Renault lässt Autokrise hinter sich

Gewinn über 800 Millionen Euro

Renault ist nach dem verlustreichen Geschäftsjahr 2009 im ersten Halbjahr 2010 wieder in die Gewinnzone gefahren. In Deutschland ging der Umsatz aber zurück.

Der französische Autobauer Renault hat die Autokrise gut überstanden. Im ersten Halbjahr 2010 verzeichnete das Unternehmen einen Gewinn in Höhe von 823 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte es noch einen Verlust in Höhe von 2,7 Milliarden Euro gemacht. Der Umsatz sei um 23 Prozent auf 19,668 Milliarden gestiegen, teilte der Konzern am Freitag in Paris mit. Renault rechnet für 2010 weltweit mit einem Marktwachstum von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der europäische Markt werde voraussichtlich aber zwischen sieben und neun Prozent schrumpfen.

Nachwirkungen der Abwrackprämie

«Alle Marken der Gruppe und alle Regionen haben ihren Marktanteil vergrößert», betonte Renault-Chef Carlos Ghosn. Die Ergebnisse hätten die Erwartungen übertroffen. In den ersten sechs Monaten verkaufte Renault 1,348 Millionen Pkw und Kleintransporter. Das entspreche einem Anstieg von 21,7 Prozent, der damit über dem Wachstum des Weltmarktes von 16,9 Prozent liege.

In Deutschland spürte das Unternehmen das Ende der Abwrackprämie. Hier ging der Absatz um 31,6 Prozent zurück. In Frankreich macht sich die schrittweise Reduzierung der Abwrackprämie ebenfalls bemerkbar. Zum 1. Juli wurde sie von 700 auf 500 Euro reduziert. Im kommenden Jahr will Renault in Deutschland verschiedene Elektroautos einführen, unter anderem einen Kompakttransporter und ein zweisitziges Stadtauto.

Weltweit wuchs der Absatz der Stammmarke Renault um 19,9 Prozent. Die rumänische Billigmarke Dacia legte um 18,5 Prozent und Renault Samsung Motors um 61 Prozent zu. Renault hatte kürzlich angekündigt, weitere 240 Millionen Euro in seine Partnerschaft mit Russlands größtem Fahrzeugbauer AvtoVAZ (Lada) zu investieren. Dies solle es dem Unternehmen ermöglichen, neue Fahrzeugmodelle zu entwickeln. Die Franzosen hatte vor zweieinhalb Jahren ein Viertel des russischen Unternehmens übernommen. (dpa)

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Der diplomierte Religionspädagoge arbeitete neben seiner Tätigkeit als Gemeindereferent einer katholischen Kirchengemeinde in Berlin in der Sportredaktion der dpa. Anfang des Jahrtausends wechselte er zur Netzeitung. Seine Spezialgebiete waren die Fußball-Nationalelf sowie der Wintersport. Ab 2004 kam das Autoressort hinzu, ehe er 2006 die Autogazette mitgründete. Seit 2018 ist er als freier Journalist unterwegs.

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