Die HUK-Coburg hat die neue Mobilitätsstudie präsentiert. Dabei schnitt die Bahn besonders schlecht ab – und das Auto nimmt an Bedeutung zu.
Das Auto gewinnt in der Gunst der Deutschen weiter an Bedeutung. Das gilt für die Gesamtbevölkerung sowie in besonderer Weise für jüngere Menschen. Das geht aus der aktuellen Mobilitätsstudie der HUK-Coburg hervor, für die mehr als 4.000 Bürger ab 16 Jahren befragt wurden.
Demnach gaben 76 Prozent der Deutschen an, dass der Pkw auf Sicht von fünf Jahren als Verkehrsmittel die erste Wahl ist. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem leichten Anstieg um einen Prozentpunkt. Vor allem bei den 16 bis 24 Jahre alten Befragten hat sich die Einschätzung deutlich pro Auto verschoben. Insgesamt ist die Auto-Präferenz bei den unter 40-Jährigen in den vergangenen vier Jahren dreimal so stark gestiegen wie bei älteren Befragten. Inzwischen liegen beide Gruppen nahezu gleichauf. 75 Prozent der Jüngeren und 76 Prozent der über 40-Jährigen sehen im Auto das wichtigste Verkehrsmittel der Zukunft. Im Jahr 2022 war der Abstand mit 64 zu 73 Prozent noch deutlich größer.
Fahrrad verliert an Bedeutung
Ein Verbot des Autoverkehrs in den Innenstädten wird von den meisten Befragten zwar abgelehnt, dennoch stehen dem Parken ausschließlich in zentralen, sogenannten Quartiersgaragen, eher positiv gegenüber. Das Votum für eine staatliche E-Auto-Förderung hat zudem zugenommen. Während sich 2024 noch 39 Prozent dafür aussprachen, waren es im vergangenen Jahr bereits 45 Prozent und nun bereits mehr als die Hälfte (52 Prozent). Dabei zeigen sich aber auch Altersunterschiede: Die Jüngeren unter 40 Jahren sprachen sich mit 60 Prozent noch immer stärker für die staatliche E-Förderung. Allerdings nahm die Zustimmung bei den Älteren ab 40 Jahren zu: von im Vorjahr 31 Prozent auf jetzt 47 Prozent.
Andere Verkehrsträger verlieren hingegen an Bedeutung oder treten auf der Stelle. So wird das Fahrrad seit dem Ende der Corona-Jahre deutlich skeptischer bewertet. Der Anteil der Befragten, die es als Verkehrsmittel der Zukunft sehen, ist um mehr als ein Drittel auf 16 Prozent gesunken. Der öffentliche Nahverkehr mit Straßenbahnen, S-Bahnen und Bussen verharrt seit 2021 bei maximal 13 Prozent. Wie aus der Studie ferner hervorgeht, wünschen sich rund sieben von zehn Bundesbürgern einen grundsätzlich kostenfreien öffentlichen Nahverkehr (67 Prozent). Daneben sprachen sich 66 Prozent für eine deutlich erhöhte Taktung im Bus- und Bahnverkehr aus.
Zugleich wächst die Skepsis gegenüber der Bahn. Hintergrund sind anhaltende Probleme bei der Zuverlässigkeit. Wohl deshalb gaben 35 Prozent der Befragten in der HUK-Coburg-Studie an, Bahnfahrten wenn irgend möglich zu vermeiden. 26 Prozent planen wichtige Termine grundsätzlich nicht mehr mit der Bahn. 28 Prozent kalkulieren für Fahrten inzwischen einen deutlich größeren Zeitpuffer ein, als noch vor wenigen Jahren. (SP-X)

