufsverkehr verlängern dichterer Verkehr, ungünstige Lichtverhältnisse oder Müdigkeit den Weg zusätzlich, weshalb man sich bei den ersten Fahrten ruhig ein großzügiges Zeitpolster gönnen sollte. Neben der eigentlichen Fahrzeit sollte man auch das Abstellen des Rads, einen eventuellen Kleiderwechsel oder eine kurze Dusche einkalkulieren. Wer ein Pedelec nutzt, wird in der Regel nicht ins Schwitzen geraten. Bei frischeren Temperaturen sollten E-Bike-Nutzer allerdings auf eine wärmende Kleidung achten, denn wenn sich der Körper nicht anstrengt, kann ihn der Fahrtwind schnell auskühlen.
Auf die richtige Kleidung achten
Die passende Kleidung sorgt für Komfort und Sicherheit. Atmungsaktive Materialien verhindern übermäßiges Schwitzen, eine leichte Wind- oder Regenjacke schützt vor Wetterumschwüngen. Wer zusätzlich noch Regenhose und Gamaschen mitführt, ist optimal gegen Regen geschützt. Festes Schuhwerk ist unverzichtbar, ein Helm ohnehin. Da Radbekleidung nicht immer für den Büroalltag geeignet ist, sollte ein Ersatzoutfit griffbereit sein. Umhängetaschen sind ungeeignet, da sie die Lenkung stören. Besser eignen sich für den Transport von Utensilien Gepäckträger, Fahrradtaschen, Körbe oder Rücksäcke.
Wer erst mit dem Radpendeln beginnt, sollte den Einstieg nicht übertreiben. Ein Arbeitsweg von rund zehn Kilometern ist für viele ohne elektrische Unterstützung zwar machbar, dennoch ist es klüger, die Strecke zunächst in Etappen anzugehen. Schon zwei- bis dreimal pro Woche mit dem Rad ins Büro zu fahren, kann ein guter Anfang sein. Dabei gilt: Nicht die Geschwindigkeit entscheidet, sondern ein gleichmäßiges Tempo, das Kraftreserven für den restlichen Arbeitstag lässt. (SP-X)


