München: Autofahrer standen 74 Stunden im Stau

Auswertung von Inrix

München: Autofahrer standen 74 Stunden im Stau
Berufsverkehr am Morgen auf dem Mittleren Ring in München. © dpa

München ist Deutschlands Stau-Hauptstadt. Hier standen Autofahrer nach einer Auswertung des Verkehrsdienstleister Inrix im Vorjahr 74 Stunden im Stau.

Kaum besser stellt sich die Verkehrssituation in Berlin dar. Dort verloren Pendler 71 Stunden im Stau. Dahinter folgen als besonders staubelastete deutsche Städte Hamburg mit 56 Stunden (2021: 47) und Potsdam mit 55 Stunden (46).

Auf der Plätzen fünf und sechs folgen Darmstadt und Leipzig mit 47 beziehungsweise 46Stunden Stauzeit. Dahinter rangieren Freiburg, Lübeck, Bremen und Nürnberg, wo Autofahrer mindestens 40 Stunden im Stau standen. Auch wenn München erneut Deutschlands Stauhauptstadt ist, gibt es für die dortigen Autofahrer auch gute Nachrichten. Denn deren Stauzeit reduzierte sich im Vergleich zu 2021 um fünf Stunden. Der Mittlere Ring in München, der Elbtunnel in Hamburg und das Dreieck Köln-Heumar sind laut dem Verkehrsdienstleister Inrix die größten Stauschwerpunkte in Deutschland.

Steigende Kosten

Die Kosten, die für die Autofahrer im Stau entstanden, sind trotz der sogenannten Spritpreisbremse gestiegen. Sie belaufen sich nun auf 399 Euro, ein Zuwachs von 28 Euro gegenüber dem Jahr 2021. Zugleich stieg in 2022 auch das Verkehrsaufkommen gemessen an den Fahrkilometern um 21 Prozent zu 2021.

Das Neun-Euro-Ticket konnte mit der Einführung zwar zu einem Anstieg der Fahrgastzahlen um 36 Prozent im ersten Halbjahr führen, dennoch liegen die Fahrgastzahlen im öffentlichen Personen-Nahverkehr immer noch unter dem Niveau von 2019.

London staureichste Stadt der Welt

Im internationalen Vergleich ist London die staureichste Stadt der Welt. Hier standen die Autofahrer 156 Stunden im Stau. Dahinter folgt Chicago (155 Stunden) und Paris (138 Stunden). In Palermo standen die Autofahrenden 121 Stunden im Stau und bewegten sich dabei gerade einmal mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 14 km/h in der Innenstadt. Autofahrer in den USA verloren laut der Analyse im Vorjahr durchschnittlich 51 Stunden im Stau, ein Zuwachs von 15 Stunden zu 2021. In England waren es 80 Stunden (+7 Stunden) und in Deutschland 40 Stunden.

Die durch Staus entstandenen Gesamtkosten beliefen sich in den USA auf 81 Milliaren US-Dollar, in Großbritannien waren es 9,5 Milliarden Pfund und in Deutschland 3,9 Milliarden Euro. Für die Studie hat Inrix Stau- und Mobilitätsdaten in mehr als 1000 Städten in 50 Ländern ausgewertet.

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Nach dem Sport- und Publizistikstudium hat er in einer Nachrichtenagentur volontiert. Danach war er Sportjournalist und hat drei Olympische Spiele als Berichterstatter begleitet. Bereits damals interessierten ihn mehr die Hintergründe als das Ergebnis. Seit 2005 berichtet er über die Autobranche. Neben der Autogazette verantwortet er auch das Magazin electrified.

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