Auch für die Reifen wird’s langsam Sommer

Auch für die Reifen wird’s langsam Sommer
Sommerreifen bieten mit ihrer festeren Gummimischung mehr Grip bei Wärme. © SP-X

Ostern ist ein guter Zeitpunkt, um auf Sommerreifen zu wechseln. Wichtig ist dabei auch ein Blick auf Profil und Luftdruck.

Die alte Sommerreifen-Faustformel „von Ostern bis Oktober“ ist so pauschal wie ungenau. In den meisten Teilen Deutschlands dürfte aber spätestens jetzt der Zeitpunkt für den Wechsel gekommen sein. Allenfalls wer über die Feiertage in ein Skigebiet fährt oder dort wohnt, benötigt jetzt noch Winter-Pneus.


Die spezielle, tendenziell weichere Gummimischung von Winterreifen sorgt bei warmen Außentemperaturen für einen höheren Kraftstoffverbrauch sowie einen längeren Bremsweg. Zudem erhöht sich der Verschleiß. Sommerreifen bieten dagegen mit ihrer speziellen, etwas festeren Laufflächenmischung mehr Grip und ermöglichen kürzere Bremswege. Weil ihnen die Sägezahnelemente im Profil fehlen, rollen sie außerdem deutlich leiser ab.

Lagern die Sommerreifen auf Felgen in der Garage, kann man den Wechsel mit ein wenig handwerklichem Geschick und dem passenden Werkzeug selbst durchführen. Wer das nicht will, komplett neue Reifen braucht oder seine Saison-Pneus hat einlagern lassen, fährt in die Werkstatt. Je nach Betrieb und Wohnort fallen für den bloßen Austausch Kosten zwischen 20 und 50 Euro an. Aufziehen und Auswuchten kostet extra.

Nach acht Jahren ist Ersatz fällig

Wer in Eigenregie wechselt, kontrolliert zuerst die alten sowie die neuen Reifen. Sind Beulen oder Risse sichtbar, ist das ein Sicherheitsrisiko, sie dürfen dann nicht mehr verwendet werden. Auch ein zu stark abgefahrenes Profil erfordert Ersatz. Experten empfehlen bei Sommerreifen eine Mindesttiefe von 3, bei Winterreifen von 4 Millimetern. Der deutsche Gesetzgeber gibt sich mit 1,6 Millimetern zufrieden. Neue Exemplare sind auch dann fällig, wenn die Reifen älter als acht Jahre sind. Das Alter lässt sich anhand der vierstelligen DOT-Nummer auf der Flanke bestimmen. Die beiden ersten Zahlen stehen für die Produktionswoche, die zwei hinteren für das Jahr.

Häufig sind die Reifen auf den Antriebsrädern schneller abgefahren. Dann reicht es, nur diese zu wechseln. Am besten nimmt man wieder Pneus vom gleichen Typ. Das frische Paar montiert man unabhängig von der Antriebsart auf der Hinterachse, da sie für die Fahrstabilität verantwortlich ist. Das Mixen von verschiedenen Reifenmodellen, -typen oder gar von Winter- und Sommerreifen ist zwar häufig erlaubt, aber nicht empfehlenswert.

Ganzjahresreifen sind immer ein Kompromiss. Im Sommer bieten sie schlechtere Eigenschaften als echte Sommerreifen, im Winter sind sie echten Winterreifen unterlegen. Wer allerdings in schneearmen Gegenden lebt, generell wenig fährt oder das Auto bei Winterwetter sowieso stehen lässt, kommt auch mit Ganzjahresreifen gut zurecht. Die Industrie bietet mittlerweile eine große Auswahl an Modellen und Größen an.

Nach der Montage der Räder ist der richtige Reifendruck zu kontrollieren. Die Daten stehen meist im Tankdeckel, im Einstieg der Fahrertür oder in der Bedienungsanleitung des Autos. Am besten erfolgt ein regelmäßiger Luftdruckcheck für alle Reifen etwa an jedem zweiten Tankstopp, mindestens einmal pro Monat. Falls das Fahrzeug noch über einen Ersatzreifen verfügt, muss auch dieser gelegentlich überprüft werden. Nur bei korrektem Luftdruck kann ein Reifen die bestmögliche Haftung auf die Straße bringen und gute Bremseigenschaften bringen. Die Einbindung der Reifen in die Fahrzeugelektronik wie zum Beispiel ESP funktioniert ebenfalls nur mit dem vorgegebenen Luftdruck optimal. (SP-X)

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