Kia EV2: Ein Stromer für die breite Masse

Premiere in Brüssel

Kia EV2: Ein Stromer für die breite Masse
Der Kia EV2 ist der neue Einstiegsstromer der Koreaner. © Kia

Der Kia EV2 soll dem Absatz der Koreaner in Europa weiteren Schwung verleihen. Der kleiner Stromer wurde am Freitag auf der Automesse in Brüssel präsentiert.

Dass City-Stromer der Viermeterklasse mehr als überfällig sind wissen nicht nur die Strategen bei Kia. Auch andere Hersteller entwickeln derzeit, was das Zeug hält. Angetrieben durch die Urbanisierung und Umweltregularien steigt die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen im wichtigen europäischen B-Segment weiter an.

Nach EV6, EV9, EV5, EV3 und EV4 rundet Kia mit dem EV2 sein BEV-Portfolio nach unten ab. Das kleine SUV misst lediglich 4,06 Meter und tummelt sich damit in einer Klasse, in der bereits der Jeep Avenger, der Fiat Grande Panda und der Renault 4 E-Tech unterwegs sind. VW will noch in diesem Jahr mit dem ID.Cross ebenfalls in dieses Segment einsteigen.

E-Mobilität für die breite Masse

„Wir wollen Elektromobilität einem breiten Publikum zugänglich machen – ohne Kompromisse“, so Marc Hedrich, Präsident und CEO von Kia Europe, und ließ den EV2 in Rüsselsheim speziell für den europäischen Markt entwickeln. Da ist es fast schon logisch, dass das Auto auch in Europa gebaut wird. Ab Februar startet die Produktion in dem bekannten Werk Zilina in der Slowakei, wo auch der EV4 vom Band läuft.

Das Cockpit des Kia EV2 kennt man so auch von anderen Modellen der Marke. Foto: Kia

Beim Design des EV2 folgt Kia seiner sogenannten Philosophie „Opposite United“, was mit „Vereinte Gegensätze“ übersetzt werden kann. Wie auch immer, der Fokus lag hierbei stark auf Alltags-Vielseitigkeit und effiziente Raumausnutzung. Dazu gehören vor allem die längst verschiebbaren Rücksitze. Sind sie ganz zurückgefahren, erreicht der EV2 die größte Beinfreiheit seiner Klasse. Andersrum: Weit nach vorne geschoben erweitert dies den Kofferraum auf üppige 403 Liter. Die Entwickler fanden sogar vorn unter der Haube noch Platz für einen 15 Liter großen „Frunk“. Er eignet sich bestens zur Aufnahme des Ladekabels.

Zwei Batteriegrößen im Angebot

Strom fließt in der Basisversion in eine 42,2-kWh-Batterie. Sie liefert im Bestfall Energie für eine Reichweite von 317 Kilometern. Wer sich für die Long-Range-Variante des EV2 entscheidet, erhält einen Hochvoltspeicher mit 61 kWh und entsprechend mehr Aktionsradius. Kia verspricht bis zu 448 Kilometer. Geht es unterwegs an eine DC-Schnellladesäule, lässt sich der Akku mit bis zu 120 kW Leistung befüllen. So schafft man 80 Prozent der Kapazität in gut einer halben Stunde.

Zudem bietet Kia erstmals einen On-Board-Charger fürs AC-Laden mit 11 und 22 kW an, was in B-Segment die absolute Ausnahme darstellt. Fast überflüssig zu erwähnen, dass der EV2 über einen Routen-Planer, Plug & Charge und über bi-direktionales Laden V2L und V2G verfügt, ebenfalls alles andere als selbstverständlich in dieser Fahrzeugklasse.

Innenraum gefällt auch Technikfreaks

Der Kia EV2 bietet mit einer Länge von knapp über vier Metern gute Platzverhältnisse. Foto: Kia

Das gilt auch für den Innenraum, eingerichtet mit wohnlichen Stoffen und diversen Bio- und Recycling-Materialien. Nicht nur Technik-Freaks dürften Gefallen an den drei Displays finden, den 12,3 Zoll großen hinter dem Lenkrad, den 5,3 Zoll kleinen für die Klimatisierung sowie den ebenfalls 12,3 Zoll großen Touchscreen in der Armaturenbrettmitte.

Und da die EV2-Plattform mit Kias modernster Elektronik-Architektur aufwartet, kann der Kunde ein ganzes Bündel an Assistenzsystemen nutzen, von denen manche normalerweise erst in der Mittel- und Oberklasse zu finden sind, wie zum Beispiel das Ein- und Ausparken, ferngesteuert von außen übers Handy.

Den Preis für den EV2 verrät Kia noch nicht. Branchenkenner erwarten jedoch, dass die Koreaner sich hier hauptsächlich am Renault 4 E-Tech orientieren werden, der ab 29.500 Euro zu haben ist. Gut möglich, dass der EV2 den Franzosen noch unterbietet. (SP-X)

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