Lkws: Notbremsassistenten sollen verbessert werden

Unfälle reduzieren

Lkws: Notbremsassistenten sollen verbessert werden
Ein verpflichtender Abbiegeassistent für Lkw könnte Leben retten. © dpa

Unfälle mit Lkws führen nach wie vor zu häufigen Todesfällen. Jetzt sollen die Notbremsassistenten verbessert werden.

Damit sollen sie bei einer drohenden Unfallgefahr frühzeitiger reagieren und im Stadtverkehr für Fußgänger automatisch bremsen sowie grundsätzlich nicht mehr so leicht wie bisher abschaltbar sein.


Auf diese Neuerungen hat sich nun eine Expertengruppe der Vereinten Nationen (UN) geeinigt, wie die im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDV) an der Arbeitsgruppe beteiligte Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) mitteilt.

Unfallvermeidung bis Tempo 70

Die Änderungsserie der geplanten Neuregelung (UN Nr. 131-02) sieht unter anderem die Unfallvermeidung bis zu 70 km/h Fahrgeschwindigkeit auch auf stehende Fahrzeuge vor. Bislang ist bei Kollisionsgefahr ein automatischer Geschwindigkeitsabbau von 20 km/h festgelegt. Die Systeme müssen künftig zudem bis zur Maximalgeschwindigkeit arbeiten, die Kollisionsgeschwindigkeit darf selbst aus voller Fahrt nicht mehr als 42 km/h betragen.

Bei der Abschaltbarkeit soll es zudem stärkere Einschränkungen geben. Eine dauerhafte Fahrt ohne Assistenz soll nur in Ausnahmefällen möglich sein, ansonsten ist eine automatische Aktivierung nach 15 Minuten vorgesehen. Schließlich soll die Technik auf Fußgänger reagieren und damit unter anderem typische Abbiegeunfälle im Stadtverkehr bis Tempo 20 verhindern.

Die Änderungen sollen völkerrechtlich für neu entwickelte Lkw ab September 2025 gelten, drei Jahre später werden diese für alle Neufahrzeuge verbindlich sein. Ab spätestens Februar 2023 können Hersteller ihre Fahrzeuge mit der neuen Notbremstechnik auch freiwillig auf den Markt bringen. (SP-X)

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