Kia EV2: Der Gute-Laune-Stromer

Kia EV2: Der Gute-Laune-Stromer
Der Preis für den Kia Ev2 startet bei 26.600 Euro. © Lena Willgalis/Kia

Kia setzt konsequent auf die Elektromobilität. Mit dem EV3, EV4, EV5, EV6 und EV9 hat man bereits fünf batterie-elektrische Modelle im Angebot. Nun folgt der EV2.

Es sind Kleinigkeiten, die einen jeden Tag aufs Neue erfreuen. Wer in den neuen Kia EV2 einsteigt, der wird mit einem „Hello“ begrüßt. Der Schriftzug steht gut sichtbar im oberen Bereich der Türverkleidung. Verlässt man das Auto und greift nach dem Türöffner, wünscht einem der neue Einstiegsstromer der Koreaner einen schönen Tag („Have a nice Day“).

Der Kia wünscht seiner Fahrerin oder Fahrer einen schönen Tag. Foto: Lena Willgalis/Kia

Es sind Nettigkeiten wie diese, die zu diesem Gute-Launer-Stromer passen. Mit einem Einstiegspreis von 26.600 Euro (Ausstattungsvariante Light) soll der EV2 einer breiteren Kundengruppe die Elektromobilität zugänglich machen. Bislang musste man dafür bei Kia mindestens 35.990 Euro für den EV3 zahlen. Es ist der Bestseller unter den Elektromodellen der Koreaner. Im Vorjahr kam er nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) auf 9250 Zulassungen. Mit weitem Abstand folgt der EV6 (3326 Neuzulassungen). Bei Kia will man sich auf eine konkrete Absatzerwartung für den EV2 nicht festlegen lassen. Man gehe davon aus, sagt Sprecherin Susanne Mickan, „dass er uns viel Freude machen wird“. Beim Absatzniveau erwartet man ähnliches Niveau wie beim EV3.

Gleiches Cockpit wie bei Schwestermodellen

Wichtige Funktionen lassen sich Multifunktionslenkrad ansteuern. Foto: Lena Willgalis/Kia

Freude bereitet das 4,06 Meter lange SUV auch der Fahrerin oder dem Fahrer – und das abseits der genannten Nettigkeiten. Der Innenraum bietet das gleichgute Niveau wie die größeren Schwestermodelle. Dazu gehört auch das optisch ansprechende dreigeteilte Panoramadisplay mit dem digitalen Kombiinstrument und dem 12,3 Zoll großen Touchscreen. Es enthält ab der Ausstattungsvariante Air (ab 28.990 Euro) auch ein eingebautes Navigationssystem („Connected Car Navigation Cockpit“). In der abgespeckten Variante (Lite-Version) muss man dafür das Smartphone nutzen, um es kabellos mit Google Maps zu verwenden und es sich im Infotainmentdisplay anzeigen zu lassen. Das funktioniert tadellos.

Die Rücksitze im Kia EV2 lassen sich einzeln verschieben. Foto: Lena Willgalis/Kia

Wie auch bei anderen neuen Kia-Modellen lassen sich wichtige Funktionen wie die Kartendarstellung oder Media über eine unter dem Touchscreen befindliche Leiste anwählen. Darunter gibt es erfreulicherweise auch Tasten für die Klimaanlage. Mit einem Drehrad in der Mittelkonsole lässt sich die Lautstärke regeln. Wichtige Funktionen lassen sich auch über die Knöpfe am Multifunktionslenkrad anwählen. Das ist alles gut gemacht und sorgt für eine intuitive Bedienung.

Die Sitze sind bequem, könnten für größere Fahrerinnen und Fahrer aber eine längere Auflagefläche für die Oberschenkel vertragen. Bei schnell gefahrenen Kurven wünscht man sich zudem einen etwas besseren Seitenhalt. Angeboten wird der EV2 übrigens als Vier- oder Fünfsitzer. Dabei ist für mich der Viersitzer die Empfehlung, bietet er doch einzeln um 16 Zentimeter verschiebbare Rücksitze. Damit vergrößert sich das Kofferraumvolumen von 362 Litern auf 406 Liter. Der Frunk bietet zudem weitere 15 Liter wie beispielsweise für das Ladekabel.

Zwei Batteriegrößen im Angebot

Doch wie fährt sich der von uns mit der kleineren Batterie (42,2 kWh) getestete EV2. Gut, wirklich gut. Seine Leistung von 147 PS ist für ein Fahrzeug dieser Größe mehr als ausreichend und erlaubt durchaus sportliche Fahrleistungen. Gerade einmal 8,7 Sekunden vergehen für den Sprint auf Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit ist bei 161 km/h erreicht. Mit der kleineren Batterie sollen 317 rein elektrische Kilometer möglich sein. Ist der Akku leer, kann mit bis zu 118 kW laden. Damit vergehen 30 Minuten für die Ladung von 10 auf 80 Prozent. An einer Wallbox kann optional mit 11 kW geladen werden, optional sind auch 22 kW (Aufpreis 990 Euro) möglich. Unterwegs überrascht der EV2 zudem mit einem ausgesprochen ruhigen Innenraum, sogar auf der Autobahn. Dafür sorgt eine gute Dämmung; beispielsweise wurden auch die Radläufe mit Dämmmaterial versehen. Der kleine Stromer liegt mit seinem Radstand von 2,56 gut auf der Straße, das Fahrwerk steckt auch Querfugen gut weg. Die Lenkung ist ausreichend direkt abgestimmt, um eine gute Rückmeldung zu geben.

Der Kia EV2 wird mit zwei Batteriegrößen angeboten. Foto: Lena Willgalis/Kia

Wem die 317 Kilometer mit kleinerer Batterie zu wenig sind, der hat auch die Möglichkeit, sich für den größeren Akku mit 61 kWh (135 PS/ab 33.490 Euro) zu entscheiden. Damit liegt die Reichweite bei bis zu 453 Kilometer. Wer es sportlich mag, für den ist auch eine GT-Variante (36.890 Euro) im Angebot. Um die Sicherheit braucht man sich in dem EV2 keine Sorgen zu machen. Der Einstiegsstromer verfügt beispielsweise über einen Frontkollisionswarner, Totwinkelassistenten miot Monitoranzeige, Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion und Spurfolgeassistent. Optional steht auch ein fernbedienbarer Parkassistent zur Verfügung (Teil des Drive Wise-Parkpakets/990 Euro).
Mit dem EV2 präsentiert Kia ein überzeugendes Gesamtpaket. Der neue Einstiegsstromer der Koreaner bringt alles mit, um an den Erfolg des EV3 anzuknüpfen und ihn bei den Absatzzahlen sogar zu überflügeln.

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