Peugeot e-208 GTi: Kleinwagen als großer Spaßmacher

Peugeot e-208 GTi: Kleinwagen als großer Spaßmacher
Knackig mit kurzen Überhängen: der neue Peugeot e-208 GTi. © Dani Heyne/Peugeot

Peugeot setzt bei seinem Kleinwagen 208 auf Sportlichkeit. Die Elektrovariante fährt mit 281 PS vor. Das hört sich beeindruckend an, ist es auch. Das Gleiche trifft auf den Preis zu.

Früher, sagt Phil York, hätte man gesagt: „Elektrisch, aber fantastisch.“ Diese Zeiten sind indes lange vorbei, in denen man Elektroautos einen hohen Spaßfaktor absprach. „Jetzt sagt man: Elektrisch und fantastisch.“ Damit bezieht sich der globale Marketingchef von Peugeot auf den neuen e-208 GTi. Diese drei Buchstaben stehen für die besonders sportliche Seite der französischen Stellantis-Tochter.

Der rein elektrische Kleinwagen soll bei den Kundinnen und Kunden der Marke für leuchtende Augen sorgen: So fährt der e-208 GTi mit 281 PS vor, ist mit Frontantrieb unterwegs und verfügt über ein Fahrwerk, bei dem die Motorsportabteilung der Löwenmarke um Christophe Auriault ihr ganzes Know-how hineingelegt hat. „Wir wollten ein Fahrzeug anbieten, bei dem die Hinterachse besonders agil ist. Darauf haben wir bei der Achsgeometrie besonders geachtet“, sagte Auriault. „Zugleich sollte das Lenkrad bei der kleinsten Bewegung präzise agieren“, fügt der Fahrwerksspezialist hinzu.

In 5,5 Sekunden auf Tempo 100

Alt und neu; der Peugeot 205 GTi und der e-208 GTi. Foto: Dani Heyne/Peugeot

Nach den Testfahrten in Schottland kann man sagen: Das Lastenheft wurde erfolgreich umgesetzt. Der 4,10 Meter lange Elektro-Kleinwagen ist ein kleiner Spaßmacher. Mit seiner Leistung von 281 PS bei einem Leergewicht von 1,5 Tonnen ist für eine ausreichend flotte Beschleunigung gesorgt. Von dem Gesamtgewicht entfallen dabei übrigens 340 Kilogramm auf die 52 kWh große Batterie, die für eine Reichweite von bis zu 352 Kilometern sorgt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h legt der e-208 GTi in gerade einmal 5,5 Sekunden zurück – die Spitzengeschwindigkeit ist bei völlig ausreichenden 160 km/h erreicht. Das maximale Drehmoment liegt übrigens bei 345 Nm.

Es gibt ja immer wieder Kritik daran, dass die Spitzengeschwindigkeit vieler E-Modelle begrenzt ist und nicht über 200 km/h hinausreicht. Aber seien wir ehrlich: Mehr als diese 160 km/h braucht man nicht, um ausreichend schnell von A nach B zu kommen. Der Fahrspaß bei diesem Peugeot resultiert außerdem nicht daraus, dass man besonders schnell im Bereich des Topspeeds fährt, sondern vielmehr aus seiner linearen Beschleunigung und seinem präzisen Handling. Die Lenkung ist direkt, führt die Befehle exakt aus und vermittelt dem Fahrer beispielsweise bei schnell gefahrenen Kurven im Zusammenspiel mit dem Sportfahrwerk das Gefühl, dass das Auto genau das macht, was die Person hinter dem Steuer will. Auch beim Herausbeschleunigen aus Kurven hat man nie das Gefühl, dass die Vorderräder Mühe haben, die Kraft auf die Straße zu bringen. Und sollte es dennoch mal dazu kommen, regelt das ESP gefühlvoll ein.

Fahrwerk um 2,5 Zentimeter abgesenkt

Die SPortsitze im Peugeot e-208 GTi bieten einen guten Seitenhalt. Foto: Dani Heyne/Peugeot

Dass der e-208 GTi nicht einfach nur mehr Leistung bekommen hat, sieht man bei den Daten. Das Fahrwerk ist 2,5 Zentimeter abgesenkt, die Spur vorne ist um 5,6 Zentimeter und die hintere um 2,5 Zentimeter angewachsen. Entsprechend abgestimmte Dämpfer und Federn sorgen zusammen mit einem Stabilisator an der Hinterachse und einem Sperrdifferenzial dafür, dass sich der kleine Flitzer ziemlich souverän auch bei höherem Tempo durch die Kurven zirkeln lässt.

