Mitsubishi Eclipse Cross EV: Gelassen durch den Alltag

Mitsubishi Eclipse Cross EV: Gelassen durch den Alltag
Der Mitsubishi Eclipse Cross ist ein alltagstauglicher Stromer. © Mertens

Mit dem Eclipse Cross hat Mitsubishi ein familientaugliches Elektroauto im Angebot. Beim Test überzeugte es nicht nur mit seinem Komfort, sondern auch mit seiner alltagstauglichen Reichweite.

Wer an den Eclipse Cross von Mitsubishi denkt, dürfte zunächst an einen Plug-in-Hybrid denken. Doch der gehört der Vergangenheit an. Mittlerweile gibt es die Neuauflage dieses Modells nur noch als rein elektrische Variante.

Damit markiert der Eclipse Cross zugleich einen technischen Aufbruch der Marke. Es werkelt kein Verbrennungsmotor mehr unter dem Blechkleid, nein, der Vortrieb erfolgt ausschließlich elektrisch und ist damit voll und ganz auf die Zukunft ausgerichtet. Das erkennen immer mehr Kundinnen und Kunden: Bereits jetzt entscheiden sich nach den Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) mehr als ein Viertel aller Kundinnen und Kunden für ein Elektroauto. Tendenz steigend.

Attraktives Crossover-Modell

Mit seiner Länge von 4,48 Meter bietet der Eclipse Cross von Mitsubishi Platz für fünf Personen. Foto. Mertens

Und die, die nach einem rein elektrischen Modell schauen, das auch für die Familie geeignet ist, für den stellt der Mitsubishi Eclipse Cross eine gute Alternative zu Konkurrenzprodukten dar. Das ist auch deshalb der Fall, weil die Japaner nicht dem Trend in der Branche folgen, ein weiteres, überdimensioniertes SUV auf die Straße zu bringen: der Eclipse Cross ist ein klassisches Crossover-Modell: ein wenig SUV, ein wenig Kombi, ein wenig Limousine. Er vereint quasi die Stärken von drei Fahrzeug-Segmenten in einem. Das ist kein schlechter Ansatz, um eine große Bandbreite an Kundinnen und Kunden zu erreichen. Genau das kann der Stromer der Japaner.

Da sind zum einen seine Abmessungen: Mit seiner Länge von 4,48 Metern und einem Radstand von 2,79 Meter bietet der Fünfsitzer seinen Passagieren ein gutes Raumgefühl. Die Wohlfühlatmosphäre im Innenraum wird durch das dimmbare Panoramaglasdach (abhängig von der Ausstattung) noch einmal gesteigert. Fahrer und Beifahrer müssen nicht über zu wenig Platz klagen: sie sitzen bequem. Doch im Eclipse Cross können auch Großgewachsene auf der Rückbank ängere Strecken komfortabel hinter sich bringen. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann ist es der Fußraum unter den Vordersitzen, der durchaus etwas größer hätte ausfallen können. Nichts zu bemängeln gibt es an der Größe des Kofferraums: der bietet Platz für ein 545 Liter Gepäck. Ein guter Wert in dieser Klasse.

Bedienung im Cockpit erfolgt intuitiv

Die Verarbeitung im Innenraum ist gut, die verwendeten Materialien wertig. Das Cockpit ist übersichtlich gestaltet, die Bedienung intuitiv. So muss es sein. Die Fahrerin oder der Fahrer schauen in unserem Testwagen auf ein 12 Zoll großes Display, was Auskunft u.a. über Ladestand, Reichweite, Fahrmodus und natürlich Geschwindigkeit gibt. In der Mitte des Armaturenbretts findet sich ein gleich großer Touchscreen für das Multimediasystem mit Google-Software. Entsprechend gibt es Google Maps für die Navigation, was fast jeder bereits von seinem Smartphone kennt. Es ist ohne Frage eine der besten Lösung im Automotive-Bereich.

Das Lenkrad im Mitsubishi Eclipse Cross verfügt über Tasten für die wichtigsten Bedienfunktionen. Foto: Mertens

Über das Navi sind Ladestopps einzustellen, die zugleich für eine Vorkonditionierung der Batterie sorgen und einem auch die Restreichweite bei Erreichen des Ladepunkts anzeigen. Apropos Smartphone: in der Mittelkonsole gibt es auch eine induktive Ladefläche. Deren Aussparung ist indes etwas zu klein geraten, sodass man das Handy nur etwas fummelig dort ablegen kann. Zudem reicht die Ladeschale etwas in den Fahrerraum hinein. Das sorgt bei größeren Fahrerinnen oder Fahrern dazu, dass sie daran mit dem Knie anstoßen. Noch ein Wort zur Sprachsteuerung: auch sie basiert auf Google („Hey Google“) und funktioniert zumeist beim ersten Versuch erstaunlich gut. Das ist alles gut gemacht – und gibt keinen Anlass zur Kritik.

