«Es sind paradiesische Zeiten für Autokäufer»

Hohe Rabatte für Neuwagen

«Es sind paradiesische Zeiten für Autokäufer»
Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer © dpa

Der Neuwagenkauf lohnt sich. Die Hersteller bieten Autokäufer aufgrund des stagnierenden Marktes derzeit hohe Preisnachlässe an, wie aus der Rabatt-Studie des Center Automotive Research hervorgeht.

Es sind rosige Zeiten für Autokäufer: Derzeit können sie beim Neuwagenkauf mit hohen Preisnachlässen rechne. Und das Jahr 2016 könnet für sie sogar noch besser werden, sagte der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.«Es sind paradiesische Zeiten für Autokäufer. Und sie werden wahrscheinlich noch paradiesischer», so der Leiter des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen.

Kauf auf nächster Jahr schieben

Dudenhöffer und seine Kollegen gehen davon aus, dass der deutsche Automarkt 2016 nachlassen wird. Die Hersteller werden hierzulande 30.000 Autos weniger als 2015 (- 0,9 Prozent) verkaufen, schätzen sie. «Das Rabattniveau wird eher noch höher gehen als dieses Jahr.» Bereits heute weise Deutschland weltweit das höchste Niveau bei Neuwagen-Rabatten auf. Autokäufer überlegen deshalb lieber genau, ob sie noch 2015 zuschlagen. «Sie sollten wirklich nur kaufen, wenn sie das Gefühl haben, das Schnäppchen ihres Lebens zu machen.»
Ansonsten kann sich Warten lohnen. Denn nicht nur Rabatte steigen unter Umständen wieder. Auch der spätere Wiederverkaufswert des neuen Autos kann höher sein. «Schließlich steht dann 2016 in den Papieren, nicht 2015», erklärt Dudenhöffer.

Mit Blick auf den November stellte Dudenhöffer fest, dass die Rabatte saisonbedingt leicht gesunken sind. Der Grund für den leichten Rückgang liegt in den um 0,4 Prozent niedrigeren Händlerrabatten bei Internetvermittlern, wie der Wissenschaftler feststellte. Sie liegen damit bei 18,6 Prozent. Der Kundenvorteil durch Sonderaktionen der Händler sank minimal um 0,1 Prozent auf nun 12,6 Prozent.

Mit Blick auf die einzelnen Modelle waren die größten Rabatt-Rückgänge beim VW Golf (-2,7 Prozent), dem Hyundai i10 (-1,2 Prozent) und dem VW Polo (0,8 Prozent) zu verzeichnen. Beim Ford Focus stieg der Rabatt indes um 1,1 Prozent auf nun 27,1 Prozent an.

Dass aufgrund der des VW Abgasskandals die Nachfrage nach VW-Modellen im Vormonat nachgelassen hat, zeigte bereits der Rückgang von zwei Prozent bei den Neuzulassungen in Deutschland. Diesem Nachlassen der Nachfrage versuche VW laut Dudenhöffer mit „preisaggressiven Angeboten“ zu stoppen. „Es sieht nach unserer Analyse danach aus, als würde VW durch den Abgas-Skandal in den nächsten Monaten einer Vertriebsstrategie mit höheren Rabatten gezwungen“, so Dudenhöffer. (AG/FM/dpa)

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