Mercedes EQS kommt mit Steer-by-Wire

Mercedes EQS kommt mit Steer-by-Wire
Der Yoke-Lenkerim Mercedes EQS. © Mercedes

Als erster deutscher Hersteller bringt Mercedes im EQS Steer-by-Wire. Doch wie funktioniert die Lenk-Technologie?

Mercedes ist der erste deutsche Hersteller, der ein Fahrzeug mit rein elektronisch arbeitender Lenk-Technologie auf die Straße bringt. Wie funktioniert Steer-by-Wire, wie fühlt es sich in der Praxis an? Testgerät war ein gerade rundum aufgefrischter Mercedes EQS. Allerdings noch ein Prototyp, die Produktion der Versionen mit Steer-by-Wire ist noch nicht angelaufen. Bestellstart soll laut Mercedes noch in diesem Herbst sein. Kostenpunkt des Extras: 2.500 Euro inklusive Hinterradlenkung plus Mehrwertsteuer.

Und inklusive „Yoke“-Lenker. Die nach einem Ochsenjoch benannte, wie eine liegende Acht geformte Lenkung liegt gut zur Hand. Die klassische Lenksäule hat bei diesem zusammen mit ZF entwickelten System ausgedient, die Impulse werden per Kabelstrang an die Stellmotoren auf der Achse übertragen. Und das natürlich doppelt abgesichert. Umlenken ist passé, dank der Drahtlenkung lassen sich die knappsten Steilkehren mit sehr geringem Lenkeinschlag meistern. Der Wendekreis sinkt fast auf A-Klasse-Niveau: 10,90 Meter sind für ein Auto dieses Formats ganz schön wenig.

Unterschiede gerade bei wenig Tempo

Die Umstellung von einem „normalen“ Auto auf den EQS mit der neuen Technik geht fix vonstatten. Am deutlichsten ist der Unterschied bei niedrigem Tempo, wenn sich die Hinterräder bis zu zehn Grad gegenläufig drehen. Auch das Einparken wird zum Kinderspiel, enge Ein- und Auffahrten verlieren ihren Schrecken. Die 5,23 Meter lange Elektrolimousine versprüht Gokart-Charme und mutiert zum Kurvenflitzer.

Der Fahrkomfort ist durch den Wegfall der mechanischen Verbindung zwischen Lenkrad und Vorderachse noch einen Tick besser. Der Lenkeindruck orientiert sich stark am gewohnten Mercedes-Stil, die Software wurde mit einigem Aufwand darauf ausgerichtet. Zudem ermöglicht der Yoke-Lenker einen besseren Blick auf das Zentralinstrument. Allerdings wirkt es auf den ersten Kilometern erst einmal etwas seltsam, wenn der Blinkerhebel beim Betätigen während einer Kurvenfahrt ohne den Griff hinters Lenkrad frei zugänglich an der Lenksäule thront. Aber auch das ist reine Gewohnheitssache. (SP-X)

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