Batterie hat Kapazität von 87 kWh

Kommen wir zu den Fahrleistungen des Eclipse Cross mit der 87 kWh großen Batterie, die für eine Reichweite von über 600 Kilometer reichen soll. Er steht in der Ausstattungsvariante Diamant Plus mit 43.990 Euro in der Preisliste, wobei wir mit der Topvariante Diamant Top mit Luxury Paket (ab 52.190 Euro) unterwegs waren. Diese Preise enthalten zurzeit alle einen Aktionsbonus von 4000 Euro. Beide Fahrzeuge haben jedoch die gleiche Batterie und die gleiche Leistung von 218 PS. Das ist für ein Auto mit einem Gewicht von fast zwei Tonnen ausreichend. Es reicht völlig aus, um auch mal flotter unterwegs zu sein: In 7,9 Sekunden absolviert der Eclipse Cross den Sprint auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit endet bei ausreichenden 170 km/h.

Wer mag, kann den Eclipse Cross dank eines straff, aber nicht unkomfortabel abgestimmten Fahrwerks auch flotter durch die Kurven fahren, wie wir es im Weserbergland getan haben. Dabei liegt der Stromer satt auf der Straße und die Lenkung spricht angenehm direkt an, vermittelt der Fahrerin oder dem Fahrer eine gute Rückmeldung.

Entspannt auf der Langstrecke

Seine Stärken entfaltet der Eclipse Cross gerade auf der Langstrecke, hier erweist er sich mit seiner Laufruhe als angenehmer Begleiter – und gibt sich dabei bei Temperaturen um die 20 Grad auch als ausgesprochen effizient: Angeben wird der Verbrauch mit 16.9 kWh/100 km. Bei den Testfahrten zeigte der Bordcomputer für die Strecke von Berlin Richtung Bad Pyrmont einen Wert von 18,3 kWh/100 km an. Das ist für ein Auto dieser Größe ein guter Wert, der im Stadtverkehr auch dank häufiger Rekuperation bei unter 15 kWh lag.

Damit sind wir zugleich bei der Ladeleistung des Eclipse Cross, der mit einer 400 Volt-Architektur unterwegs ist. Ist der Akku leer, lässt er sich unter Idealbedingungen mit maximal 150 kW an einer DC-Ladestation aufladen. Für die Ladung von 15 auf 80 Prozent braucht er dann 37 Minuten. Das ist indes nur Mittelmaß. Doch das ist verschmerzbar, denn das Gros der Fahrer eines E-Autos laden privat an der heimischen Wallbox, wo man mit dem Onboard-Charger serienmäßig mit 11 kW laden kann, optional sind auch 22 kW möglich.

Hohe Alltagstauglichkeit

Nachhaltig unterwegs mit dem Mitsubishi Eclipse Cross im Weserbergland. Foto: Mertens

Wer sich Gedanken macht, sich ein E-Auto anzuschaffen, der bekommt mit dem Eclipse Cross ein mit nur wenig Abstrichen überzeugendes Modell mit einer hohen Alltagstauglichkeit. Der Anschaffungspreis lässt sich zudem noch weiter mit der E-Autoprämie reduzieren. Wer die Förderkriterien erfüllt, der kann in den Genuss einer Förderung von bis zu 6000 Euro kommen.

Zudem rechnet sich ein Stromer bei den so genannten Total-Cost-of-Ownership. Bei einem Verbrauch wie bei unseren Testfahrten von 18,3 kWh kommt man bei einem durchschnittlichen Kilowatt-Preis von derzeit 37 Cent auf 6,77 Euro auf 100 Kilometer. Selbst Dieselfahrer sind angesichts der gestiegenen Kraftstoffpreise teurer unterwegs. Daneben kommen Fahrerinnen oder Fahrer eines E-Autos auch in den Genuss der THG-Prämie, die sich je nach Anbieter bis zu 360 Euro und mehr im Jahr beläuft. Es lohnt sich also auch finanziell, auf einen Stromer umzusteigen.

Wer nicht unbedingt eine Reichweite von über 600 Kilometer braucht, der kann in ein paar Wochen auch eine kleinere Batterie bestellen, die den Preis nochmals um ein paar Tausend Euro reduziert. Zu Preisen, Reichweiten und Batteriegrößen sagt der Hersteller noch nichts. Beim Technik-Verwandten Renault Scenic liegt die Größe der kleinen Batterie bei 60 kW und einer Reichweite von knapp über 420 Kilometer, die Leistung bei 170 PS. In diesem Bereich dürfte es sich dann wohl auch beim Eclipse Cross bewegen.

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