Das Facelift hat dem in die Jahre gekommenem 9-5 von Saab gut getan. Der Schwede sieht dynamischer aus – und fährt sich auch so.
Von Frank Mertens
Die Fans eines Saab 9-5 müssen sich auf ein vollkommen neu gestyltes Modell ihres Wunschautos noch ein wenig gedulden. Der schwedische Autobauer präsentiert zunächst nur ein Facelift seiner Limousine und seines SportCombis. Doch das, was die Schweden im November auf den deutschen Markt bringen, ist viel versprechend.
Moderner Auftritt
Vor allem die Frontansicht mit seinen Leuchteinheiten verleiht dem Saab einen deutlich moderneren Auftritt als seinem in die Jahre gekommenem Vorgänger. Dazu tragen vor allem die Chromleisten bei, die Scheinwerfer und Blinker umrahmen und die bis auf die Motorhaube hochgezogen wurden. Auch das Heck erstrahlt in neuem Glanz: So sind die Heckleuchten komplett in rot gehalten. Die Stoßfänger reichen bis zu den Schlussleuchten hinauf. Kaum verändert zeigt sich die Seitenlinie.
«Der 9-5 ist ohne Frage das neue Flaggschiff in unserem Portfolio. Das Design ist progressiver, ist sportlicher geworden», sagte Produktmanager Jörgen Nylen bei der Vorstellung des neuen Saab in München. Dieses Design, so fügte Marketingmanager Anders Larsson hinzu, «vermittelt deutlich mehr Exklusivität und verkörpert noch stärker als bisher das Saab-Image».
Gute Bedienbarkeit
Das setzt sich auch im Innenraum fort. Hier steht die Bedienfreundlichkeit ohne Frage im Mittelpunkt. Die Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer geneigt, was die Bedienung des Radios, der Navigation und der Klimaanlage erleichtert. Schade ist nur, dass sich das Lenkrad für groß gewachsene Fahrer nicht ein kleines Stückchen mehr in die Höhe bewegen lässt. Mit meiner Größe von 1,91 Metern würde ich mir hier ein wenig mehr Abstand zu den Beinen wünschen. Ansonsten ist im Saab 9-5 alles so, wie man es von einem Auto erwarten kann, dass mit einem Einstiegspreis von 30.450 Euro für die 2.0t Limousine mit 110 kW/150 PS beginnt. Die Sitze bieten einen guten Seitenhalt, die Verarbeitungsqualität ist wertig.
Dominierende Farbe ist im Innenraum übrigens schwarz. Das von Saab als «Black Room» bezeichnete Farbkonzept soll dem Interieur ein «sportliches und zeitgemäßes Raumgefühl» verleihen. Durchdacht sind die zweigeteilten Sonnenblenden, mit denen man sich vor Sonneneinstrahlung sowohl von vor als auch von der Seite schützen kann. Mit einem Kofferraumvolumen von 416 Litern (1490 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank) bietet der Saab zwar keine überragenden Werte, doch für einen größeren Ausflug reicht es allemal.
Überzeuge Fahreigenschaften
Die Fahreigenschaften des von uns getesteten SportCombis 2.3 Turbo mit 191 kW/260 PS und der Topausstattung Aero (40.950 Euro) sind überzeugend. Das Aggregat des Spitzenmodells mit seinen vier Ventilen pro Zylinder und den oben liegenden Nockenwellen ist ausgesprochen laufruhig. Störende Geräusche dringen dank einer guten Dämmung selbst bei schnellerer Fahrt nur in einem sehr akzeptablen Maße in den Innenraum.
Dank der Turboaufladung ist für dynamische Fahrleistungen gesorgt. Das maximale Drehmoment von 350 Nm erreicht der 2.3 Turbo bei 5400 Umdrehungen pro Minute. Dank der Overboost-Funktion stehen sogar 370 Nm zur Verfügung. Eine satte Kraftentfaltung ist also gegeben. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Kombi in 7,3 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 245 km/h erreicht. Der Verbrauch liegt bei 10,1 Liter SuperPlus.
Leichte Traktionsprobleme
Die Lenkung reagiert präzise, bietet eine gute Rückmeldung von der Straße. Das Fünfgang-Schaltgetriebe arbeitet ohne Probleme, die Gänge finden ohne Mühe die richtige Schaltgasse. Bei Beschleunigungen aus eng gefahrenen Kurven hat der Fronttriebler jedoch leichte Probleme, seine Kraft auf die Straße zu bringen. Wirklich ein Problem ist das aber nicht. Das Fahrwerk verrichtet seine Aufgaben mühelos, es bietet einen guten Reisekomfort, ist jedoch nicht zu weich abgestimmt. Das weiß man in schnelleren Kurvendurchfahrten zu schätzen.
Das Gesamtpaket des 9-5er ist stimmig. Von daher versprechen sich die Saab-Verantwortlichen einen Pusch ihrer Absatzzahlen. «Durch den 9-5er hoffe ich auf eine Steigerung unserer Absatzzahlen auf einen zweistelligen Bereich», sagte der Geschäftsführer von Saab-Deutschland, Knuth Sexauer. In den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte Saab-Deutschland 3989 Zulassungen verbuchen, das ist ein Plus von 9,4 Prozent zum Vorjahr.



