Weltumrundung im Nissan Qashqai Electric

Bis zu 250 Kilometer Reichweite

Weltumrundung im Nissan Qashqai Electric
Hjalte Tin vor dem Nissan Qashqai Electric © Moto Mundo

Ein dänisches Ehepaar reist derzeit in einem Elektroauto um die Welt. Der eigens von den Dänen für den Langzeittest über drei Kontinente umgerüstete Nissan Qashqai zeigt, dass Stromer bereits jetzt alltagstauglich sind.

Die Dänen Hjalte Tin und Nina Rasmussen haben es nun fast geschafft. Ihre Weltreise nähert sich dem Ende. Ausgehend von Dänemarks Hauptstadt Kopenhagen, wo sie am 7. Mai zurückerwartet werden, durchquerten sie Asien und die USA. Derzeit geht es über das europäische Festland zurück in die Heimat, zuletzt wurden sie in Stuttgart und Aachen gesehen. Im Gepäck haben die Weltenbummler spannende Geschichten und den Beweis, dass die Elektromobilität keine Zukunftsmusik mehr ist.

Extreme Temperaturschwankungen

Unterwegs mit ihrem auf Elektroantrieb umgerüsteten Nissan Qashqai mussten die dänischen Buchautoren einige Hindernisse meistern. Bei hohen Temperaturen ging es durch Russland und die Wüste Gobi, ein Härtetest für Mensch und Material. Zumal die Route auch über Stock und Stein führte, so dass der Fahrer stets aufpassen musste, nicht die unterflurig angebrachten Lithium-Ionen-Akkus zu beschädigen. Daher die Parole: Tempo raus! Eine Maßnahme, die zugleich auch die Reichweite erhöhte. Bis zu 250 Kilometer weit kann man mit dem Elektro-Crossover maximal fahren, ehe ein Besuch an der Steckdose fällig ist. Ist keine Schnellladestation in der Nähe, braucht das "Auftanken" an der herkömmlichen Haushaltsteckdose allerdings stolze 19 Stunden - womit das Fahrzeug den Insassen jedes Mal eine ausgiebige Nachtruhe verordnet.

Das andere Extrem erlebten die Dänen in den USA. Bei Schnee, Eis und Temperaturen von minus zehn Grad Celsius ist der Ladestand der Batterie rasch geschwunden. Obwohl der 60 kW/82PS starke Elektromotor noch überraschend gut und natürlich vollkommen lautlos ansprang, war die Reichweite enorm begrenzt. Ein weiteres Problem verursachten die Stromstecker. In den örtlichen Motels gab es nur 110-Volt-Anschlüsse, nicht aber die mindestens benötigten 220 Volt. Die Folge: Ein Aufladen war teilweise unmöglich. Abhilfe schaffte ein mitgenommenes Notstromaggregat, das die Batterien im Bedarfsfall geladen und so die Weiterfahrt auch in unbewohntem, unwegsamem Gelände sichergestellt hat. Gut, dass das geräumige Crossover-Modell neben fünf Sitzen auch reichlich Platz für Utensilien und technisches Equipment bereithält. Bei den derzeit auf dem Markt befindlichen E-Mobilen sähe es da schon anders aus, sie sind meist zu klein für großes Gepäck.

Rückkehr Anfang Mai

Hjalte Tin beim Wechseln der Batterien Moto Mundo

Mit der Rückkehr nach Europa ist es fast vollbracht. Von Spanien aus ging es gen Deutschland, wo die auf der Welt nahezu einzigartigen, im Tempo unbeschränkten Autobahnen auf dem Programm stehen. Bis zu 130 km/h fährt der Qashqai Electric, womit er durchaus ein alltagstaugliches Reisetempo erreicht. Eine höhere Geschwindigkeit ist weder möglich, noch nötig, da in anderen Ländern sowieso nicht mehr erlaubt ist und dies nur die Reichweite unnötig schmälert. Wenn jetzt keine unerwarteten Überraschungen auftreten, trifft der Reisetrupp Anfang Mai in Dänemark ein.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg. Getreu diesem Motto lässt sich mit Elektroautos bereits jetzt eine Weltumrundung durchführen, wie die 10.000 Kilometer lange Fahrt eindrucksvoll beweist. Mit zunehmender Verbreitung der Stromer werden auch die bis dato noch bestehenden strukturellen Probleme schwinden, so dass einer elektrischen Zukunft nichts mehr im Wege stehen dürfte. (mid)

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