Dass ein Sportfahrwerk und ein Radstand von 2,56 Metern nicht gerade ideal sind, um ein hohes Komfortniveau zu erzielen, versteht sich von selbst. So spürt man die schlechten Straßenverhältnisse rund um den Loch Lomond doch deutlich. Bodenwellen sind sehr deutlich feststellbar. Dazu tragen auch die wirklich straffen und stark konturierten Sportsitze bei. Sie bieten zwar einen idealen Seitenhalt, sind aber halt nicht zuvorderst für ein Höchstmaß an Bequemlichkeit ausgelegt. Dafür ermutigen sie dazu, nicht noch mehr an Körpergewicht zuzulegen, will man auf ihnen auch nach dem Kauf noch einigermaßen kommod Platz nehmen.

Aber ein Auto wie der e-208 GTi kauft man sich ja auch nicht wegen eines Höchstmaßes an Komfort, sondern deshalb, weil man puren Fahrspaß sucht – und den liefert der kleine Franzose. Und wie schaut es um seine Alltagstauglichkeit aus? Nun, ein Kofferraumvolumen von 309 Litern ist nicht gerade viel, aber man sollte immer bedenken, dass wir hier von einem Kleinwagen reden.

Hot Hatch als Markenbotschafter

Das i-Cockpit im Peugeot e-208 GTi. Foto: Dani Heyne/Peugeot

Im Innenraum gibt es das bekannte i-Cockpit samt 3-D-Optik und einem handlichen, kleinen, mit Leder/Alcantara bezogenen Lenkrad. Der Touchscreen auf der Mittelkonsole bietet eine gute Auflösung, das Infotainmentsystem ist intuitiv zu bedienen und die Navigation arbeitet so, wie man es erwartet. Im Innenraum unseres weißen Modells stechen die roten Fußmatten ins Auge, und auch die Sicherheitsgurte bekennen Farbe.
Und wie schaut die Absatzerwartung aus? Dazu gibt es von Phil York keine konkreten Aussagen. Doch beim e-208 GTi geht es nicht primär um den Absatz, dafür ist dieses Segment auch zu spitz. Der Hot Hatch ist ein Brandshaper, er ist gut für das Markenimage. Entsprechend geht man davon aus, dass sich auch Kundinnen und Kunden für den e-208 GTi interessieren, die schon früher den 205 GTi gefahren sind.

Mit dem e-208 befindet sich Peugeot übrigens in guter Gesellschaft, denn VW bringt in Kürze auch den ID. Polo als GTi-Variante, und die Konzernschwester Opel hat unlängst den Corsa GSE präsentiert, der auf derselben Plattform basiert – aber wie der 208 individuell angepasst wurde.

5000 Euro teurer als Opel Corsa GSE

Auch das Heck des Peugeot e-208 GTi lässt sich sehen. Foto: Dani Heyne/Peugeot

Damit ist man beim Preis angekommen. Wer meint, dass auch der e-208 GTi wie der Corsa GSE für knapp unter 40.000 Euro angeboten wird, irrt. Er ist mit 44.900 Euro immerhin 5000 Euro teurer. Ist das nicht ein Nachteil? Zum Pricing von Mitbewerbern, auch wenn sie ebenfalls aus dem Stellantis-Konzern kommen, mag York nichts sagen. Zudem spreche man auch unterschiedliche Zielgruppen an, sagt der Marketingchef.

Doch glücklich, so scheint es, ist man bei den Franzosen mit dieser Preisdifferenz nicht. Denn am Ende dürfte abseits des Designs auch der Preis darüber entscheiden, welches Modell man wählt. Dass die E-Modelle der Franzosen bei den Kunden ankommen, zeigt ein Blick auf die Zulassungszahlen. In Deutschland entscheiden sich mittlerweile 50 Prozent aller Kundinnen und Kunden für ein rein elektrisches Fahrzeug. Global gesehen sind es momentan 20 Prozent, wie York sagt.

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