Ford hat den Puma Gen E zum neuen Modelljahr überarbeitet. Zu den Neuerungen gehört auch eine größere Batterie. Wir waren mit dem Vorgängermodell unterwegs.
Der Ford Puma ist bei den Kunden beliebt. Am Gesamtabsatz der Marke kam der Kleinwagen im Vorjahr nach Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) auf 17085 Neuzulassungen. Das entspricht 15,8 Prozent alle Neuzulassungen der Kölner. Diese Zahlen beziehen sich auf den Verbrenner und die E-Version des Kleinwagens.
Schaut man indes nur auf den Gen E, so nennt Ford seinen Stromer, dann vereinigte er im Vorjahr 3843 Neuzulassungen auf sich. Nun schickt Ford die neue Generation auf den Markt. Kurz vor dem Modellwechsel waren wir noch mit der Vorgängergeneration unterwegs.
Reichweite von 376 Kilometer
Zwar steigt nach dem Facelift die Reichweite von 376 Kilometer dank einer neuen Batteriekonstruktion auf 417 Kilometer an, doch an den Fahreigenschaften ändert sich nichts – und der Preis liegt unverändert bei mindestens 36.900 Euro.
Für diesen Preis bekommen die Kunden ein ziemlich stimmiges Auto. Es fährt mit einer Leistung von 168 PS (Vorderradantrieb) und einer Batterie-Kapazität von 43 kWh (netto) vor, die laut WLTP bislang für eine Reichweite von besagten 376 Kilometer sorgte. Der Verbrauch liegt je nach Ausstattung zwischen 13,1 bis 14,5 kWh/100 Kilometer. Das sind für ein E-Auto dieser Klasse gute Verbrauchswerte. Doch wie schaut es in der Praxis aus – gerade bei Minusgeraden wie während unserer Testfahrten in der Premiumvariante? Hier waren wir von den WLTP-Werten weit entfernt, allerdings lagen die Temperaturen auch im Minusbereich. Hier lag der Verbrauch bei knapp über 20 kWh/100 Kilometer. Als es wärmer (12 Grad) wurde, zeigte der Bordcomputer jedoch schon 17,4 kWh an.
Deutlicher Mehrverbrauch im Winter
Doch diesen Mehrverbrauch im Winter hat Ford nicht exklusiv, er steigt auch bei anderen Marken im Winter signifikant an, wie zuletzt ein Test des ADAC zeigte. Im Sommer erscheint ein Verbrauch um 15 kWh dann auch sehr realistisch zu sein. Ist die Batterie leer, lässt sie sich an einem Schnelllader mit bis zu 100 kW laden. Damit kann der Akku im Idealfall von 10 auf 80 Prozent in 23 Minuten geladen werden.
Kommen wir zu den Fahrleistungen des Puma Gen E. Mit seinen 168 PS ist der 1,56 Tonnen schwere Stromer ausreichend motorisiert. In acht Sekunden beschleunigt der Puma auf Tempo 100, seine Höchstgeschwindigkeit ist bei 160 km/h begrenzt. Bei den Testfahrten zeigte sich der 4,21 Meter lange Puma als ein ideal für die Stadt und das urbane Umfeld geeigneter Stromer, der sich ausgesprochen fahraktiv gibt. Mit seinem Drehmoment von 290 Nm bietet er einen druckvollen Antrieb und bietet ein straffes Fahrwerk, was jedoch ausreichend Komfort bietet, um auch schlechte Straßenverhältnissen auszugleichen. Die Lenkung ist erfreulich direkt, vermittelt eine gute Rückmeldung.
Überraschend großer Kofferraum
Wer im Puma Platz nimmt, der sollte nicht vergessen, dass er in einem Kleinwagen sitzt. Entsprechend ist er kein Raumwunder, bietet Fahrer und Beifahrer ausreichend Platz. Großgewachsene Fahrer dürften aber gelegentlich mit dem Kopf an die Sonnenblende stoßen, wenn sie sich bei schlecht einsehbaren Kreuzungen weit nach vorn beugen müssen. So etwas stört jemanden wie mich mit einer Körpergröße von 1,91 Meter dann doch.
Im Fond können zwei mittelgroße Erwachsene mehr oder minder gut sitzen. Das Kofferraumvolumen liegt dank tiefem Ladeboden (Giga-Box bei bemerkenswerten 523 Litern. Im Frunk gibt es weitere 43 Liter, dort kann beispielsweise das Ladekabel verstaut werden. Mit diesem Fassungsvolumen sammelt sich der Puma weitere Pluspunkte. Der Innenraum gibt wenig Beanstandung zur Kritik: Die verwendeten Materialien sind anständig, auch wenn man sich weniger Kunststoffflächen wünschen würde, die Verarbeitungsqualität gut. Der Fahrer schaut übrigens auf ein 12,8 Zoll großes Instrumentendisplay, der zentrale Touchscreen hat eine Größe von 12 Zoll.
Gut, der Puma Gen E ist mit Blick auf den Listenpreis kein Schnäppchen. Dafür bekommt man jedoch ein Auto mit vielen Stärken. Zudem kann der Preis derzeit in Kombination mit der staatlichen E-Autoprämie (bis zu 6000 Euro) und dem Hersteller-Bonis (5000 Euro) um bis zu 11.000 Euro reduziert werden.


