Innerhalb kurzer Zeit bringt Nissan drei Elektromodelle: Nach Leaf und Micra folgt nun der Juke. Der Crossover wurde in Japan präsentiert.
Es ist zwei Jahre her, da hat der japanische Hersteller Nissan den neuen Juke auf den Markt gebracht. Zwar als Hybrid, aber eben nicht als rein elektrische Variante. Die folgt nun. Die Elektro-Version des Crossover-Modells wurde an diesem Dienstag im japanischen Yokohama am Firmensitz des Herstellers im Rahmen des „Nissan Vision Events“ von Vorstandschef Ivan Espinosa präsentiert.
Für die Japaner ist der Juke nicht irgendein Modell. Der Juke steht für das progressive Design der Marke und ist ein Bestseller. Seit seinem Marktstart im Jahr 2010 hat er sich europaweit 1,5 Millionen Mal verkauft. In Deutschland war der Juke mit 6297 Neuzulassungen nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) im zurückliegenden Jahr nach dem Nissan Qashqai (14.722) das zweitwichtigste Modell. Es vereint etwas mehr als 20 Prozent aller Zulassungen von Nissan auf dem deutschen Markt für sich. Mit weitem Abstand folgt der X-Trail (4316) auf Platz drei der Statistik.
Europa als Schlüsselmarkt für EV-Strategie
Zu den technischen Spezifikationen des neuen Juke (Reichweite, Batterien etc.) wollte Espinosa noch nichts sagen. Nur soviel: „Der Juke basiert auf der gleichen Plattform wie der Leaf.“ Dieser Umstand macht für Espinosa auch den besonderen Reiz dieses Modells aus. Es könne ohne weitere Entwicklungskosten gebaut werden, spreche aber komplett eine andere Zielgruppe an. Vor allem aber sei dieser Aspekt sehr kosteneffizient.
Der Nissan Leaf wird derzeit mit zwei Batteriegrößen mit einer Nettokapazität von 52 bis 75 kWh angeboten, die für Reichweiten von 440 bis über 600 Kilometer gut sind. Der nun vorgestellte Juke als rein elektrische Variante soll an den Erfolg des Verbrennermodells anschließen. Für die Marke stellt der Juke als reine E-Version einen wichtigen Schritt seiner Elektrifizierungsstrategie dar, nachdem man in den zurückliegenden Monaten mit dem Leaf und dem Micra zwei neue Elektromodelle präsentiert hatte. Zusammen mit dem Ariya und dem Townstar bietet Nissan damit fünf batterieelektrische Fahrzeuge an.
Eine Baureihe im A-Segment wird das Angebot ergänzen. Sie wird ein Schwestermodell zum Twingo von Allianzpartner Renault sein. Die Franzosen führen den Twingo in diesen Wochen in Europa für einen Preis um die 20.000 Euro ein. Mit dem neuen Juke setzt Elektropionier Nissan darauf, den vielfältigen Anforderungen seiner Kundinnen und Kunden gerecht zu werden. Neben ihren e-Power-Modellen wollen die Japaner mit der nun angekündigten Einführung des Juke Elektro ein Modell mit elektrifiziertem Antrieb anbieten.
„Europa spielt eine zentrale Rolle in unserer Elektrifizierungsstrategie und wir setzen uns weiterhin konsequent für eine vollelektrische Zukunft ein“, sagte Europachef Massimiliano Messina. Wie er hinzufügte, würde Nissan „mit einem rasant wachsenden Angebot an Elektrofahrzeugen“ seinen Kundinnen und Kunden „in jedem Segment mehr Auswahl und Innovation“ bieten. „Die kommende Fahrzeuggeneration wird unseren Übergang zu einer emissionsfreien Mobilität beschleunigen.“
Bekenntnis zu elektrifizierten Verbrennern
Ungeachtet der Ausweitung des Modellangebots von reinen E-Fahrzeugen setzt der Hersteller aber weiter auf elektrifizierte Verbrenner. Entsprechend will Nissan weiter Fahrzeuge mit e-Power Hybrid-Technologie anbieten. Modelle wie der Juke Hybrid oder Qashqai e-Power blieben ein wichtiger Bestandteil der Palette, so der Hersteller. Die Kundinnen und Kunden sollen damit die Wahlfreiheit bei den Antrieben behalten, die zu ihren persönlichen Bedürfnissen passt.
Wie Vorstandschef Espinosa sagte, sei der große Vorteil der e-Power-Technologie, dass sie der reinen Elektromobilität sehr nahe sei. Sollte sich die derzeitige Nachfrage nach Elektrofahrzeugen ändern – im Vorjahr lag der Elektroanteil in Europa bei etwas über 17 Prozent – sei man deshalb schnell in der Lage, reine E-Autos anzubieten. Die dritte und nun elektrische Version des Juke soll entscheidend dazu beitragen, neue Käufer zur Marke zu bringen, so Cliodhna Lyons, Region Vice President, Product und Marketing.
Der neue Nissan Juke Elektro ist wie der Leaf in der Lage, bidirektional zuladen. Damit kann er Strom aus der Batterie ins Hausnetz leiten – das sogenannte Vehicle-to-Grid. Damit sorgt er zugleich für eine Entlastung des Stromnetzes. Gebaut wird der Juke übrigens im Nissan-Werk im britischen Sunderland, wo in den kommenden Wochen die Probefertigung startet. Dort läuft auch der Nissan Leaf vom Band.


