Wer eine Panne hat, braucht schnelle Hilfe. Die bekommt man an verschiedenen Adressen – vom Hersteller über die Versicherung bis zum Automobilclub.
Ein platter Reifen auf der Autobahn, eine streikende Starterbatterie oder ein technischer Defekt auf der Urlaubsfahrt: Wer mit dem Auto liegen bleibt, freut sich über einen speziellen Pannenschutz. Eine Mitgliedschaft in einem Automobilclub ist dafür allerdings nur eine von mehreren Möglichkeiten – und nicht immer die günstigste.
Vor einem Neuabschluss lohnt sich zunächst ein Blick in die eigenen Unterlagen. Denn vor allem bei jüngeren Fahrzeugen ist Pannenhilfe häufig bereits über eine Mobilitätsgarantie des Herstellers abgedeckt. Zum Leistungsumfang können neben der Hilfe vor Ort auch Abschleppen, Ersatzwagen, Hotelübernachtung oder die Weiterreise gehören. Teilweise lässt sich der Schutz über die eigentliche Neuwagengarantie hinaus verlängern, wenn das Fahrzeug regelmäßig nach Herstellervorgaben gewartet wird. Das ist allerdings häufig teurer als die Wartung bei einer freien Werkstatt und lohnt sich daher nicht für alle Nutzer.
Teils über Kfz-Versicherung abgesichert
Ist über den Hersteller kein ausreichender Schutz vorhanden, empfiehlt sich ein Blick in die eigene Kfz-Versicherung. Viele Versicherer bieten für einen relativ geringen Aufpreis einen Schutzbrief an. Nach Angaben des Ratgeberportals „Finanztip.de“ kostet ein solcher Zusatz bei Direktversicherern im Schnitt rund 15 Euro pro Jahr. Dafür gibt es in der Regel Pannenhilfe und Abschleppdienst, häufig kommen Leistungen wie Mietwagen, Hotelkosten, Taxi oder die Weiterreise mit Bahn oder Flugzeug hinzu. Allerdings sollte man vor dem Abschluss genau in die Bedingungen schauen. Wichtig sind vor allem der räumliche Geltungsbereich, die Höchstbeträge für Pannenhilfe und Abschleppen sowie die Leistungen bei längeren Fahrzeugausfällen. Zudem greifen manche Leistungen erst, wenn die Panne sich in einer bestimmten Entfernung vom Wohnort ereignet hat.
Auch die Frage, wer oder was versichert ist, sollte bedacht werden. Der klassische Kfz-Schutzbrief ist in der Regel an das versicherte Fahrzeug gekoppelt. Wer das Auto fährt, spielt dann meist keine Rolle. Bei Automobilclubs ist der Schutz dagegen häufig personenbezogen: Das Mitglied kann auch dann abgesichert sein, wenn es mit einem anderen Fahrzeug unterwegs ist. Wer regelmäßig Mietwagen nutzt, mehrere Autos fährt oder häufig Fahrzeuge anderer Personen steuert, kann davon profitieren.
Autoclubs teils teurer als Versicherung
Automobilclubs sind allerdings deutlich teurer als ein einfacher Versicherungs-Schutzbrief. Je nach Anbieter und Leistungsumfang bewegen sich die Beiträge derzeit grob zwischen rund 30 und deutlich über 100 Euro pro Jahr. Einige Clubs schließen dafür zusätzliche Leistungen ein, etwa Unterstützung auf Reisen, Krankenrücktransport, juristische Beratung oder Pannenhilfe für Fahrräder. Ob sich der Aufpreis lohnt, hängt daher stark vom individuellen Bedarf ab. In jedem Fall empfiehlt sich ein genauer Vergleich, denn neben den bekannten Platzhirschen wie ADAC und AvD gibt es viele kleinere Anbieter wie ACV, ACE oder ARCD.
Besitzer eines Elektroautos sollten bei allen Anbietern zusätzlich prüfen, ob typische E-Auto-Pannen abgedeckt sind. Dazu können beispielsweise Probleme mit der Hochvolt- oder 12-Volt-Batterie, der Ladebuchse oder das Liegenbleiben mit leerem Akku zählen. Was übernommen wird, unterscheidet sich teils deutlich. Am großzügigsten sind hier in der Regel die herstellereigenen Mobilitätsgarantien, die teilweise auch den Transport zu einer erreichbaren Ladestation bei leerem Fahr-Akku bieten. (SP-X)



