Mietwagen im Urlaub: Teure Überraschungen vermeiden

Früh buchen spart Geld

Mietwagen im Urlaub: Teure Überraschungen vermeiden
Mietwagen-Anbieter am Flughafen Köln-Bonn. © dpa

Viele Reisende steigen im Urlaub auf einen Mietwagen um. Das kann durchaus ins Geld geben. Damit es bei der Rückgabe nicht noch teurer wird, sollte man die Vertragsdetails studieren.

Wer nicht mit dem eigenen Auto in den Urlaub fährt, aber vor Ort flexibel sein will, wählt oft einen Mietwagen. Das kann vor allem in der Hauptsaison teuer werden. Die Preise schwanken je nach Ziel, Reisezeit und Fahrzeugklasse stark. Zudem machen Zusatzkosten aus einem vermeintlichen Schnäppchen schnell ein teures Angebot. Wer rechtzeitig plant und typische Fallstricke kennt, fährt günstiger.

Die wichtigste Regel lautet: früh buchen. Vor allem für Reisen im Juli und August sollten Urlauber nicht bis zur Ankunft am Zielort warten. Je näher der Reisetermin rückt, desto kleiner ist oft die Auswahl. Das kann den Preis treiben, vor allem an Flughäfen, auf Inseln und in stark nachgefragten Urlaubsregionen. Hinzu kommt, dass einzelne Ferienziele wie etwa Ibiza die Zahl der Mietwagen inzwischen begrenzen. Solche Vorgaben können die Verfügbarkeit zusätzlich einschränken und frühes Buchen wichtiger machen – nach Möglichkeit schon mehrere Monate vor Reiseantritt.

Angebote vergleichen

Einen guten Marktüberblick bieten Vergleichsportale und Automobilclubs. Dort lassen sich Angebote verschiedener Vermieter nach Preis, Fahrzeugklasse, Versicherungsumfang, Kilometerregelung und Tankmodell sortieren. Das billigste Angebot ist allerdings nicht automatisch das Beste. Entscheidend ist der Endpreis inklusive Gebühren, Versicherungen und Zusatzleistungen. Gerade sehr günstige Tarife enthalten häufig Einschränkungen, die später teuer werden können.

Zu den wichtigsten Kostenpunkten gehört die Kilometerregelung. Manche Tarife enthalten nur eine begrenzte Zahl an Freikilometern. Wer diese Grenze überschreitet, zahlt für jeden Zusatzkilometer. Bei längeren Rundreisen oder unklarer Streckenplanung ist ein Tarif mit unbegrenzten Kilometern meist die bessere Wahl. Auch Zusatzfahrer kosten häufig extra. Wer sparen will, trägt nur die Personen ein, die tatsächlich fahren müssen. Wichtig ist aber: Nur eingetragene Fahrer sind in der Regel auch versichert. Für junge Fahrer verlangen viele Vermieter Aufschläge. Teils gelten zudem Regelungen zu Mindestalter oder Führerscheinbesitzzeiten.

Teuer werden können auch Extras. Ein Navigationsgerät lässt sich oft durch das Smartphone ersetzen, sofern eine Halterung und ausreichend Datenvolumen vorhanden sind. Wer mit Kindern reist, sollte prüfen, ob eine Sitzerhöhung mitgenommen werden kann. Größere Kindersitze müssen meist beim Vermieter bestellt werden. Das sollte schon bei der Buchung geschehen, denn vor Ort sind Kindersitze nicht immer verfügbar. Ähnliches gilt für Dachträger, Schneeketten oder andere spezielle Ausstattung.

Auf Gesamtpreis achten

Vor dem Abschluss der Buchung sollte ein Gesamtpreis ausgewiesen sein. Darin müssen alle obligatorischen Gebühren enthalten sein. Wichtig sind zudem die Stornobedingungen. Praktisch sind Tarife, die bis kurz vor Mietbeginn kostenlos stornierbar sind. Das erlaubt nicht nur mehr Flexibilität, sondern auch einen späteren Preisvergleich. Sinkt der Preis, kann unter Umständen neu gebucht werden.

