Steigende Auftragseingänge bei Scania

MAN präsentiert Jahresabschluss

Steigende Auftragseingänge bei Scania
MAN und Scania streiten um einen Milliardenauftrag. © dpa

Das Jahr könnte für den Lkw-Hersteller MAN mit einem Lichtblick zu Ende gehen. Dafür sorgen gute Verkaufszahlen der VW-Schwestermarke Scania. Am Freitag wird der Jahresabschluss präsentiert.

Ein Lichtblick zum Jahresende? Nach einem enttäuschenden dritten Quartal könnte das Jahr für den Lkw-Bauer MAN versöhnlich zu Ende gegangen sein. Hoffnung machen unter anderem steigende Auftragseingänge, die die VW-Schwestermarke Scania für das vierte Quartal vermeldete. MAN will seinen Jahresabschluss am Freitag veröffentlichen.

Bei Scania hatte der Auftragseingang im vierten Quartal dank kräftiger staatlicher Subventionen in Brasilien im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel zugelegt. Das sollte auch dem Marktführer für Lateinamerika Rückenwind verschafft haben. Schon bei der Bilanz des dritten Quartals hatte Konzernchef Georg Pachta-Reyhofen in Aussicht gestellt, dass MAN dank des staatlichen Förderprogramms bis Jahresende den Hofbestand von rund 9000 Fahrzeugen abbauen werde.

Zahlen besser als erwartet

Außerdem hatte der "Platow Brief" Ende Januar gemeldet, die MAN-Zahlen könnten trotz des dramatischen Rückgangs auf Europas Lkw-Märkten besser sein als erwartet. Zwar werde das operative Ergebnis aus 2011 von knapp 1,5 Milliarden Euro klar verfehlt, Analystenschätzungen von 770 Millionen Euro aber ebenso klar übertroffen, schrieb der Börsenbrief ohne Quellenangabe. Auch der Auftragseingang liege nur knapp unter dem Vorjahreswert von 17,1 Milliarden Euro und damit über den Schätzungen. Der Umsatz verharre etwa auf dem Vorjahresniveau von 16,5 Milliarden Euro. Dazu habe auch das gute Abschneiden der Sparte Diesel und Turbo beigetragen, in der der Kraftwerksbau glänzte, hatte es geheißen.

Die von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Analysten rechnen beim Umsatz im Schnitt mit 15,8 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) schätzen sie auf 711 Millionen Euro, unter dem Strich dürften 260 Millionen übrig bleiben. Ob mit besseren Schlussmonaten aber eine echte Trendwende eingeläutet ist, bleibt fraglich. Ende Oktober hatte Nutzfahrzeug-Chef Anders Nielsen für den europäischen Markt noch "kein Licht am Ende des Tunnels" erkennen können. Hier waren die Lkw-Verkäufe seit zwölf Monaten zurückgegangen. Auf das Gesamtjahr gesehen, waren sie 2012 um gut zwölf Prozent gefallen.

Kurzarbeit in München und Salzgitter

Auch deswegen hatte MAN im Dezember Kurzarbeit in den Werken München und Salzgitter angekündigt. Seit Januar sind gut 5.000 Beschäftigte betroffen, die Maßnahme ist bis Jahresmitte angemeldet. Bereits Ende Oktober und über die Weihnachtsfeiertage hatte die Fertigung geruht, viele Mitarbeiter hatten ihre Zeitkonten leeren oder Urlaub nehmen müssen. Kürzungen bei der Stammbelegschaft sollen aber kein Thema sein.

Schub hatte die Aktie unterdessen im Januar bekommen, als der Mutterkonzern VW, der gut 75 Prozent an MAN hält, einen lange erwarteten Gewinn- und Beherrschungsvertrag angekündigte. Noch in diesem Jahr soll das Vorhaben umgesetzt werden, damit dürften die Aktionäre schon zur MAN-Hauptversammlung am 6. Juni über den Vertrag entscheiden. Dank des großen VW-Anteils dürfte dem Vertrag kaum etwas im Weg stehen. Analysten rechnen danach mit einem Angebot der Wolfsburger an die verbliebenen MAN-Aktionäre. (dpa)




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