SsangYong Korando e-Motion: Kühle Berechnung

SsangYong Korando e-Motion: Kühle Berechnung
Ssangyong hat mit dem Korando E-Motion sein erste E-Auto auf dem Markt. © SsangYong

Mit dem Korando e-Motion steigt nun auch SsangYong ins Segment der E-Autos ein. Wie üblich setzen die Koreaner vorrangig auf den Preis.

Nun bringt auch der koreanische Hersteller Ssangyong sein erstes Elektroauto auf den Markt. Der Korando e-Motion hat einen 140 kW/190 PS starken Elektromotor und einen 61,5 kWh fassenden Akku an Bord, der eine Norm-Reichweite von 339 Kilometer ermöglichen soll. Das 4,47 Meter lange E-SUV ist in drei Ausstattungsvarianten erhältlich und kostet mindestens 38.990 Euro, die sich nach Abzug der Innovationsprämie auf recht günstige 29.420 Euro reduzieren. Wer den mit einer siebenjährigen Vollgarantie bis 150.000 Kilometer inklusive Akku, versehenen E-Korando fahren möchte, muss sich aber wahrscheinlich beeilen. In diesem Jahr erhält der Importeur nur etwa 500 Exemplare.


Ssangyong bezeichnet sich selbst als Allradspezialisten. Beim Korando e-Motion beschränken sich die Koreaner aber auf Frontantrieb, was vor allem Kostengründe haben dürfte – allerdings auch damit erklärt wird, dass Elektroautos sowieso vornehmlich in der Stadt unterwegs seien. Für dieses Umfeld hat der kompakte Koreaner die richtige Länge: Kurz genug, um in die meisten Parklücken zu passen, aber mit ausreichend Platz für zumindest vier Passagiere. In den Kofferraum passen 510 Liter Gepäck, wer mehr Platz benötigt, kann den Laderaum durch Umklappen der im Verhältnis 60:40 teilbaren Sitze auf bis zu knapp 1.250 Liter erweitern. In einem 10 Liter fassenden Unterbodenfach wird das Ladekabel untergebracht.

Eigene E-Plattform erst für künftige Modelle

Beim e-Motion beschränken sich die koreanischen Allrad-Spezialisten auf Kraft an der Vorderachse. Foto: SsangYong

Optisch ist der neue Korando seinen mit Benzin oder Diesel befeuerten Schwestermodellen deutlich verwandt. Eine eigene E-Plattform will Ssangyong erst für kommende Modelle entwickeln. Größter optischer Unterschied zu den Verbrenner-Varianten sind die geschlossene Front ohne Kühlergrill sowie die blauen Akzentuierungen bei Scheinwerfer, Außenspiegel und Unterfahrschutz. Der E-Korando ist keine ausgesprochene Schönheit, kann sich aber durchaus sehen lassen.

Der Einstieg in das E-Auto gelingt leicht, der Fahrer blickt von seinem je nach Ausstattung beheizten und belüfteten Ledersitz auf die heute üblichen Displays. Die fallen im Korando zwar groß aus, sind aber erfreulicherweise auch nicht übertrieben riesig. Das Zentraldisplay misst 8 Zoll in der Basis „Bronze“ und je 9,2 Zoll in den höherwertigeren Versionen „Platinum“ (ab 41.990 Euro) und „Titanum“ (ab 45.590 Euro). Dann ist auch immer ein Navi integriert. Hinzu kommt die konfigurierbare Instrumententafel, die 12,3 Zoll misst.

Komfortabel abgestimmtes Fahrwerk

Der Fahrer blickt vom je nach Ausstattung beheizten und belüfteten Ledersitz auf die üblichen Displays. Foto: SsangYong

Korando ist ein Akronym aus „KOReans cAN DO“, was leider auf die Feinabstimmung des Fahrzeugs nicht ganz zutrifft. Die Lenkung ist deutlich zu indifferent, die Bremsen sind schwer zu dosieren. Überzeugen kann dagegen das komfortabel abgestimmte Fahrwerk, das dank der flach montierten Akkus auch eine angenehme Kurvenlage ermöglicht. Ein Sportler ist der e-Motion aber natürlich nicht, soll er aber auch gar nicht sein. Trotzdem ist er vielleicht eine Spur zu brav geraten, was im städtischen Umfeld aber weniger ins Gewicht fällt. Die Rekuperationsstärke lässt sich über Schaltwippen am Lenkrad bequem in drei Stufen einstellen, für echtes One-Pedal-Fahren reicht es aber nicht.

Längere und gar lange Reisen müssen in einem solchen Auto natürlich sorgfältig geplant werden, denn mit 340 Kilometern ist die Reichweite passend zum Gesamtauftritt eher vernünftig als großzügig. Wir konnten den Realverbrauch noch nicht testen, rechnen aber im Alltag immerhin mit echten 260 bis 280 Kilometern, da eine Wärmepumpe erfreulicherweise serienmäßig an Bord ist. Leider lädt der e-Motion nur einphasig, was an einer Wallbox bei fast leerer Batterie zu Zeiten von über 10 Stunden führt. Immerhin: An einer Schnellladesäule soll der elektrische Koreaner dank bis zu 80 kW Ladeleistung in 33 Minuten von 20 auf 80 Prozent Akku-Füllstand nachladen.

Trotz einiger kleinerer Schwächen fällt das erste Elektroauto der Marke Ssangyong sehr wettbewerbsfähig aus und ist nicht nur wegen der Preisgestaltung attraktiv. Die umfangreiche Ausstattung, eine vernünftig angelegte Reichweite und die gute Verarbeitung stehen ebenfalls auf der Habenseite des Korando e-Motion und trösten über den nicht besonders fahraktiven Auftritt und die vorlauten Assistenzsysteme ein wenig hinweg. (SP-X)

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