Der Nahverkehr in vielen Regionen ist unzureichend. Abhilfe könnten autonome People Mover wie der Mini-Bus von SUE bieten.
Auf dem Land und in vielen Vororten bleibt der öffentliche Nahverkehr oft lückenhaft. Gerade dort verschärfen demografischer Wandel, Fahrermangel und steigende Personalkosten die Situation zusätzlich. Eine mögliche Antwort auf dieses Dilemma rollt nun als autonomer Minibus vor: Der People Mover SUE („Self-Driving Urban E-Shuttle“) soll künftig kurze Distanzen schließen und neue Verbindungen schaffen.
Entwickelt wurde das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderte Projekt von den Uedelhoven Studios im bayerischen Gaimersheim. Der Design- und Ingenieurdienstleister will mit SUE skalierbares Nahverkehrsfahrzeug „Made in Germany“ auf die Straße bringen.
Unterwegs auf Skateboard-Architektur
Typisch für elektrisch angetriebene People Mover steht SUE auf einer sogenannten Skateboard-Plattform. Die Technik ist flach im Fahrzeugboden untergebracht, die Achsen sitzen weit außen. Das schafft Platz im Innenraum und ermöglicht einen stufenlosen Einstieg. Zwei Schiebetüren führen in einen Fahrgastraum, der auf wohnliche Gestaltung und nachhaltige Materialien setzt.
Technisch ist der Minibus bereits auf den realen Betrieb ausgelegt. SUE erreicht bis zu 50 km/h und liegt damit über dem Leistungsniveau vieler bisheriger autonomer Shuttle-Konzepte. Das sogenannte Smart-Chassis ist als modulare Basis auch für weitere Fahrzeugvarianten vorgesehen. Auffällig ist zudem die 48-Volt-Architektur: Sie arbeitet im Niedervoltbereich, erhöht den Berührungsschutz und reduziert Wartungsaufwand sowie Betriebskosten. Kommunen benötigen dadurch kein spezielles Hochvolt-Fachpersonal, was vor allem kleineren Betreibern zugutekommt. Eine modulare Systemstruktur soll außerdem Reparaturen vereinfachen und spätere technische Updates ermöglichen.
Bereits im Testbetrieb unterwegs
Mit Straßenzulassung und Ausnahmegenehmigung für den autonomen Testbetrieb ist SUE bereits im öffentlichen Raum unterwegs. Als Modellregion gilt unter anderem die geplante Verbindung zwischen Neustadt an der Donau und Bad Gögging.
Dort soll das Shuttle perspektivisch als autonomes Bindeglied fungieren, um bestehende Verkehrsnetze zu ergänzen und neue Direktverbindungen zu schaffen. Dieser Ansatz lässt sich nach Einschätzung der Entwickler grundsätzlich auch auf andere Regionen Europas übertragen. (SP-X)


