Jeep: Mit neuen Modellen wieder wachsen

Allrad-Kompetenz als DNA der Marke

Jeep: Mit neuen Modellen wieder wachsen
Der Jeep Compass 4xe macht im Gelände einen souveränen Eindruck. © Jeep/Dani Heyne

Jeep steht für Allradkompetenz und Abenteuer. Mit dem Avenger und Compass hat man dafür zwei Modelle im Angebot. Wir sprachen mit Deutschlandchef Peter Stoffels über neue Modelle und die Antriebsstrategie.

Peter Stoffels verantwortet seit Mai die Geschäfte von Jeep in Deutschland. Wir trafen den Manager in dieser Woche auf dem ADAC-Offroad-Gelände Rhein-Main in Bauschheim. Hier stellte die Marke die Allradversionen des Avenger und des Compass vor.

Dass die Präsentation der beiden neuen Modelle gerade hier stattfindet, liegt quasi auf der Hand. Jeep und Offroad gehören zusammen. Die Marke steht seit mittlerweile 85 Jahren für Offroadkompetenz und Abenteuer. Dass die Kundinnen und Kunden der Marke den Allrad eher selten abseits befestigter Straßen nutzen, ist ein anderes Thema. Die Devise für das heimische Klientel lautet dann auch eher: „Ich könnte, wenn ich wollte.“

Compass 4xe mit 375 PS

Und wer will, der kann sich auch im schwierigsten Gelände mit den beiden derzeit auf dem deutschen Markt erhältlichen Allradmodellen Avenger 4xe und Compass 4xe souverän bewegen. Der mit einem vollelektrischen Dual-Motor-Antrieb ausgestattete Compass ist mit seinen 375 PS zugleich das Topmodell der Baureihe (ab 54.900 Euro). Er verfügt nicht nur über eine um einen Zentimeter erhöhte Bodenfreiheit gegenüber dem Vorgänger, sondern weist vorn einen Böschungswinkel von 28 und hinten von 31 Grad auf. Der Rampenwinkel liegt bei 17 Grad, die Wattiefe bei bis zu 48 Zentimetern. Es geht aber auch günstiger, denn der Compass wird auch als e-Hybrid mit Frontantrieb und 145 PS angeboten (ab 39.900 Euro). Auch ein Plug-in-Hybrid mit 225 PS (ab 43.400 Euro) ist im Angebot; auch er ist mit Frontantrieb unterwegs.

Wasserdurchfahrten meistert der Jeep Compass 4xe problemlos. Foto: Jeep/Dani Heyne

Als Allradler fährt der Compass auch dort, wo andere gar nicht erst hinkommen. Fahrerinnen und Fahrer können dabei auf das sogenannte Selec-Terrain-System vertrauen. Es bietet für jede Fahrsituation den geeigneten Modus: Insgesamt stehen mit Auto, Sport, Sand & Mud, Snow und 4×4 Lock fünf Fahrmodi für unterschiedlichste Streckenprofile, Untergründe und Wetterbedingungen zur Verfügung. Auf dem ADAC-Offroad-Parcours waren wir an der Seite eines professionellen Fahrers im 4×4-Lock-Modus auf den schwierigsten Passagen unterwegs. Der Compass ist übrigens in der Lage, Steigungen bis zu 20 Prozent zu meistern – auch dann, wenn die Vorderräder längst keinen Grip mehr haben. Ähnlich souverän verhält sich auch der Avenger 4xe 1.2 e-Hybrid mit 145 PS (ab 34.300 Euro), wie wir hinter dem Steuer des kleinen SUV im Sand-&-Mud-Modus erfahren haben. Die reine E-Version mit 156 PS wird leider nicht mit Allrad angeboten, wobei das ursprünglich einmal vorgesehen war.

Recon steht in Startlöchern

Und wie viele Kunden entscheiden sich hierzulande für Allrad? Stoffels spricht von einem einstelligen Bereich. Die Erwartungen beim Avenger bewegen sich zwischen „5 und 8 Prozent“, so der Deutschlandchef. Stoffels blickt übrigens zufrieden auf die Zulassungszahlen der Marke. Dabei weisen diese per Juli mit 6841 Neuzulassungen ein Minus von fast 14 Prozent aus. Enttäuschend sei dies nicht. Schließlich basiert dieser Absatz nur noch auf drei Modellen, darunter der in die Jahre gekommene Wrangler, nachdem der Cherokee bzw. Grand Cherokee in Deutschland und Europa nicht mehr angeboten wird. „Das muss man sich bei der Betrachtung der Zulassungszahlen vergegenwärtigen“, so Stoffels. Deutliche Impulse erwartet er sich in diesem Jahr beim Absatz noch vom Compass, bei dem er einen BEV-Anteil von 10 bis 15 Prozent erwartet. Beim Avenger sind es 20 Prozent. Es ist auch das Modell, das mit seinen kompakten Maßen neue Kunden zur Marke bringt. Gerade bei Frauen ist das Modell beliebt; sie machen 40 Prozent der Kundschaft aus.

Einstufung als globale Marke

Der Jeep Avenger 4xe ist ein überzeugender Offorader mit seinem Allrad. Foto. Jeep/Dani Heyne

Nachdem Jeep beim zurückliegenden Investor-Day vom Mutterkonzern Stellantis als „globale Marke“ eingestuft wurde (Opel gilt seither als Regionalmarke), erwartet der Deutschlandchef weiteren Aufwind. Bereits in der ersten Jahreshälfte des kommenden Jahres kommt der vollelektrische Recon. Insgesamt plant die Stellantis-Tochter bis 2030 den Ausbau auf sechs Baureihen. Darunter befinden sich zwei Modelle im Kompakt-Segment sowie zwei D-SUV. Eines davon wird in Kooperation mit Dongfeng entstehen, berichtet Stoffels. „Das geschieht natürlich unter Beibehaltung der Jeep-Identität.“

Die Antriebsstrategie von Jeep verändert sich trotz der wachsenden Bedeutung der E-Mobilität nicht. Man setzt weiter auf die sogenannte Multi-Energy-Strategie und bietet seiner Kundschaft von Hybriden über PHEVs bis hin zu reinen E-Modellen ein breites Antriebsportfolio. „Wir lassen unserer Kundschaft die Wahl, was sie fahren will.“

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