Opel Grandland X: Auch gebraucht ein guter Griff

Opel Grandland X: Auch gebraucht ein guter Griff
Der Grandland X debütierte im Jahr 2017 © Opel

Der Opel Grandland X stammt aus einer Zeit, als die Ehe mit PSA noch eine Liaison war. In Sachen Qualität stimmte trotzdem alles.

Als die Planungen losgingen, war Opel noch nicht von den Franzosen gekauft, auch der Zusammenschluss in den Stellantis-Konzern stand noch in den Sternen. Ende 2017 kam der Grandland X auf den Markt, mittlerweile waren die ersten Modelle bei der Hauptuntersuchung. Das SUV gehört mit seiner Länge von 4,48 Metern in die Kompaktklasse und ist der größere Bruder vom Crossland X, der 2017 ebenfalls schon PSA-Gene in sich trug. Er teilt sich mit der zweiten Generation des Peugeot 3008 die Plattform, die Unterschiede zeigen sich eher beim Design als bei der Technik.


Der Grandland X ist auf den ersten Blick als ein Mitglied der Opel-Familie zu identifizieren. Sein großer Radstand (2,68 Meter) ermöglicht gute Platzverhältnisse auch im Fond. Das Kofferraumvolumen von 514 bis 1.652 Liter ist alltagstauglich. Wer zu dem seit 2019 erhältlichen Plug-in-Hybriden greift, muss allerdings Abstriche machen. Hier fasst das Gepäckteil nur 390 bis zu 1.528 Liter.

Mit dem Facelift Ende 2021 kam der „Vizor“-Grill

Ende 2021 erhielt der Grandland X ein Facelift. Es ist vor allem am „Vizor“-Grill zu erkennen. Foto: Opel

Das Interieur zeigt sich aufgeräumt und sachlich. Die Materialauswahl und Verarbeitung sind klassentypisch gut. Punkten kann der Opel beim Gestühl, sofern der Erstkäufer in die vielfach verstellbaren und rückenfreundlichen AGR-Sitze auf Fahrer- und Beifahrerseite investiert hat. Ende 2021 erhielt der Grandland X ein Facelift. Es ist am „Vizor“-Kühlergrill, geänderten Leuchten und einem neuen Cockpit zu erkennen.

Unter der Motorhaube wird ausschließlich französisch gesprochen. Basisbenziner ist der bekannte 1,2-Liter-Dreizylinder mit 130 PS. Der Turbo reicht für gediegene Fahrleistungen, in der Spitze sind bis zu 190 km/h möglich. Durchschnittsverbrauchswerte liegen zwischen 5 und 5,5 Liter. Ab Werk sorgt ein manuelles Sechsganggetriebe für die Kraftübertragung an die Vorderachse, alternativ stand bis 2018 eine Sechsgang-Automatik zur Wahl. Seit 2018 sind es zwei Gänge mehr.

Top-Modell: Plug-in mit 300 PS und Allradantrieb

Das Kofferraumvolumen von 514 bis 1.652 Liter ist alltagstauglich. Foto: Opel

Ebenfalls seit diesem Jahr hat Opel einen 1,6-Liter-Vierzylinder mit 188 PS im Programm, der im Schnitt 5,8 Liter verbraucht. Das immer an eine Acht-Gang-Automatik gekoppelte Turbo-Aggregat fährt bis zu 220 km/h schnell. Etwas flotter sind die seit 2019 verfügbaren Plug-in Hybriden (PHEV), die bis zu 40 Kilometer weit rein elektrisch fahren können.  Der ebenfalls nur die Vorderachse antreibende PHEV mit einer Systemleistung von 224 PS erreicht 225 km/h, beim Top-Modell mit 300 PS sind es 235 km/h. Dazu gibt es dank eines zweiten E-Aggregats an der Hinterachse Allradantrieb.

Der bis 2018 angebotenen 1,6-Liter-Vierzylinderdiesel bringt es auf 120 PS und eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 190 km/h. Er verbraucht im Schnitt 4 bis 4,3 Liter. Daneben stand bis Ende 2020 ein 2,0-Liter-Selbstzünder mit 177 PS zur Wahl. Hier erfolgt die Kraftübertragung immer über eine Acht-Gang-Automatik. Seit 2018 ist der 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS im Angebot.

Infotainment mit Acht-Zoll-Touchscreen

Das Interieur zeigt sich aufgeräumt und sachlich. Foto: Opel

Das Basismodell wartet unter anderem mit Klimaanlage, Radio, elektrischen Fensterhebern und Außenspiegeln sowie einigen Assistenzsysteme wie Verkehrsschilderkennung, Tempomat, Berganfahrassistent und Spurwarner auf. Wenn es komfortorientierter zugehen soll, gehören sicherlich Fahrzeuge der Innovation- und Ultimate-Linien in die engere Wahl. Bei der Top-Variante sind etwa Lederausstattung und Sitzheizung für vorne und hinten, Lenkradheizung sowie ein Infotainmentsystem mit acht Zoll großem Farb-Touchscreen samt Navigation Teil der Ausstattung. Den NCAP-Crashest absolvierte der kompakte Opel 2017 mit einem Fünf-Sterne-Ergebnis.

Bei ihren ersten HU-Besuchen zeigten die Grandland X-Fahrzeuge bei fast allen Prüfungspunkten keine Schwächen. Allerdings bemängelten die Prüfer die Bremsscheiben etwas öfter als im Schnitt üblich. Auch die Scheinwerfer geben Anlass zu Kritik. Keine Probleme gibt es bei den Checks von Umwelt (Auspuffanlage und Ölverlust) und Fahrwerk. Mindestens 14.000 Euro sollte man investieren wollen, gebrauchte PHEV fangen bei rund 30.000 Euro an. (SP-X)

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