Nach Meinung des Opel-Betriebsratschefs soll es bei der Verlagerung der Astra-Produktion zu einem Verstoß gegen EU-Recht gekommen sein. Die britische Regierung soll unerlaubte Subventionszusagen gemacht haben.
Die britische Regierung hat nach Informationen des Opel-Betriebsrats den Zuschlag für die Astra-Fertigung in England möglicherweise mit unerlaubten Subventionszusagen erkauft. Der Autobauer hatte am vergangenen Donnerstag bekanntgegeben, dass das Kompaktmodell Astra künftig nicht mehr im Stammwerk Rüsselsheim, sondern von 2015 an im britischen Ellesmere Port und im polnischen Gliwice gebaut werden soll. Dieser Entscheidung war ein neuer Tarifvertrag mit den Beschöftigten in Ellesmere Port vorausgegangen, die einem Lohnverzicht zustimmten.
Opel-Werk Rüsselsheim produziert Astra günstiger
Es gebe Hinweise, dass Subventionszusagen bei der Entscheidung für Ellesmere Port eine erhebliche Rolle gespielt haben könnten, sagte der Opel-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug am Montag der dpa. "Diese würden gegen das EU-Beihilferecht verstoßen, da sie nach ernstzunehmenden Hinweisen an die Produktentscheidung für Ellesmere Port gekoppelt sind."
Aus dem Europaparlament sei bereits eine entsprechende Anfrage an die EU-Kommission gestellt worden, sagte Schäfer-Klug und bestätigte damit einen Bericht der Mainzer "Allgemeinen Zeitung". Üblicherweise werde in solchen Fällen eine Untersuchung eingeleitet. Schäfer-Klug betonte, dass Kostenvorteile in der Produktion nicht der Grund für die Entscheidung für Ellesmere Port gewesen sein können.
Jährlich sollen dort mindestens 160.000 Fahrzeuge vom Band rollen. "Fakt ist, dass das modernste Werk im Opel/Vauxhall-Verbund - nämlich Rüsselsheim - circa 219 Euro pro Fahrzeug günstiger produziert als Ellesmere Port, und dass die Qualität im Vergleich hervorragend ist."
An diesem Montag kommt es unterdessen im Werk Bochum zu einer Betriebsversammlung. Die dortigen Beschäftigten befürchten, dass der Familien-Van Zafira nach Rüsselsheim wandert. Für Bochum würde dass das Aus bedeuten. Das Management ließ im Vorfeld der Betriebsversammlung wissen, dass man zum Standortsicherungsvertrag stehe. Er schließt Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2014 aus. Doch die Beschäftigen fordern nur Klarheit, was nach 2014 auf sie zukommt. (AG/dpa)



