Nissan Qashqai: Als Gebrauchter mit einigen Schwachstellen

Nissan Qashqai: Als Gebrauchter mit einigen Schwachstellen
In der e-Power-Version ist der Nissan Qashqai ab 41.360 Euro zu haben. © Nissan

Der Qashqai ist für Nissen ein Bestseller. Doch kann man sich das Crossover-Modell auch als Gebrauchtwagen zulegen?

Den Nissan Qashqai gibt es mittlerweile in der dritten Generation. Der kompakte Crossover hat sich seinem Debüt 2007 zu einem Besteller für die Japaner entwickelt. Auch die zweite Generation (Typ J11, 2014 bis 2021) war sehr erfolgreich. Worauf man bei Kauf eines Modells aus Vorbesitz achten sollte, weiß der TÜV.

Der Nissan Qashqai offenbart bei den TÜV-Hauptuntersuchungen (HU) seine Problemzonen. Den Jahrgängen 6 bis 7 Jahre und 8 bis 9 Jahre testieren die Prüfer Auffälligkeiten bei der Fahrwerksprüfung. Achsaufhängung, Achsfedern und Lenkung geben Anlass zu Kritik. Über alle Jahrgänge zeigen sich Probleme mit der Beleuchtungsanlage und beim Verschleiß der Bremsscheiben. Der Prüfpunkt Umwelt gibt ein gemischtes Bild ab. Ölverlust ist kein Thema, an der Abgasuntersuchung scheitern ältere Exemplare des Typ J11 jedoch öfter.

Zweite Generation nur noch als Fünfsitzer

Die zweite Generation wurde nur noch als Fünfsitzer angeboten, die zusätzliche Variante „+2“ der ersten für bis zu sieben Personen entfiel. Geblieben war die Stilmischung des Crossovers aus Kombi-, Limousinen- und SUV-Optik, die die Käufer seit 2007 gegeisterte. Auch die etwas erhöhte Sitzposition blieb als praktisches Element erhalten. Dagegen legte der Qashqai im Vergleich zum Vorgänger um 6 Zentimeter auf eine Länge von 4,36 Meter zu. Über den Längenzuwachs freuen sich besonders die Fondnutzer, insgesamt gehen die Platzverhältnisse in Ordnung. Das Kofferraumvolumen variiert je nach Sitzkonfiguration zwischen 430 und knapp 1.600 Litern.

Das 2017 durchgeführte Facelift ist unter anderem an einem geänderten Kühlergrill und schmaleren Scheinwerfern mit optionaler LED-Technik zu erkennen.

Einstieg mit 115 PS Leistung

Einstiegsbenziner war ein 1,2-Liter-Vierzylinder-Benziner mit 85 kW/115 PS, Frontantrieb und manuellem Sechsganggetriebe. Darüber angesiedelt bis Ende 2018: ein ein1,6-Liter-Vierzylinder mit 120 kW/163 PS und Frontantrieb. Ein stufenloses Getriebe (CVT) konnte bei beiden Motoren alternativ geordert werden. Beim Normverbrauch liegen beide Turbos mit Werten von 5,6 beziehungsweise 5,8 Litern eng beieinander.

Wer Allrad sucht, muss nach Modellen mit dem 1,6-Liter-Diesel mit 96 kW/130 PS Ausschau halten. Nissan bot für diesen Motor Allrad optional an. Außerdem hatte Nissan für ihn ein CVT-Getriebe gegen Aufpreis im Angebot. Den 1,5-Liter-Einstiegsdiesel mit 81 kW/110 PS (ab Ende 2018: 85 kW/115 PS) gab es ausschließlich mit Frontantrieb. Der 1,5-Liter glänzt mit einem Normverbrauch von 3,8 Litern, beim 1.6er fließt rund ein halber Liter mehr durch die Leitungen.

Im Spätsommer 2018 flog der 130 PS-Diesel aus dem Programm, an seine Stelle trat zwischen Anfang 2019 bis Ende 2020 ein 1,7-Liter-Selbstzünder mit 110 kW/150 PS. Den 1.6er-Benziner ersetzte ein 1,3-Liter, der zunächst in den Leistungsstufen 103 kW/140 PS und 118 kW/160 PS zu haben war, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) stand hier zur Wahl. Gegen Ende der Produktionszeit des Qashqai dünnte Nissan das Motorenangebot stark aus. Ab Ende 2020 gab es nur noch den 1.3er mit 116 kW/158 PS und DSG.

Bereits in Basis anständige Ausstattung

Im Durchschnitt verbraucht der Nissan Qashqai 5,3 bis 5,4 Liter. Foto: Nissan

Visia, Acenta, N-Connecta, N-Vision und Tekna hießen die Ausstattungslinien. Zwar bietet die Basis ein ordentliches Komfortniveau, doch wer etwa Alu-Felgen, Klimaautomatik und Assistenten möchte, muss zu den höheren Level greifen. Diese locken zum Beispiel mit Leder, elektrisch verstellbaren Sitzen und Außenspiegeln und Navigation. Zur Unterstützung des Fahrers sind je nach Ausstattung unter anderem Verkehrszeichenerkennung, 360-Grad-Kamera und Einparkautomatik an Bord. Mit dem Facelift kamen noch Querverkehrswarner und ein Autobahnassistent hinzu.

Der Qashqai spricht mit seinem Design, der Option auf Allrad und seinen kompakten Abmessungen nicht nur Erstkäufer an. Das Motorenangebot ist ordentlich und bietet klassentypische Leistungsstufen. Bei mobile.de werden aktuell rund 2400 gebrauchte Nissan Qashqai der zweiten Generation offeriert. Los geht es ab rund 6.500 Euro. Vor Vertragsabschluss ist es ratsam, sein Wunschmodell auf die bekannten Schwachstellen checken zu lassen. (SP-X)

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