Tesla-Effekt: Neuwagen haben durchschnittlich 165 PS

Studie des CAR-Instituts

Tesla-Effekt: Neuwagen haben durchschnittlich 165 PS
Das Tesla Model 3. © Tesla

Neuwagen in Deutschland haben immer mehr Leistung. Nach einer Erhebung des CAR-Instituts kamen sie im Vorjahr im Durchschnitt auf 165 PS.

Mit dieser Leistung wurde im Vorjahr ein neuer Rekordwert erzielt, so das CAR-Institut aus Duisburg. Wie der Wissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer mitteilte, sei die PS-Zahl nur einmal in den zurückliegenden 30 Jahren rückläufig gewesen – nämlich 2009. Im Jahr der Abwrackprämie hätte es einen Boom von Kleinwagen mit einer geringeren Leistung gegeben.

Wie aus der Analyse des Instituts hervorgeht, stieg die Leistung im Jahr 2019 nur um 3 PS, im Jahr 2020 waren es indes schon 7 PS.

Mehr Leistung bei E-Autos und PHEVs

Der Grund für diesen Leistungszuwachs sieht Dudenhöffer unter anderem in dem Zuwachs an Plug-In Hybriden und Elektroautos. So seien gerade Plug-In Hybride im Schnitt mit 190 PS deutlich stärker motorisiert als der Durchschnitts-Neuwagen mit 165 PS. Das gleiche trifft auf die reinen E-Autos zu. Während Elektroautos 2017 noch auf eine durchschnittliche Leistung von 119 PS kamen, waren es im Vorjahr schon 169 PS. „Der Tesla-Effekt wirkt. Die Motorstärken bei Tesla starten beim Einsteiger Model 3 bei 306 PS. In der Spitze beim Model S geht das bis auf 999 PS hoch“, so Dudenhöffer.

Der Autoexperte geht indes davon aus, dass sich der Leistungszuwächse in den kommenden Jahren etwas abschwächen wird, wenn immer mehr Volumenmodelle wie die der ID-Familie von VW auf den Markt kommen.

Auch Verbrenner mit mehr PS

Der Volvo XC60 ist die kleinere Ausgabe des XC90
Der Volvo XC60 . Bei den Schweden fährt nur noch maximal 180 km/h schnell. Foto: Volvo

Die Leistung wächst aber zunehmend auch bei Autos mit Verbrennungsmotor – und das liegt am Boom der SUVs. Sie seien mittlerweile ähnlich stark motorisiert wie Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid und liegen deutlich über dem Durchschnitt von 165 PS. Da sich gerade auch viele Flotten aufgrund der staatlichen Förderung für Plug-in Hybride entscheiden, geht der allgemeine PS-Aufwärtstrend auch hier nach oben.

Auch bei Behördenfahrzeugen würde immer mehr Fahrzeuge mit viel Leistung gefahren, so Dudenhöffer. Der Wissenschaftler spricht sich dafür aus, dass die „Performance-Jagd“ aufhört. Von daher begrüßt Dudenhöffer den Schritt von Volvo, die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h zu reduzieren.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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