Insbesondere in China brach das Geschäft ein. Umbaukosten und die US-Zölle belasten die Porsche-Bilanz zusätzlich. Stellenabbau geplant.
Der Sportwagenbauer Porsche muss wegen der US-Zölle erneut seine Gewinnaussichten zusammenstutzen. So geht Vorstandschef Oliver Blume für dieses Jahr noch von 5 bis 7 Prozent operativer Umsatzrendite aus, teilte der Dax-Konzern am Mittwoch mit. Die Stuttgarter hatten bereits zuvor ihren Ausblick gedämpft, bei den zuletzt in Aussicht gestellten 6,5 bis 8,5 Prozent Marge waren allerdings nur die Zollauswirkungen in den Monaten April und Mai einkalkuliert.
Nach dem Zollkompromiss zwischen der EU und den USA kommt es nun zu dauerhaft erhöhten Einfuhrzöllen in die Vereinigten Staaten. Porsche hat dort keine eigene Produktion und hält das auch angesichts der eigenen Größe in den USA nicht für rentabel. Porsche will die Belastungen unter anderem mit Preiserhöhungen abfedern. Beim Jahresumsatz geht die VW-Tochter weiter von 37 bis 38 Milliarden Euro aus.
Zweites Quartal besonders dramatisch
Der Gewinn des Sport- und Geländewagenbauers Porsche ist im ersten Halbjahr abgestürzt. Das Konzernergebnis von Januar bis Juni lag bei 718 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das ist ein Minus von gut 71 Prozent. Im Vorjahreszeitraum lag der Überschuss noch bei knapp 2,2 Milliarden Euro. Besonders dramatisch sah es im zweiten Quartal aus: Im Autogeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – verbuchten die Schwaben einen operativen Gewinneinbruch von knapp 91 Prozent.
Porsche tut sich vor allem in China schwer. Zuletzt hatte das Management ein Absatzminus vermeldet – insbesondere in der Volksrepublik brachen die Verkäufe ein. Auch hohe Umbaukosten und die US-Einfuhrzölle belasten das Geschäft. Mit dem schleppenden Wandel zur E-Mobilität sind außerdem erhebliche Investitionen verbunden. Daher ist Sparen angesagt: Die Strukturen sollen schrumpfen, bis 2029 will die Porsche-Führung rund 1.900 Stellen in der Region Stuttgart streichen. Und ein weiteres Sparprogramm ist schon in Arbeit. (dpa)


