Geely Starray EM-i: Effizient und schnell an der Ladesäule

Geely Starray EM-i: Effizient und schnell an der Ladesäule
Der Geely Starray EM-i kommt auch international bei den Kunden an. Nun kommt er nach Deutschland. © Geely/Martin Meiners

Geely setzt neben Elektroautos wie dem E2 oder E5 auch auf Plug-in-Hybride wie den Starray EM-i. Er fällt nicht nur mit seinem effizienten Verbrauch positiv auf, sondern auch mit seiner Ladeleistung.

Es sind Zeiten, in denen die Fahrt an die Tankstelle kein Vergnügen ist. Die hohen Spritpreise belasten den Geldbeutel. Zwar hat die Bundesregierung gerade einen neuen Tankrabatt zur Entlastung der Autofahrer auf den Weg gebracht, doch perspektivisch muss man sich auf weiter steigende Kraftstoffkosten einstellen.

Kein Wunder, dass die Zulassungszahlen für Elektroautos steigen. Doch auch Plug-in-Hybride (PHEV) profitieren davon, wie Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zeigen. Im August lag der Zulassungsanteil der Teilzeitstromer bei zwölf Prozent. PHEVs erleben eine Renaissance – und auch sie kommen in den Genuss der laufenden E-Autoförderung. Je nach Einkommen und Kinderzahl liegt der staatliche Zuschuss bei bis zu 4500 Euro.

Starray EM-i mit 136 Kilometer Reichweite

Der Fahrer hat im Geely Starray EM-i eine gute Übersicht. Foto: Mertens

Wer sich für einen Teilzeitstromer entscheidet, kann aber nicht nur von der Prämie profitieren, sondern auch von effizienten Verbrauchswerten und elektrischen Reichweiten, die längst weit über 100 Kilometer liegen. Beim von uns gefahrenen Geely Starray EM-i liegt sie sogar bei 136 Kilometern, wenn man sich für die Variante Pro+ (ab 35.990 Euro) oder Max+ (ab 37.990 Euro) mit der 29,8 kWh großen Batterie entscheidet.

Wer nicht ganz so viel elektrische Reichweite benötigt, kann sich auch für die Einstiegsversion Pro (ab 32.990 Euro) mit dem 18,4-kWh-Akku und einer Reichweite von 83 Kilometern entscheiden. Bei der kombinierten Reichweite kommt das Mittelklasse-SUV auf auch für Dieselfans imposante 1002 bis 1055 Kilometer. Das lässt sich sehen und prädestiniert den Starray EM-i zugleich als Langstreckenfahrzeug. Wir waren mit dem Starray mit großer Batterie unterwegs. Insbesondere mit dieser Variante sollen Kundinnen und Kunden angesprochen werden, die möglichst viel elektrisch unterwegs sein wollen, aber auf längeren Strecken keine Ladestopps einlegen möchten.

Damit ist er nicht nur mit seiner elektrischen Reichweite von bis zu 136 Kilometern eine interessante Wahl, sondern auch mit seinem Preis: Hier ist der Geely Starray EM-i deutlich günstiger als beispielsweise ein Mitsubishi Outlander oder Kia Sportage.

Viel Platz im Innen- und Kofferraum

Das Kofferraumvolumen des Geely Starray EM-i liegt bei 528 Litern. Foto: Mertens

Bevor wir zu den Fahrleistungen kommen, bleiben wir zunächst beim Platzangebot dieses 4,74 Meter langen, 1,91 Meter breiten und 1,69 Meter hohen Starray: Es ist gut, wirklich gut. Fahrer und Beifahrer können bequem auf den perforierten Kunstledersitzen (der Fahrersitz ist übrigens elektrisch sechsfach verstellbar) Platz nehmen. Und auch im Fond können zwei Erwachsene mit ausreichend Knie- und Kopffreiheit bequem sitzen. Im Kofferraum lassen sich übrigens 526 Liter Gepäck verstauen, bei umgeklappter Rückbank wächst das Volumen auf bis zu 2065 Liter an.

Die Anmutung des Innenraums gibt keinen Anlass zur Kritik, im Gegenteil. Die Materialanmutung macht für ein Fahrzeug der Mittelklasse optisch und haptisch einen guten, wertigen Eindruck. So befinden sich an den Türen weiche Flächen, Plastik gibt es erst unterhalb der Türgriffe.

Der Fahrer schaut auf ein 10,2 Zoll großes Digitaldisplay. Es ist gut ablesbar und zeigt die wichtigsten Informationen übersichtlich an. Über das Multifunktionslenkrad können dabei verschiedene Funktionen abgerufen werden, es ist aber nicht selbsterklärend. Wer beim Händler indes eine gute Fahrzeugübergabe samt Erklärung bekommt, findet sich schnell zurecht.

