Pan America 1250: Feinschliff für das Dickschiff

Reiseenduro von Harley-Davidson

Pan America 1250: Feinschliff für das Dickschiff
Bereits nach einem Jahr Bauzeit hat Harley der Pan America einen Feinschliff gegönnt. © Harley-Davidson

Harley-Davidson hat im Vorjahr die Pan America 1250 auf den Markt gebracht. Allerdings sorgten die Ausstattungsmöglichkeiten für Irritationen. Die wurden nun behoben.

Eine der Fragen damals: Warum gibt es an der 152 PS starken US-Interpretation einer Reise-Enduro keinen Schaltassistenten zum kupplungslosen Wechsel der Gänge? Vermutlich war die Umsetzung zu kompliziert, um das Bauteile von Anfang an liefern zu können.


Immerhin hat sich dieses Manko binnen zwölf Monaten beheben lassen. Für die 2022er Versionen der Pan America 1250 ist jetzt ein Quickshifter lieferbar. Die 2021er Modelle können nicht nachgerüstet werden.

Geringfügige Änderungen

Die Änderungen für das Modelljahr 2022 an diesem erst ein Jahr lang angebotenen Modell sind naturgemäß geringfügig, denn als Neumodell verfügte die Pan America 1250 von Anfang an über eine Homologation nach der jüngsten Umweltnorm Euro 5. Hier gab es für die Techniker also nichts mehr zu tun. So beließ man es beim Angebot einer neuen Farb-Alternative für den Tank der Special-Version; er kann nun auch in blauer Lackierung geliefert werden.

Wer die Kombination Fastback Blue und White Sands für die Halbverkleidung wählt, wird allerdings mit 620 Euro Aufpreis zur Kasse gebeten; in Graumetallic statt Schwarz sind immer noch 280 Euro Zuzahlung fällig. Der Grundpreis beginnt dieses Jahr bei 18.965 Euro, bei der Markteinführung im Vorjahr hatte er noch 17.995 Euro betragen.

Quickshifter als Zubehör

Der Quickshifter, für beide 2022er Versionen der Pan America lieferbar, schlägt mit weiteren 389 Euro zu Buche. Er kann nur als Zubehörteil geordert und muss vom Händler eingebaut und initialisiert werden. Eine erste Probefahrt zeigte, dass die Techniker ihre Entwicklungsaufgabe befriedigend gelöst haben: Der Gangwechsel ist in beiden Richtungen ohne Zuhilfenahme der Kupplung möglich. Er fällt allerdings nicht immer gleich leicht: Liegt die Drehzahl nicht hoch genug oder ist der Gasdrehgriff nicht weit genug geöffnet, sperrt sich der Impulsgeber ein wenig und die Gangwechsel verlaufen etwas hakelig.

Die Pan America 1250 ist nun auch mit einem Quickshifter erhältlich. Foto: Harley-Davidson

Im Großen und Ganzen befindet sich der erstmals in einer Harley erhältliche Quickshifter auf dem Niveau der Wettbewerber. Denen ist Harley-Davidson nach den ersten drei Monaten dieses Jahres in der Neuzulassungsstatistik dichter auf den Fersen als noch Ende 2021; zum Schluss ihres ersten Verkaufsjahres lag die Pan America in Deutschland noch nicht unter den Top 50-Modellen. Ende März 2022 wurde sie auf Rang 43 gelistet, mit geringem Rückstand auf die KTM 1290 Super Adventure und die Ducati Multistrada V4.

Während die Schalthilfe beim Fahren auf Asphalt in erster Linie als Komfortelement wahrgenommen wird, ändert sich das beim Fahren im Gelände. Denn beim Fahren im Stehen ist es ein Vorteil, beim Gangwechsel nicht kuppeln zu müssen; in kniffligen Situationen ist es schlicht einfacher und schneller, lediglich den Schalthebel betätigen zu müssen. Insofern hat Harley mit der schnellen Entwicklung dieser Technologie das Richtige getan. (SP-X)

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