GWM Haval H6: Attraktiver Preis, effizienter Verbrauch

Chinesen starten Modelloffensive

GWM Haval H6: Attraktiver Preis, effizienter Verbrauch
Der GWM Haval H6 bietet effiziente Verbrauchswerte. © GWM

GWM startet in Deutschland eine Modelloffensive. Allein in diesem Jahr kommen sechs neue Modelle, darunter ist auch der von uns getestete Haval H6, ein Vollhybrid.

Es ist knapp zwei Jahre her, da schloss Great Wall Motor (GWM) seine Europazentrale in München. 100 Mitarbeitende mussten gehen. Das Geschäft mit den Marken Wey und Ora lief nicht so, wie es sich die Chinesen vorgestellt hatten. Deshalb sollte das Business für den europäischen Markt von China aus gesteuert werden. Das sorgte damals für etliche Unruhe, weil es sich ein wenig auch wie Rückzug anhörte. Doch so war es nicht, es ging weiter. In Deutschland ist für den Import der Marke die O! Automobile GmbH verantwortlich, ein Teil der Emil Frey-Gruppe.

Dort hat Geschäftsführer Johannes Brandenburger seit 2022 versucht, die Marke weiter zu pushen. „Seither haben wir 10.000 Einheiten der Marken Wey und Ora abgesetzt“, sagt Brandenburger im Gespräch mit der Autogazette. Wir treffen den Manager in Mainz. Dort stellt GWM mit dem Haval H6 und dem Haval Jolion Pro die ersten beiden von insgesamt sechs neuen Modellen vor, die allein noch in diesem Jahr eingeführt werden. Bis 2027 werden es insgesamt neun neue GWM-Modelle sein, mit denen die Marke auf dem europäischen Markt reüssieren will.

100 Händler als Anlaufstelle

Gut verarbeitet;: der Innenraum des Haval H6 von GWM. Foto: GWM

Damit die Kundinnen und Kunden der Marke auch ausreichend Vertrauen gegenüber haben, verfügt man bundesweit über 100 Händler. Sie sorgen nicht nur für den Verkauf, sondern auch den Service. Ein solides Händlernetz ist etwas, was viele chinesische Hersteller zum Start in Europa nicht auf dem Plan hatten, setzten auf den Onlinevertrieb. Eine Strategie, die nicht aufging. Die O! Automobile ging als Teil der Emil Frey-Gruppe gleich einen anderen Weg.

Doch abseits eines gut ausgebauten Händlernetzes geht es darum, mit den Produkten zu überzeugen. Und natürlich muss auch der Preis stimmen. Beides trifft auf den Haval H6 zu, den wir im Umland von Mainz getestet haben. Für den H6 startet die Preisliste bei 31.990 Euro. Damit liegt der 4,70 Meter lange H6 auf dem Niveau eines vergleichbar ausgestatteten Dacia Bigster. Damit die Kunden auch den Weg in die Autohäuser finden, lockt sie Brandenburger mit einem Einführungsrabatt von 3000 Euro. Er ist bis Ende Juni gültig.

Gute ausgestattetes Fahrzeug

Für diesen Preis erhält der Kunde ein gut ausgestattetes Auto, was qualitativ wenig Anlass zur Kritik gibt. Bereits in der Basis (Premium) ist die Serienausstattung ansehnlich. Sie reicht von elektrisch verstellbaren Sitzen über eine Sitz- und Lenkradheizung bis hin zu einem schnell arbeitenden Navigationssystem mit einer kabellosen Anbindung an Apple CarPlay oder Android Auto. Eine 360 Grad-Kamera sorgt beim Rangieren für eine Erleichterung beim Einparekn, gibt das Bild auf dem 14,6 Zoll großen Display wieder.

Diejenigen, die für 34.990 Euro die Luxury-Variante bestellen, können sich beispielsweise über ein Panoramaglasdach, ein Head-up-Display und eine Belüftung der Sitze freuen.
Angetrieben wird der Haval von einem Vollhybrid-System. Dabei arbeiten ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 150 PS und ein 177 PS starker Elektromotor zusammen. Sie bringen eine Systemleistung von 243 PS an die Vorderachse. Der Akku hat übrigens eine Größe von 1,6 kWh. Ein maximales Drehmoment von 530 Newtonmetern sorgt für einen ausreichend kraftvollen Antrieb.

Flotte Beschleunigung

Der GWM Haval H6 hat eine Länge von 4,70 Meter. Foto: GWM

Die Kraft brachte unser Testwagen bei den Fahrten auf trockener Fahrbahn übrigens gut auf die Straße. Das zweistufige Getriebe sorgte für ein stimmiges Zusammenspiel der Antriebsarten. Wer mag, der kann in dem Haval H6 übrigens auch flotter unterwegs sein: bis Tempo 100 vergehen 8,3 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 175 km/h erreicht. Auf dem Weg dahin hinterlässt der H6 ein guten Eindruck. Die Lenkung arbeitet präzise, vermittelt eine gute Rückmeldung zur Straße. Das Fahrwerk sorgt für ein komfortables Reisen, steckt auch schlechte Straßenverhältnisse gut weg. Der Druckpunkt der Bremse könnte etwas straffer sein. Und der Verbrauch: der soll laut WLTP bei 5,9 Liter/100 km liegen. Bei den Testfahrten (mit Autobahnanteil) konnten wir diesen Wert mit 4,1 Litern sogar deutlich unterbieten.

Nun bleibt abzuwarten, wie die Modelloffensive bei der Kundschaft ankommt. Der Haval H6 jedenfalls dürfte ein interessantes Modell gerade auch für junge Familien mit dem Wunsch nach ausreichend Platz (Kofferraumvolumen liegt bei 560 Liter) sein. Ihnen bietet GWM mit dem Haval H6 ein gut ausgestattetes, aber bezahlbares Fahrzeug suchen. Dazu hat der Hersteller auch attraktive Finanzierungskonditionen aufgelegt. Sie starten bei monatlich 189 Euro.

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