Tasten für bessere Bedienung

Übersichtlich gestaltet: das Cockpit des Geely Starray EM-i. Foto: Mertens

Intuitiv zu bedienen ist dafür der 15,4 Zoll große und hochauflösende Touchscreen auf der Mittelkonsole. Geely hat übrigens gut daran getan, die Bedienung beispielsweise für die Einstellung der Seitenspiegel oder auch des Lenkrads nicht in den Tiefen des Infotainmentsystems zu verstecken, sondern dafür Tasten zu behalten. Unterhalb der zwei in der Mittelkonsole befindlichen induktiven Ladeflächen für das Smartphone befindet sich zudem ein Drehknopf für die Lautstärke des Radios. Daneben befinden sich Knöpfe für die Klimaanlage. Wenn es etwas gab, was bei der Bedienung nicht überzeugen konnte, dann war es die Sprachsteuerung, die häufig nicht verstand, was man wollte. Aber hier kann man hoffen, dass sich dies durch eines der nächsten Over-the-Air-Updates verbessert.

Doch nun zu den Fahrleistungen des Starray EM-i: Unterwegs ist er mit einem 1,5-Liter-Verbrenner, der es zusammen mit dem E-Motor auf eine Systemleistung von 262 PS bringt. Das ist mehr als ausreichend, um den je nach Ausstattung zwischen 1,7 und 1,8 Tonnen schweren Starray auf Touren zu bringen. Ein Sportler wird das Mittelklasse-SUV mit dieser Leistung zwar nicht, aber man ist ausreichend stark motorisiert, um flott von A nach B zu kommen. Der Sprint auf Tempo 100 wird in 8,2 Sekunden erledigt, die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 170 km/h.

Straffes, aber komfortables Fahrwerk

Wer mit dem Starray unterwegs ist, wird von seiner Laufruhe angetan sein, denn er ist überwiegend elektrisch unterwegs. Erst wenn man das Gaspedal durchtritt, kommt der Verbrenner ins Spiel. Selbst wenn die Batterie leer ist, tritt der Benziner nicht unangenehm in Erscheinung. Bei unseren Testfahrten in Berlin und im Umland hinterließ das SUV einen (fast) stimmigen Eindruck – mit einer Ausnahme: Die Lenkung ist im Komfortmodus schlicht zu weich, erst im Sportmodus wird es besser. Dann lässt sich der Starray auch präzise einlenken.

Attraktiv gezeichnet: das Heck des Geely Starray EM-i. Foto: Geely/Martin Meiners

Das Fahrwerk ist straff, aber ausreichend komfortabel abgestimmt, sodass auch schlechte Straßenverhältnisse als nicht allzu störend empfunden werden. Noch ein Wort zu den Assistenten, mit denen Geely sein SUV beispielsweise neben einem Totwinkelwarner, Spurhalteassistenten, Ausstiegswarner oder einem adaptiven Geschwindigkeitsassistenten ausgestattet hat. Sie verrichten einen guten Job, wenngleich der Spurhalteassistent etwa rigide agiert. Der Aufmerksamkeitsassistent sorgt zudem bei einer Warnung dafür, dass das Radioprogramm kurz unterbrochen wird. Das nervt und sollte geändert werden.

Niedrige Verbrauchswerte erfreuen

Glänzte mit guten Verbrauchswerten: der Geely Starray EM-i. Foto: Mertens

Diese Nickligkeiten sind angesichts des ansonsten guten Fahrverhaltens und mit Blick auf die Verbrauchsanzeige schnell vergessen. Denn der Starray EM-i erweist sich bei voll geladener Batterie als ausgesprochen verbrauchsarm. Laut WLTP soll er auf einen kombinierten Kraftstoffverbrauch von 1,5 Litern und einen Stromverbrauch von 18,3 kWh auf 100 Kilometer kommen. Es sind Werte, die gemeinhin wenig mit der Realität gemein haben. Beim Starray EM-i ist das anders: Er bewegte sich im Stadtverkehr sogar leicht unter diesen Werten.

Dass PHEVs bei entladener Batterie beim Verbrauch deutlich zulegen, traf bei unseren Testfahrten nicht zu: Wir kamen bei leerem Akku auf 5,8 Liter/100 km. Erfreut ist man dann vor allem an der Ladesäule: Wo deutsche Mitbewerber in der Regel mit maximal 50 kW laden, sind es beim Starray EM-i an einem DC-Lader sogar bis zu 78 kW. Für eine Ladung von 22,77 kWh brauchte er 30 Minuten bei einer durchschnittlichen Ladeleistung von 44,8 kW, in der Spitze wurde die Batterie übrigens mit 75,2 kW geladen. An der heimischen Wallbox sind leider nur 6,6 kW möglich.

Die Verbrauchswerte und seine DC-Ladeleistung lassen sich im Wettbewerbsumfeld mehr als sehen – und machen den Starray zu einem alltagstauglichen Auto für preisbewusste Käuferinnen und Käufer. Wer also nach einem PHEV sucht, um sich unabhängiger von den steigenden Spritpreisen zu machen, findet im Starray EM-i eine interessante Alternative zur etablierten Konkurrenz.

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