Nissan Qashqai e-Power: Effizienter und merklich leiser

Nissan Qashqai e-Power: Effizienter und merklich leiser
Der Nissan Qashqai ist mit der neuen Generation des e-Power-Antriebs unterwegs. © Nissan

Nissan bringt sein Kompakt-SUV Qashqai mit der neuen Generation seines e-Power-Antriebs auf den Markt. Doch ist es sinnvoll, eine derart aufwendige Technologie zu verbauen?

Der Nissan Qashqai ist das wichtigste Modell des Herstellers. Für das Kompakt-SUV der Japaner haben sich in den ersten zehn Monaten des Jahres nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) 12.798 Kundinnen und Kunden entschieden. Damit kommt der Qashqai auf einen Zulassungsanteil von 47 Prozent bei Nissan. Mit weitem Abstand folgt mit 5629 Zulassungen der Juke (20,7 Prozent) vor dem X-Trail (3748/13,8 Prozent).

Um die Attraktivität ihres Bestsellers zu steigern, haben die Japaner den Qashqai nun mit der neuen Generation des e-Power-Antriebs ausgestattet. Er soll leiser und effizienter sein, verspricht der Hersteller. Zudem wurden auch optische Modifikationen vorgenommen. Dazu gehören unter anderem ein neu gestalteter Kühlergrill, LED-verstärkte Frontscheinwerfer und Heckleuchten.

Reichweite von bis zu 1200 Kilometer

Doch warum widmet sich der Hersteller einem Antrieb, der technisch anspruchsvoll ist, anstatt sich auf die reine E-Mobilität zu konzentrieren? Schließlich hat man nach dem Arriya nun mit dem Leaf und Micra gleich zwei weitere reine E-Modelle im Angebot. „Weil es nach wie vor Kundinnen und Kunden gibt, für die die Reichweite eines reines Elektroautos nicht reicht“, sagt Nissan-Sprecherin Susanne Beyreuther. „Mit dem neuen e-Power-Antrieb bieten wir ihnen eine Reichweite von bis zu 1200 Kilometer – und trotzdem können sie rein elektrisch fahren.“

Modern und intuitiv zu bedienen: das Cockpit im Nissan Qashqai. Foto: Nissan

Um ihnen das bieten zu können, setzt Nissan beim e-Power-Antrieb auf eine aufwändige Technologie. Dabei agiert der 1,5 Liter-Dreizylinder-Benziner als Generator. Der Elektromotor st der einzige, der die Räder antreibt. Der erzeugte Strom kann dabei entweder direkt in die Batterie oder den E-Motor übertragen werden, oder in beides mit Energie versorgen. Wie bei einem klassischen Elektroauto wird die beim Bremsen entstehende Energie (Bremsenergierückgewinnung) zudem in die Batterie eingespeist werden. Die Systemleistung liegt übrigens bei 205 PS.

Verbrauch bei guten 4,5 Litern

Von den Modifikationen am Antriebssystems hat dabei aber nicht nur die Effizienz profitiert, sondern auch die Laufruhe. Das Aggregat ist deutlich ruhiger geworden als der Vorgänger, In reinen Daten ausgedrückt bedeutet das: die Geräuschentwicklung konnte um 5,6 dB reduziert werden, so das Datenblatt des neuen Qashqai e-Power. Und der Verbrauch? Der soll sich auf gerade einmal 4,5 Liter/100 km (WLTP) belaufen. Das sind 0,6 Liter weniger als bei der Vorgängergeneration.

Doch ist das auch in der Praxis zu realisieren? Durchaus, wie unsere Testfahrten mit der neuen Generation des Qashqai e-Power zeigten. Dabei kam der je nach Ausstattung zwischen 1665 bis 1777 Kilogramm schwere Qashqai im Eco-Modus bei der Fahrt von Lyon nach Avignon auf einen Verbrauch von 4,5 Litern/100 km. Bei der fast ausschließlich auf der Autobahn zurückgelegten Strecke von Avignon nach Marseille zeigte der Bordcomputer 5,4 Liter bei durchaus flotterer Fahrweise an. Es sind beides Werte, die wirklich gut sind.

Komfortables Fahrwerk

Bei der Fahrt erweist sich der fast 4,43 Meter lange Qashqai als ausgesprochen komfortabel. Da ist zum einen die Laufruhe, zum anderen ein Fahrwerk, das auch schlechte Straßenverhältnisse gut wegsteckt. Wer möchte, der kann im Qashqai es auch durchaus sportlicher angehen. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert er in 7,9 Sekunden, im Sportmodus sind es 0,3 Sekunden weniger. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Die Sitze sind bequem – und selbst auf den Rücksitzen können Großgewachsene auch dank eines Radstandes von 2,66 Meter recht anständig sind. Im Kofferraum findet sich Platz für 455 Liter Gepäck. Im Innenraum gibt es ein übersichliches Cockpit mit einem googlebasierten Navigationssystem. Entsprechend kann man sich mit Google Maps zum Ziel leiten lassen oder auch den entsprechenden Sprachassistenten („Hey Google“) nutzen. Das ist alles gut und intuitiv gemacht.

Hälfte der Kunden entscheiden sich für e-Power

Effizienter und leiser: die neue Generation des e-Power-Antriebs. Foto: Nissan

Bei den Kundinnen und Kunden kommt der e-Power-Antrieb an. So entscheiden sich gut die Hälfte der Kundinnen und Kunden in Deutschland für diesen Antrieb, der auch im X-Trail zum Einsatz kommt. Der X-Trail kommt aber zunächst nicht in den Genuss der neuen e-Power-Generation. Europaweit haben sich seit 2022 mittlerweile übrigens 248.000 Einheiten vom Qashqai und dem X-Trail mit diesem Antrieb verkauft.

Nun bleibt abzuwarten, wie die neue Generation des Qashqai ankommt. Günstig ist er mit e-Power aber nicht. Der Einstieg beginnt für die Variante Accenta bei 40.180 Euro. In der von uns gefahrenen Variante N-Design kostet er mindestens 46.520 Euro. Wer auf e-Power verzichten kann, der fährt den 1.3 Liter großen Mildhybrid für 34.540 Euro.

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