Auch die Abholbedingungen verdienen Aufmerksamkeit. Der Mietvertrag wird meist erst am Schalter vor Ort geschlossen, auch wenn die Reservierung vorher online erfolgt. Deshalb sollten Reisende den Voucher und die Geschäftsbedingungen prüfen. Besonders wichtig ist die No-Show-Regelung: Erscheint der Kunde wegen einer Flugverspätung oder aus anderen Gründen nicht rechtzeitig, kann die Buchung unter Umständen verfallen. Daher sollten Flugnummer und Ankunftszeit korrekt angegeben werden. Bei größeren Verspätungen empfiehlt sich eine schnelle Kontaktaufnahme mit Vermieter oder Vermittler.

Bei der Abholung wird fast immer eine Kaution fällig. Dafür verlangen viele Vermieter eine Kreditkarte auf den Namen des Hauptfahrers. Debitkarten werden nicht überall akzeptiert. Reicht der Verfügungsrahmen nicht aus, kann die Herausgabe des Fahrzeugs scheitern oder es werden vor Ort teure Zusatzpakete angeboten. Urlauber sollten deshalb vorab prüfen, welche Karte akzeptiert wird und wie hoch die Kaution ausfällt.

Vollkasko ist zu empfehlen

Am Schalter versuchen Vermieter häufig, zusätzliche Versicherungen oder ein Fahrzeug-Upgrade zu verkaufen. Sinnvoll sind Vollkasko- und Diebstahlschutz ohne Selbstbeteiligung sowie eine ausreichend hohe Haftpflichtdeckung. Auch Schäden an Glas, Reifen, Unterboden und Dach sollten möglichst eingeschlossen sein, weil sie in Standardtarifen oft ausgenommen sind. Auf Insassen- oder Gepäckversicherungen kann man dagegen meist verzichten, wenn bereits anderweitiger Schutz besteht. Wer auf deutschen Seiten online bucht, hat oft schon das optimale Paket und muss sich vor Ort nicht auf weitere Upgrades einlassen.

Vor der Abfahrt sollte das Fahrzeug gründlich geprüft werden. Kratzer, Dellen, Felgenschäden, Steinschläge, Reifenschäden und Flecken im Innenraum gehören ins Übergabeprotokoll. Zusätzlich helfen Fotos oder ein kurzes Video rund um das Auto, am besten mit erkennbarer Uhrzeit und Standort. Auch Tankstand und Kilometerstand sollten dokumentiert werden. Fehlt etwas im Protokoll, sollte der Mieter vor der Abfahrt auf Nachtrag bestehen.

Voller Tank bei Rückgabe

Bei der Rückgabe gilt: pünktlich sein und die vereinbarte Tankregelung einhalten. Besonders transparent ist die Regel „voll übernehmen, voll zurückgeben“. Wer nicht vollgetankt abgibt, zahlt häufig hohe Service- und Kraftstoffaufschläge. Das Auto sollte außerdem möglichst während der Öffnungszeiten zurückgegeben werden, damit ein Mitarbeiter den Zustand bestätigt. Wird der Wagen außerhalb der Geschäftszeiten abgestellt, bleibt ein Restrisiko: Schäden, die danach entstehen, können dem Mieter zugerechnet werden. Auch geringe Verspätungen können teuer werden, wenn der Vermieter einen weiteren Miettag berechnet.

Wer mit dem Mietwagen Landesgrenzen überqueren, Fähren nutzen oder auf unbefestigten Straßen fahren will, sollte dies vorher klären. Nicht jeder Tarif erlaubt Auslandsfahrten oder bestimmte Nutzungen. Verstöße können den Versicherungsschutz gefährden. Das gilt auch, wenn nicht eingetragene Fahrer ans Steuer gelassen werden. Am Ende spart also nicht der billigste Tarif am meisten Geld, sondern der Vertrag, der zur Reise passt und keine teuren Lücken enthält. (SP-X)

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