Fahrzeugsensoren als Retter für marode Brücken

Forschung des Fraunhofer Instituts

Fahrzeugsensoren als Retter für marode Brücken
Die eingestürzte Carolabrücke in Dresden. © dpa

Tausende Brücken in Deutschland sind marode. Forscher des Fraunhofer Instituts erforschen nun, wie die Sensoren von Autos Schäden erkennen können.

Sensoren aus dem Auto könnten bei der Überwachung maroder Infrastruktur genutzt werden. Forscher des Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI erproben aktuell unter anderem die Eignung von Radarsystemen, die ursprünglich für

Assistenzsysteme und autonomes Fahren entwickelt wurden.
Der Vorteil der in Großserie hergestellten Technik: Sie ist deutlich billiger als die nur in kleiner Stückzahl produzierte Spezialsensorik für die Überwachung von Brücken und anderen Bauwerken.

Anpassung der Radarsysteme

Für das sogenannte „Structural Health Monitoring“ müssen die Radarsysteme jedoch angepasst werden, weil die im Fahrzeug benötigte Auflösung nicht ausreichen würde, um kleinste Veränderungen an Bauwerken zu erkennen. In einem Reallabor der TU Dresden in Bautzen testete das Team an einer 45 Meter langen Versuchsbrücke taktile Sensorik zusammen mit berührungsloser Radar-Messung. Die Lösung soll laut Fraunhofer statische Verschiebungen im Millimeter- und Submillimeterbereich sowie Schwingungen mit Frequenzen bis über 1.000 Hertz messen.

Startschuss für das Projekt war der Teileinsturz der Dresdner Carolabrücke im September 2024. In Deutschland gelten mindestens 8.000 Autobahnbrücken und rund 18.000 Schienenkilometer als baufällig. Der Sanierungsbedarf wird auf bis zu 100 Milliarden Euro geschätzt. Ein konstantes Monitoring ist den Fraunhofer-Forschern zufolge bislang aus Kostengründen häufig vernachlässigt worden. In einem Webinar am 6. Mai dieses Jahres wollen die Forscher Einblicke in ihre Arbeit geben und zeigen, welche Fahrzeugsensoren sich für das Bauwerksmonitoring eignen. (SP-X)

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